Von wegen!

Die Meinung, dass es sich bei der Arbeit im Archiv um eine ‚todernste‘, zumindest aber ‚staubtrockene‘ und meist wahrscheinlich auch ziemlich ‚langweilige‘ Angelegenheit handele, ist auch heute noch bei einigen Zeitgenossen anzutreffen – nicht selten einhergehend mit der Überzeugung, dass dementsprechend auch die Menschen, die sich dieser Arbeit verschreiben, wohl etwas ‚wunderliche‘, bestimmt aber recht ‚freudlose‘ Vertreter sein müssten.

Dem können wir – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Koblenzer Stadtarchivs – nur ganz klar, sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen, entgegenhalten: „Weit gefehlt!“.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen und nicht mit diesem Blog-Beitrag geradezu den gegenteiligen Eindruck vom Archiv als einem Ort immerwährender Heiterkeit und Ausgelassenheit zu erwecken: selbstverständlich ist es eine höchst verantwortungsvolle und ernsthafte Aufgabe, das historische Gedächtnis einer Gemeinde, einer Region oder gar einer ganzen Nation zu bewahren und auch noch nachfolgenden Generationen zugänglich und verständlich zu machen und selbstverständlich bearbeiten wir tagtäglich Themen der Vergangenheit und der Gegenwart, denen nur mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit, wissenschaftlicher Akribie und dem der Sache angemessenen Respekt begegnet werden kann und wird.

Aber es gibt sie eben immer wieder, diese alles andere als ‚todernsten‘, ‚staubtrockenen‘ oder gar ‚langweiligen‘ Momente, die sich zwar nicht selten auch deshalb ergeben, weil wir eine nette und aufgeschlossene Truppe im Kollegenkreis sind, aber uns mindestens genauso oft von den uns anvertrauten Archivalien selbst ‚beschert‘ werden. Regelmäßig stoßen wir im Rahmen von sogenannten ganz ‚alltäglichen‘ Recherchen auf Fundstücke, die uns schmunzeln, bisweilen auch schon einmal herzhaft lachen lassen. Sei es, weil sich manche Dinge anscheinend nie ändern und im 21. Jahrhundert, vielleicht in anderem Gewande, aber vom Prinzip her genauso funktionieren wie im 15. Jahrhundert, sei es, weil uns in der Folge politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sprachlichen Wandels Dinge erheitern, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung niemandem auch nur ein schwaches Grinsen aufs Gesicht gezaubert hätten.

Der sprachliche Wandel, dem eine Gesellschaft permanent unterworfen ist, der sich in der Regel aber schleichend und für den Einzelnen kaum wahrnehmbar vollzieht, lässt sich besonders gut bei der Lektüre der historischen Zeitungen der Stadt Koblenz nachvollziehen, die mikroverfilmt im Stadtarchiv aufbewahrt werden. Beim Blick in den Coblenzer Anzeiger vom 27.11.1801 erfährt der geneigte Leser zum Beispiel, dass vor 217 Jahren offenbar Löffel nicht nur abgegeben, sondern auch „im Stich gelassen“ werden konnten:

 

Coblenzer Anzeiger vom 27.11.1801, S. 3

Aus: Coblenzer Anzeiger vom 27.11.1801, S. 3.

Zwangsläufig ‚befremdet‘ die Anwendung der Redensart „im Stich lassen“ auch auf Gegenstände den heutigen Leser und lässt ihn schmunzeln – eben weil sich ihr Gebrauch gewandelt hat und heute nur noch in Verbindung mit dem ‚Verlassen‘ oder ‚alleine lassen‘ von Personen oder allenfalls Tieren geläufig ist. Im Jahr 1801 dagegen handelte es sich um eine gängige und sicherlich auch vollkommen ernsthaft gemeinte Berichterstattung.

