Vor 75 Jahren: erste Deportation Koblenzer Juden am 22. März 1942

StAK_FA_2_Nr_4331

Zerstörte Bahnanlagen und Gleise auf dem Güterbahnhof Lützel, 16. März 1945 (StAK FA 2 Nr. 4331). Von hier aus verließ nur wenige Wochen zuvor der siebte und letzte Deportationszug die Stadt.

 

Der Förderverein Mahnmal Koblenz, die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit, der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva und der DGB – Region Koblenz – laden für Mittwoch, 22. März, 18 Uhr, in den Hof der Freiherr-vom-Stein-Schule, Steinstraße 20, ein. Dort nimmt ein Gedenkgang seinen Anfang, der durch die Schlachthofstraße und über die Balduinbrücke zum Bahnhof Lützel führt. Mit ihm soll an die erste Deportation von 338 Juden aus Koblenz und Umgebung „in den Osten“ erinnert werden, die am 22. März 1942 von Lützel aus ihren Anfang nahm. Bis Kriegsende fanden sechs weitere Deportationen statt, die letzte am 18. Februar 1945.

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Dauerausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ auf Fort Konstantin

Hochvitrine_Volksgasmaske

 

Die Dauerausstellung ist ab Donnerstag, 5. Mai 2016, 15 Uhr, wieder zugänglich!

Pressemitteilung der Stadt Koblenz

 

Im Jahre 2006 beschloss der Kulturausschuss der Stadt Koblenz einstimmig, auf Fort Konstantin eine Dokumentation zum Thema „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ einzurichten. Nachdem in den Folgejahren im Rahmen des UNESCO-Welterbeprogramms die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden konnten, erhielt das Stadtarchiv 2014 den Auftrag zur Erstellung einer Konzeption und Durchführung des Projekts.

Am 8. Mai 2015 eröffnete Kulturdezernent Detlef Knopp die neue Dauerausstellung, die auch als außerschulischer Lernort gedacht ist. Sie befindet sich in den vier Kasematten des nördlichen Erdgeschoss-Flügels von Fort Konstantin (ein barrierefreier Zugang ist vorhanden) und besteht aus folgenden Teilen:

  • Hülle der 1999 in Metternich gefundenen Luftmine,
  • Propellerblatt eines abgeschossenen US-Bombers,
  • 23 Ausstellungstafeln mit jeweils mehreren Abbildungen,
  • vier Vitrinen, zwei Wandnischen und ein Durchgang mit Exponaten,
  • mehrere großformatige Fotoreproduktionen (Leitmotiv Deutsches Eck),
  • Hörstation mit einem Tondokument vom März 1945 sowie
  • Film „Koblenz in Trümmern 1946“.

Bei der Konzeption wurde besonderer Wert auf die Einbettung der Thematik in den historischen Kontext gelegt: Um eine Verwechselung von Ursachen und Wirkung auszuschließen, wird zunächst Koblenz im Dritten Reich näher beleuchtet. Dabei liegt wiederum ein Schwerpunkt auf dem Thema Verfolgung. Erst dann wird die eigentliche Thematik aufgegriffen und behandelt. Die Ausstellung profitiert dabei von der Authentizität des Ortes: 1944 wurden die Kasematten zu einem Bunker ausgebaut und im März 1945 beherbergte das Fort das letzte Widerstandsnest der Wehrmacht.

 

Film

Der Offene Kanal Koblenz e. V. drehte im September 2015 einen Filmbericht über die Ausstellung, der auf Youtube zu sehen ist.

 

Öffnungszeiten:

Ende Oktober 2015 ging die Dauerausstellung in die Winterpause. Sie wird ab 5. Mai 2016 wieder zu besichtigen sein. Die Öffnungszeiten und weitere Hinweise werden auf den Webseiten des Stadtarchivs und der Presse bekannt gegeben.

 

ÖPNV:

evm-Buslinie 2/12, Haltestelle Fort Konstantin

#Knopp, Detlef

Widerstand und Verfolgung im heutigen nördlichen Rheinland- Pfalz 1933-1945

Die Ausstellung des Fördervereins Mahnmal Koblenz e. V. im Landesbibliothekszentrum am Bahnhofplatz veranschaulicht die Geschichte des „Dritten Reiches“ im Großraum Koblenz anhand zahlreicher Biographien von NS-Opfern. Die Ausstellung ist bis einschließlich 29. April 2016 zu sehen.

Am Donnerstag, 7. April 2016, folgt die Uraufführung des Dokumentarfilms
„Mut, Leidensbereitschaft, Heiterkeit – das war sein Vermächtnis.“ – Der Koblenzer Armeeoberpfarrer und Widerständler Prof. Dr. Friedrich Erxleben (1883-1955), eine Produktion des Fördervereins Mahnmal Koblenz. Beginn ist um 19 Uhr.

