Neuauflage: „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“

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Vor vier Jahren brachten das Stadtarchiv Koblenz und das Landeshauptarchiv Koblenz gemeinsam den „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“ heraus. Die Nachfrage nach der handlichen Broschüre ist nach wie vor groß, was von einem regen Interesse an diesem Kapitel der Koblenzer Geschichte zeugt, wie sich die beiden Autorinnen Dr. Beate Dorfey und Dr. Petra Weiß (2. und 3. v. r.) freuen: „Wir wollten fundierte Informationen zum lokalen Geschehen in der NS-Zeit und insbesondere zu den Tätern von damals bieten.“ Da die erste Auflage mittlerweile vergriffen ist, ging nun eine aktualisierte Neuauflage in den Druck. Für Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz (rechts), die Leiterin des Landeshauptarchivs Dr. Elsbeth Andre (4. v. r.) und den Leiter des Stadtarchivs Michael Koelges ist der Stadtführer zum Thema Nationalsozialismus ein wichtiges Element der historischen Bildungsarbeit. „Nicht zuletzt zeugt die Publikation von der erfolgreichen und guten Zusammenarbeit der beiden Archive“, betonte die Kulturdezernentin. Der Stadtführer ist für 5 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich.

Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus

FA1 Emil-Schüller-Straße 18 (Gauleitung) 1938-02

Die NSDAP-Gauleitung in der Emil-Schüller-Straße 18-20 im Schmuck von Hakenkreuzfahnen, um 1938 (StAK FA 1 – NS-Zeit 1933-1939).

 

Schon seit einigen Jahren liegen für eine Reihe von rheinland-pfälzischen Städten unterschiedlich dimensionierte und konzipierte Stadtführer vor, die sich speziell mit dem Thema Nationalsozialismus befassen (z. B. Trier, Mainz). Für Koblenz fehlte eine solche Publikation bisher, obwohl eine Nachfrage von Bürgern, Gästeführern, Lehrern und Besuchern der Stadt zu verzeichnen war. Diese Lücke schlossen 2012 – in vielfach bewährter Kooperation – das Landeshauptarchiv und das Stadtarchiv durch die Herausgabe der gemeinsamen Broschüre „Stadtführer Koblenz. Auf den Spuren des Nationalsozialismus“. Bewusst wurde dafür ein kleines, handliches Format gewählt, das in jede Jackentasche passt. Die ansprechende grafische Gestaltung besorgte das städtische Amt für Vermessung und Bodenmanagement, das auch die beiden Stadtpläne – einen historischen und einen aktuellen – aufbereitete, die zum Aufklappen in den Umschlagseiten integriert sind. Anhand von 30 ausgewählten Stationen stellen die Autorinnen Dr. Beate Dorfey (Landeshauptarchiv) und Dr. Petra Weiß (Stadtarchiv) das Geschehen in Koblenz im Dritten Reich dar. Die meisten Stationen führen den Leser dabei zu Gebäuden in der Innenstadt oder anderen Erinnerungsorten; auf eine vorgegebene Route wurde bewusst verzichtet. Andere Stationen behandeln Themenkomplexe wie Zwangsarbeit oder Kriegsende. Die leicht verständlichen Texte sind durch zeitgenössische Abbildungen illustriert. Der Band enthält außerdem einen chronologischen Überblick, ein Verzeichnis der NSDAP-Ortsgruppen und der „Judenhäuser“ sowie Hinweise zu den in Koblenz verlegten Stolpersteinen. Den Abschluss bildet eine Auswahl weiterführender Literatur.

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