Die historischen Zeitungen zeigen uns aber ebenso, dass sich manche Dinge – sprachlicher Wandel hin oder her – anscheinend nie ändern oder wenigstens keine Erfindung der letzten 50 Jahre sind. Wer heute eine gut sortierte Buchhandlung betritt und sich den einschlägigen Regalen nähert, dem springt schon von weitem eine schier unüberschaubare Flut an sogenannten ‚Beziehungsratgebern‘ ins Auge. Titel wie „Jeder ist beziehungsfähig“ über „Hilfe, ich finde keine Frau!“ bis hin zum „Männercheck“ verheißen mehr oder weniger probate Unterstützung bei der Suche nach dem ‚Partner oder der Partnerin fürs Leben‘ – von den Möglichkeiten, die das ‚World Wide Web‘ diesbezüglich zu versprechen scheint, ganz zu schweigen. Wer nun aber glaubt, diese Literaturgattung sei ein Phänomen des 20. oder 21. Jahrhunderts, irrt gewaltig. Die Coblenzer Zeitung vom 1.5.1863 verrät, dass Autoren auch schon vor über 150 Jahren bestrebt waren, zumindest dem ‚starken Geschlecht‘ für damals 20 Groschen hilfreiche Tipps für einen erfolgreichen Umgang mit der ‚Dame des Herzens‘ an die Hand zu geben, wobei der Schwerpunkt ausdrücklich auf der Ausbildung von „Charakterfestigkeit, Ehrenhaftigkeit sowie klugem und taktvollem Benehmen“ zu liegen schien. Tugenden, die so manch ein Zeitgenosse auch im Jahr 2018 gerne wieder in den Fokus nehmen dürfte…….

 

Coblenzer Zeitung vom 1.5.1863, S. 4

Aus: Coblenzer Zeitung vom 1.5.1863, S. 4.


Neben den historischen Zeitungen sind es aber immer wieder ‚unsere‘ Aktenbestände selbst, die uns – meist vollkommen unverhofft – zum Schmunzeln bringen, es bei allem ‚institutionalisierten‘ Behördenhandeln auch einmal ‚menscheln‘ lassen oder aber hin und wieder wahre Schätze bergen. Selbst beim Verzeichnen eines auf den ersten Blick so ‚unverdächtigen‘ Bestandes wie dem der „Alten Bauakten“ der Stadt Koblenz (mit „alt“ sind in diesem Fall die Bauakten aus dem Zeitraum zwischen ca. 1890 und 1945 gemeint) wird man immer wieder angenehm überrascht. So nahm sich der renommierte Koblenzer Architekt Conrad Reich im Jahr 1911 die Zeit, von dem von ihm entworfenen Haus in der Mozartstraße 6 nicht nur die auch heute noch üblichen Bauzeichnungen, Außenansichten und statischen Berechnungen anzufertigen, sondern skizzierte das Anwesen bzw. seine Vorstellung vom zukünftigen Gebäude in einer Kohle- oder Graphitzeichnung. Nach unserer (zugegeben laienhaften) Vorstellung handelt es sich bei einem solchen ‚Fundstück‘ schon eher um Kunst als um einen technisiert-standardisierten Bauplan und ein solches ist es allemal wert, die Kollegen zum Betrachten zusammenzurufen.

 

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Quelle: StAK Best. 623,1 Nr. 2379 (Bauakte Mozartstraße 6).

 

Ohnehin kann man sich beim Studium dieser zum Teil deutlich über 100 Jahre alten Bauakten nicht des Eindrucks erwehren, dass die damaligen Architekten und Zeichner bei der Anfertigung der Baupläne nicht nur darauf achteten, dass diese (selbstverständlich) in jeglicher Hinsicht den fachlichen Anforderungen und Standards ihrer Zeit entsprachen, sondern darüber hinaus gerade bei den Fassadenansichten offensichtlich viel Arbeit und Zeit darauf verwendeten, die Gebäude im Kontext ihrer späteren Nutzung, Bewohnerschaft oder ihres Standortes darzustellen – zumindest dann, wenn für Angehörige der ‚gehobenen Gesellschaft‘ geplant und gebaut wurde. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass zum Beispiel auf den Plänen für einen Geflügelhof in der Mainzer Straße 108 aus dem Jahr 1909 natürlich auch dessen spätere ‚tierische Bewohner‘ nicht fehlen.

 

StAK_Best_623,1_Nr_2207 (Mainzerstraße 108)

Quelle: StAK Best. 623,1 Nr. 2207 (Bauakte Mainzer Straße 108).

