Neuauflage: „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“

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Vor vier Jahren brachten das Stadtarchiv Koblenz und das Landeshauptarchiv Koblenz gemeinsam den „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“ heraus. Die Nachfrage nach der handlichen Broschüre ist nach wie vor groß, was von einem regen Interesse an diesem Kapitel der Koblenzer Geschichte zeugt, wie sich die beiden Autorinnen Dr. Beate Dorfey und Dr. Petra Weiß (2. und 3. v. r.) freuen: „Wir wollten fundierte Informationen zum lokalen Geschehen in der NS-Zeit und insbesondere zu den Tätern von damals bieten.“ Da die erste Auflage mittlerweile vergriffen ist, ging nun eine aktualisierte Neuauflage in den Druck. Für Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz (rechts), die Leiterin des Landeshauptarchivs Dr. Elsbeth Andre (4. v. r.) und den Leiter des Stadtarchivs Michael Koelges ist der Stadtführer zum Thema Nationalsozialismus ein wichtiges Element der historischen Bildungsarbeit. „Nicht zuletzt zeugt die Publikation von der erfolgreichen und guten Zusammenarbeit der beiden Archive“, betonte die Kulturdezernentin. Der Stadtführer ist für 5 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich.

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Ausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“

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US-Soldaten erreichen am 16. März 1945 den Stadtteil Moselweiß (StAK FA 2 Nr. 2096).

Am Samstag, 29. Oktober, bietet sich für dieses Jahr die letzte Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ auf Fort Konstantin. Die Dauerausstellung des Stadtarchivs mit vielen interessanten Exponaten und einem Film über das zerstörte Koblenz ist dienstags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zu besichtigen, letztmalig am 29. Oktober. Der Eintritt ist kostenlos.

Dauerausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ auf Fort Konstantin

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Die Dauerausstellung ist ab Donnerstag, 5. Mai 2016, 15 Uhr, wieder zugänglich!

Pressemitteilung der Stadt Koblenz

 

Im Jahre 2006 beschloss der Kulturausschuss der Stadt Koblenz einstimmig, auf Fort Konstantin eine Dokumentation zum Thema „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ einzurichten. Nachdem in den Folgejahren im Rahmen des UNESCO-Welterbeprogramms die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden konnten, erhielt das Stadtarchiv 2014 den Auftrag zur Erstellung einer Konzeption und Durchführung des Projekts.

Am 8. Mai 2015 eröffnete Kulturdezernent Detlef Knopp die neue Dauerausstellung, die auch als außerschulischer Lernort gedacht ist. Sie befindet sich in den vier Kasematten des nördlichen Erdgeschoss-Flügels von Fort Konstantin (ein barrierefreier Zugang ist vorhanden) und besteht aus folgenden Teilen:

  • Hülle der 1999 in Metternich gefundenen Luftmine,
  • Propellerblatt eines abgeschossenen US-Bombers,
  • 23 Ausstellungstafeln mit jeweils mehreren Abbildungen,
  • vier Vitrinen, zwei Wandnischen und ein Durchgang mit Exponaten,
  • mehrere großformatige Fotoreproduktionen (Leitmotiv Deutsches Eck),
  • Hörstation mit einem Tondokument vom März 1945 sowie
  • Film „Koblenz in Trümmern 1946“.

Bei der Konzeption wurde besonderer Wert auf die Einbettung der Thematik in den historischen Kontext gelegt: Um eine Verwechselung von Ursachen und Wirkung auszuschließen, wird zunächst Koblenz im Dritten Reich näher beleuchtet. Dabei liegt wiederum ein Schwerpunkt auf dem Thema Verfolgung. Erst dann wird die eigentliche Thematik aufgegriffen und behandelt. Die Ausstellung profitiert dabei von der Authentizität des Ortes: 1944 wurden die Kasematten zu einem Bunker ausgebaut und im März 1945 beherbergte das Fort das letzte Widerstandsnest der Wehrmacht.

 

Film

Der Offene Kanal Koblenz e. V. drehte im September 2015 einen Filmbericht über die Ausstellung, der auf Youtube zu sehen ist.

 

Öffnungszeiten:

Ende Oktober 2015 ging die Dauerausstellung in die Winterpause. Sie wird ab 5. Mai 2016 wieder zu besichtigen sein. Die Öffnungszeiten und weitere Hinweise werden auf den Webseiten des Stadtarchivs und der Presse bekannt gegeben.

 

ÖPNV:

evm-Buslinie 2/12, Haltestelle Fort Konstantin

#Knopp, Detlef

Die Stadtverwaltung Koblenz im Nationalsozialismus

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Der Querflügel und das Gebäude II des Rathauses um 1937, geschmückt mit Hakenkreuzfahnen, Girlanden und Kränzen (StAK FA 2 Nr. 379).

 

Die Dissertation von Dr. Petra Weiß, stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs Koblenz, stellt eine grundlegende Aufarbeitung des städtischen Verwaltungshandelns im Nationalsozialismus und seiner Auswirkungen auf Bevölkerung und Alltagsleben dar.

Zur Diss.

#Rosendahl, Hugo #Simmer, Nikolaus #Wittgen, Otto #Habicht, Theo

Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus

FA1 Emil-Schüller-Straße 18 (Gauleitung) 1938-02

Die NSDAP-Gauleitung in der Emil-Schüller-Straße 18-20 im Schmuck von Hakenkreuzfahnen, um 1938 (StAK FA 1 – NS-Zeit 1933-1939).

 

Schon seit einigen Jahren liegen für eine Reihe von rheinland-pfälzischen Städten unterschiedlich dimensionierte und konzipierte Stadtführer vor, die sich speziell mit dem Thema Nationalsozialismus befassen (z. B. Trier, Mainz). Für Koblenz fehlte eine solche Publikation bisher, obwohl eine Nachfrage von Bürgern, Gästeführern, Lehrern und Besuchern der Stadt zu verzeichnen war. Diese Lücke schlossen 2012 – in vielfach bewährter Kooperation – das Landeshauptarchiv und das Stadtarchiv durch die Herausgabe der gemeinsamen Broschüre „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“. Bewusst wurde dafür ein kleines, handliches Format gewählt, das in jede Jackentasche passt. Die ansprechende grafische Gestaltung besorgte das städtische Amt für Vermessung und Bodenmanagement, das auch die beiden Stadtpläne – einen historischen und einen aktuellen – aufbereitete, die zum Aufklappen in den Umschlagseiten integriert sind. Anhand von 30 ausgewählten Stationen stellen die Autorinnen Dr. Beate Dorfey (Landeshauptarchiv) und Dr. Petra Weiß (Stadtarchiv) das Geschehen in Koblenz im Dritten Reich dar. Die meisten Stationen führen den Leser dabei zu Gebäuden in der Innenstadt oder anderen Erinnerungsorten; auf eine vorgegebene Route wurde bewusst verzichtet. Andere Stationen behandeln Themenkomplexe wie Zwangsarbeit oder Kriegsende. Die leicht verständlichen Texte sind durch zeitgenössische Abbildungen illustriert. Der Band enthält außerdem einen chronologischen Überblick, ein Verzeichnis der NSDAP-Ortsgruppen und der „Judenhäuser“ sowie Hinweise zu den in Koblenz verlegten Stolpersteinen. Den Abschluss bildet eine Auswahl weiterführender Literatur.

Zum Stadtführer