Erxleben

Friedrich Erxleben am Schreibtisch. Foto: Förderverein Mahnmal Koblenz e. V.

 

Nähere Informationen finden Sie hier.

#Förderverein Mahnmal Koblenz e. V.

#Erxleben, Friedrich

Förderverein Mahnmal Koblenz in der Datenbank der Bundeszentrale für politische Bildung

Mahnmal

Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Reichenspergerplatz (Foto: Förderverein Mahnmal Koblenz)

Im Jahr 1996 gründeten Bürgerinnen und Bürger den Förderverein, um zunächst ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz zu errichten. Dieses erste große Ziel erreichte der Verein mit der Einweihung des Mahnmals auf dem Reichenspergerplatz am 23. August 2001. Seitdem leistet der Verein vielfältige Erinnerungs- und Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung.

Nähere Informationen über die Arbeit des Fördervereins finden Sie auf den folgenden Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung.

#Förderverein Mahnmal Koblenz e. V.

Die Stadtverwaltung Koblenz im Nationalsozialismus

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Der Querflügel und das Gebäude II des Rathauses um 1937, geschmückt mit Hakenkreuzfahnen, Girlanden und Kränzen (StAK FA 2 Nr. 379).

 

Die Dissertation von Dr. Petra Weiß, stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs Koblenz, stellt eine grundlegende Aufarbeitung des städtischen Verwaltungshandelns im Nationalsozialismus und seiner Auswirkungen auf Bevölkerung und Alltagsleben dar.

Zur Diss.

#Rosendahl, Hugo #Simmer, Nikolaus #Wittgen, Otto #Habicht, Theo

Jüdische Grabsteine als Treppenstufen am Kindergarten in Koblenz-Lützel

Jüdische_Grabsteine_Lützel_1947

Jüdische Grabsteine in der Treppe zum Antonius-Kindergarten, Juni 1947.

Im Frühsommer 1950 geriet eine Freilandtreppe mit zwei seitlichen Aufgängen am St.-Antonius-Kindergarten im Koblenzer Stadtteil Lützel ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Der Grund: Ein jüdischer Besucher hatte empört festgestellt, dass die Stufen der stark frequentierten Treppe aus jüdischen Grabsteinen bestanden und die Trittflächen noch deutlich erkennbar hebräische Schriftzeichen aufwiesen. Der Fall wurde in der Auslandspresse bekannt und löste sowohl dort als auch bei Holocaust-Überlebenden Entrüstung aus. Die Zweckentfremdung von Grabsteinen war mit dem religiösen Empfinden von Juden völlig unvereinbar und wurde auch von Christen als pietätlos empfunden. Über den amerikanischen Hohen Alliierten Kommissar John McCloy gelangte der Vorfall an dessen für Rheinland-Pfalz zuständigen französischen Amtskollegen André François-Poncet, weiter an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier und schließlich sogar ins Bonner Bundeskanzleramt. Im Zentrum der Kritik stand die Stadtverwaltung Koblenz, die mit Oberbürgermeister Josef Schnorbach (1893-1973) an der Spitze das Ausmaß der internationalen Empörung und ihre Folgen unterschätzte. Jede Verantwortung von sich weisend, richtete sie ihren Fokus darauf, Kosten zu vermeiden und das Ansehen der Stadt Koblenz zu wahren.

Mehr dazu finden Sie unter folgendem Link:

Jüdische Grabsteine als Treppenstufen

Deportierte jüdische Kinder und Jugendliche

Vom 6. bis 8. März 2009 machte der „Zug der Erinnerung“ in Koblenz Station, der von annähernd 6000 Besuchern frequentiert wurde. Schwerpunkt der im Zug gezeigten Ausstellung bildete die Deportation von Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und dem besetzten Europa in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Entsprechend dieser Vorgabe begann das Stadtarchiv mit Recherchen speziell zum Deportationsgeschehen junger jüdischer Menschen, die von Koblenz oder als gebürtige Koblenzer von anderen Orten in die Todeslager transportiert und dort ermordet wurden. Über das reine Datenmaterial hinaus wurde versucht, das Leben und familiäre Umfeld dieser Jugendlichen zu erfassen. Es entstand eine vorläufige Zusammenstellung, deren nüchterner Titel Deportierte jüdische Kinder und Jugendliche (ab Jahrgang 1925) aus Koblenz nur unzureichend die Monströsität des dahinter stehenden Menschheitsverbrechens widerspiegelt. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

Deportierte jüdische Kinder und Jugendliche