 

Und auf der Straßenansicht der Villa in den Kaiserin-Augusta-Anlagen 15 lässt es sich Architekt Carl Riffer nicht nehmen, auch auf dem Gehweg spielende Kinder und eine flanierende Dame mit Hut und Schirm abzubilden. Leider ist dieser besonders kunstvoll gestaltete Plan aus dem Jahr 1911 stark beschädigt und nur noch in seinen Einzelteilen vorhanden.

 

StAK_Best_623,1_Nr_1751 (Kaiserin-Augusta-Anlagen 15), I

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Quelle: StAK Best. 623,1 Nr. 1751 (Bauakte Kaiserin-Augusta-Anlagen 15).

 

Auf den Entwürfen zum Gartenhaus des selbigen Anwesens verewigt Riffer ‚Bewacher und Dame des Hauses‘ gleich mit …

 

StAK_Best_623,1_Nr_1751 (Kaiserin-Augusta-Anlagen 15), III.jpg

Quelle: StAK Best. 623,1 Nr. 1751 (Bauakte Kaiserin-Augusta-Anlagen 15).

 

Besonders schöne Momente bescheren uns unsere Bestände dann, wenn in standardisierten Bau- oder Verwaltungsakten Fundstücke auftauchen, die scheinbar (und manchmal tatsächlich) gar nicht in den entsprechenden Vorgang hineingehören und/oder es zwischendurch auch einmal ‚menscheln‘ lassen. In der Bauakte zum Haus Römerstraße 128/130 trifft man zum Beispiel recht unvermittelt auf folgendes lose eingelegte Blatt aus der Zeit um 1940:

 

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Quelle: StAK Best. 623,1 Nr. 2128 (Römerstraße 128/130).

 

Die offensichtlich in keinem inhaltlichen Bezug zu ihrem Fundort stehende Skizze scheint vielmehr das Resultat einer entspannt verbrachten Mittagspause, eines besonders langwierigen Telefonats, einer sich in die Länge ziehenden Besprechung oder einer sich selbst verordneten ‚Denkpause vom Aktenstudium‘ eines künstlerisch begabten Kollegen vom Bauaufsichtsamt zu sein.

Den möglicherweise ältesten Beleg einer solchen ‚Auszeit‘ in den Beständen des Stadtarchivs birgt ein Kopiar aus dem 15. Jahrhundert. Eigentlich mit der Abschrift einer Urkunde aus dem Jahr 1351 betraut, hatte der Kopist ganz offensichtlich noch Kapazitäten frei und versah sein Dokument am rechten oberen Rand mit der Abbildung eines seltsam anmutenden Wesens. Dem heutigen Betrachter erscheint es wie eine Mischung aus Hund (Kopf), Nager (Körper und Schwanz) und Känguru (Beine). Dem ‚Fabelwesen‘ ist zumindest aus heutiger Sicht weder eine inhaltliche noch eine formelle Funktion bei der Erstellung der Abschrift zuzuordnen, weshalb zu vermuten ist, dass der Schreiber sich bei seiner Zeichnung von dem inspirieren ließ, was für die Menschen im 15. Jahrhundert zum alltäglichen Erscheinungsbild in den Straßen, den Privathäusern und auch in den Amts- und Schreibstuben gehörte: die sichtbare Anwesenheit von Ratten, Mäusen und möglicherweise anderen Nagetieren. Die nicht ganz authentische Physiognomie unserer ‚Hund-Känguru-Maus‘ mag der Fantasie des Zeichnenden geschuldet sein. Dass solche alten Kritzeleien auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind, erfährt man hier.

 

StAK Best_623_Nr_1006_Kopiar VI, fol_1

Quelle: StAK Best. 623 Nr. 1006, Kopiar VI, fol. 1 r.

 

Wie man sieht, sorgen zumindest unsere Bestände auf keinen Fall für schlechte Laune bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs Koblenz und um es in Anlehnung an das immer gleiche „Bleiben Sie heiter irgendwie, bis zum nächsten Mal“ einer bekannten Fernseh-Moderatorin am Ende ihrer Sendungen zu sagen: „Das machen wir – und uns wird der Stoff dazu bestimmt nicht ausgehen!“

#Reich, Conrad #Riffer, Carl

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Wohnungsnot, städtisches Erscheinungsbild und leere Kassen – Déjà-vu im Stadtarchiv !

