Schifffahrt und Handel auf dem Rhein vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

 

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Looz-Corswarem, Clemens von: Schifffahrt und Handel auf dem Rhein vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Beiträge zur Verkehrsgeschichte. Mit digitalem Verzeichnis der Akten der Handelskammer Köln im RWWA zur Schifffahrt und zum Stapelrecht, 1795 bis 1830. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2020 (Schriften zur rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgeschichte 48). – 560 S., Ill., Kt. ISBN 978-3-412-51771-7.

Sammlung von Aufsätzen aus der Feder des ehemaligen Leiters des Düsseldorfer Stadtarchivs. Koblenz und seine Stadtteile sind zahlreich vertreten.

 

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#Looz-Corswarem, Clemens von

13. November 1817: Das erste Dampfschiff erreicht Koblenz

FA1 Dampfschiff Rhein (Stich) 1825-09-14

Von Köln kommend erreicht der preußische König Friedrich Wilhelm III. per Dampfschiff Koblenz, um die Manöver des VIII. Armeekorps zu inspizieren, die vom 10. bis 13. September 1825 auf dem Urmitzer Feld stattfanden (Stich eines unbekannten Künstlers, StAK FA 1-81).

 

Im November 1817 erreichte das erste Dampfschiff, das rheinaufwärts fuhr, die Stadt Koblenz. „Es war die CALEDONIA, die von James Watt jr., dem Sohn des Dampfmaschinenbauers, geführt wurde. Nun hatte am 13.11.1817 auch Koblenz die Ehre, Endstation der Erprobungs- bzw. Vorführungsfahrt eines Dampfschiffes auf dem Rhein zu sein. Auch dieses Schiff konnte mit seinem Dampfantrieb noch nicht recht überzeugen, es hatte für die letzte Strecke Pferde zu Hilfe nehmen müssen. Die Bemühungen der Engländer, bei der preußischen Regierung eines Konzession für ihre Dampfschiffe auf dem Rhein zu erhalten, wurden abgewiesen: Die preußische Schiffahrt brauche die Dampfer nicht, und im übrigen sei die Brauchbarkeit der Dampftechnik ganz und gar nicht bewiesen.“ – Zitat aus: Klaus Schmitt: Das Dampfschiff kommt auf den Rhein. In: 2000 Jahre Rheinschiffahrt. Begleitpublikation zur Ausstellung des Landesmuseums Koblenz und des Rhein-Museums e. V. Koblenz 1991 (Veröffentlichungen des Landesmuseums Koblenz, Reihe B, Bd. 40), S. 85-98, hier S. 92 (ohne Quellenangabe).

 

StAK_623_Nr_998_Seite_401_Nr_724

Auszug aus dem Lucasschen Zeitbuch (StAK 623 Nr. 998, S. 401 Nr. 724).

Darüber hinaus berichtet das Lucassche „Zeitbuch“: „Am 13ten November kömt das erste Dampfschiff hier an, wo es gleich unter der fliegenden Brücke landet. Am 15ten kehrte dasselbe nach Cöln zurück.“ – Der Privatier (Rentner) Josef Anton Lucas führte eine ausführliche Chronik, deren großer Wert für die Koblenzer Stadtgeschichte sich auch im vorliegenden Fall wieder einmal erweist, berichtete doch die Zeitung „Koblenzer Anzeiger“ mit keiner Zeile über dieses Ereignis. Damals pendelte noch die im „Zeitbuch“ erwähnte Fliegende Brücke zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein – eine Art Gierponte, die durch die Strömung von einem Ufer zum anderen befördert wurde. Die Schiffbrücke nahm erst im April 1819 ihren Betrieb auf.

 

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Die „Fliegende Brücke“ am Koblenzer Rheinufer; Ausschnitt aus dem „Dilbecker-Plan“ von 1794 (StAK K Nr. 279).

#Friedrich Wilhelm III. (preuß. König) #Watt, James (jr.) #Lucas, Josef Anton #Dilbecker, Johann Peter