Dass Wohnungsnot und „hässliche Ecken“ im städtischen Erscheinungsbild keineswegs aktuelle Phänomene sind und wünschenswerte Maßnahmen zur Abhilfe nicht nur im 21. Jahrhundert an den leeren Kassen der Kommunen und des Staates scheitern, belegen zwei Zufallsfunde aus dem Jahr 1863.

Ein Artikelchen aus der Coblenzer Zeitung vom 23. April 1863 [1] macht eindringlich deutlich, dass es auch vor mehr als 150 Jahren „einen immer steigenden Nothstand [sic!] an Wohnungen, namentlich für die mittlere Klasse“ gegeben hat. Ausdrücklich begrüßt werden vom Autor eine im Jahr 1863 offensichtlich gesteigerte Bau- und Umbautätigkeit sowie Planungen, die eine Vielzahl an neuen Bauplätzen in der Rhein-Mosel-Stadt schaffen werden – und damit Entlastung zumindest in Aussicht stellen. Den geplanten Abriss eines ausgesprochenen Schandflecks („partie honteuse“) der Stadt, des Seilerwalls [2], würdigt der Schreiber, neben den privaten Baumaßnahmen, als lobenswertes Bemühen der städtischen Verwaltung, der Stadt „ein freundliches Ansehen zu verschaffen, auf welches jeder Fremde bei ihrer reizenden Lage rechnen zu können vermeint“. Im Hinterkopf hat er in diesem Zusammenhang sicher nicht nur den baulich unschönen Zustand des Geländes rund um den Seilerwall, sondern vor allem die Tatsache, dass es sich um eine äußerst verrufene Gegend handelte. Hier lebten in der Mitte des 19. Jahrhunderts sieben bis acht Prostituierte aus der Stadt in einzelnen Wohnungen und gingen dort – trotz wiederholter polizeilicher Intervention – ihrem Gewerbe nach. Sehr zum Leidwesen der Anwohner, wie eine Beschwerde derselben aus dem Jahr 1844 offenbart [3].

Als ganz und gar unerfreulich wird darüber hinaus ausgerechnet der Zustand einiger staatlichen Liegenschaften beschrieben – explizit des Areals zwischen Karmeliterstraße und Regierungsgebäude [4], welches von der städtischen Verwaltung an den Fiskus zwecks Errichtung eines neuen Gefängnisses abgetreten worden war. Moniert werden zum Beispiel der „wüste Platz [5], der sich in der Carmelitenstraße nach Abbruch (…) des Mähler’schen Hauses [6] dem Fremden darbietet“ sowie das schon seit Jahren unerfüllte Versprechen von staatlicher Seite, eine neue, breite Straße zwischen Karmeliterstraße und Regierungsgebäude anzulegen. Bemerkenswert ist, dass der Autor bei seiner Kritik auch schon vor mehr als 150 Jahren das Ansehen seiner Heimatstadt gerade bei den auswärtigen Besuchern im Blick hat.

Wie der Vorläufer einer modernen Pressemitteilung mutet ein zweiter Artikel aus der Coblenzer Zeitung vom 23. Mai 1863 [7] an, der inhaltlich offensichtlich auf die exakt vier Wochen ältere Meldung Bezug nimmt. Die städtische Verwaltung sah sich offenbar genötigt, den Vorwurf, dass „die Ausführung der neuen Straßenprojecte lässig betrieben und wie viele andere Dinge ins Unbestimmte vertagt würde“, zu entkräften. Man sei im Gegenteil „aufs eifrigste bemüht“ gewesen, „dem Projecte Leben zu verschaffen“. Gemeint sind an dieser Stelle der oben schon erwähnte Ausbau der Verbindung zwischen Karmeliterstraße und Regierungsgebäude sowie die Anlage einer neuen Straße vom Bahnhof bis zur Casinostraße. Allerdings muss man schon wenige Zeilen später die Aufgabe zumindest der ersten der beiden Straßenbaumaßnahmen einräumen – sie scheitert an den leeren Kassen des Staates. Alles andere als komfortabel erscheint aber auch die finanzielle Lage der Stadt Koblenz, die „in ihren beschränkten Mitteln keine 300.000 Thaler (…) für den Abbruch des Seilerwalls und eine neue Straße ausgeben kann“. Somit bleibt die „partie honteuse“ entgegen der im ersten Artikel geäußerten Hoffnung sowohl den Koblenzern als auch ihren Gästen weiterhin auf unbestimmte Zeit erhalten.

Angesichts der momentanen Debatte um die Notwendigkeit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums vor allem in den Städten bei gleichzeitig chronisch leeren Kassen muten diese historischen Zeitungsartikel geradezu aktuell an und haben bei den Archivmitarbeitern für ein ‚Déjà-vu-Erlebnis‘ gesorgt. Getreu dem alten Sprichwort bleibt also festzuhalten: „Es kommt alles wieder!“ – nicht nur in der Mode …

 

 

 

 

 

 

  • [1]Coblenzer Zeitung vom 23.4.1863, Zweites Blatt, S. 1.
  • [2]Beim Seilerwall handelt sich um die frühere Bezeichnung der heutigen Fischelstraße, da hier hinter der mittelalterlichen Stadtmauer die Seiler ihr Handwerk betrieben. „Der Seilerwall folgte dem Verlauf der barocken Stadtmauer und ‚verlief von der Löhrstraße, dem Kleinschmittsgäßchen gegenüber, an der inneren Seite der Stadtmauer nach der Weisergasse‘“, Zitat aus: Petra Weiß, Prostitution in Koblenz im 19. Jahrhundert. In: Koblenzer Beiträge zur Geschichte und Kultur 11/12. Koblenz 2001/2002, S. 45, Anm. 59. Ab 1861 trug die Straße den Namen „Eisenbahnstraße“, da sie teilweise neben der damals angelegten linksrheinischen Bahnlinie verlief. Hier befand sich der frühere Rheinische Bahnhof, in Betrieb bis 1902, zerstört 1944. Zwischenzeitlich verschwand die Fischelstraße während der sechziger und siebziger Jahre anlässlich der Neugliederung des Gebietes zwischen Altengraben, Löhrstraße, Herz-Jesu-Kirche und Eisenbahnlinie. Vgl. StAK DB 17, Straßennamen, S. 49 sowie Udo Liessem, Koblenzer Straßennamen. In: 2000 Jahre Koblenz. Geschichte der Stadt an Rhein und Mosel. Hrsg. von Hans Bellinghausen. Boppard 1971, S. 420.
  • [3]Vgl. Petra Weiß, Prostitution in Koblenz im 19. Jahrhundert. In: Koblenzer Beiträge zur Geschichte und Kultur 11/12. Koblenz 2001/2002, S. 45, 46.
  • [4]Heutiges Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw.
  • [5]Im Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts ist mit ‚wüster Platz‘ ein leerer, unbebauter Platz gemeint.
  • [6]Ehemaliges Wohnhaus des früheren Koblenzer Bürgermeisters Johann Abundius Anton Joseph Mähler (1777–1853) in der Karmeliterstraße. Mähler hatte der Stadt von 1818 bis 1847 als Bürgermeister vorgestanden. Vgl. Geschichte der Stadt Koblenz. Band 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Stuttgart 1992, S. 620.
  • [7]Coblenzer Zeitung vom 23.5.1863, S. 3.

Stadtchronik

StAK_623_Nr_0998_S_916_Nr_1426

Symbolbild; sog. Lucassches Zeitbuch, 19. Jh. (StAK 623 Nr. 998, S. 916, Nr. 1426).

Das Stadtarchiv hat unter anderem die Aufgabe, das Zeitgeschehen in Koblenz zu dokumentieren. Die Stadtchronik wird fortlaufend geführt. Bis 1960 wurde sie zum allergrößten Teil aus der einschlägigen Literatur erarbeitet. Für den Zeitraum von 1961 bis 1991 wurden die Koblenzer Zeitungen im Rückblick ausgewertet. Seit 1992 ist die Koblenzer Tagespresse aktuelle Quellengrundlage der Stadtchronik, die Sie unter folgendem Link finden:

Stadtchronik

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