Max Jacoby. Leben und Werk eines jüdischen Fotografen

 

Die Ausstellung, die neben dem fotografischen Werk Jacobys auch seine Familie und das jüdische Leben in Koblenz von 1910 bis 1938 in den Blick nimmt, öffnet am Freitag, 15. Mai. Die Ausstellung wurde gemeinsam von Landesmuseum und Stadtarchiv konzipiert.
Nähere Informationen des Landesmuseums Koblenz finden Sie hier.

 

 

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#Jacoby, Max

Mütterlein, lieb Mütterlein …

Anlässlich des amerikanischen Bürgerkrieges (1861 bis 1865) ursprünglich von der Friedensaktivistin Ann Jarvis und Julia Ward Howe zunächst als „Mother´s Day of Peace“ begründet, setzte sich der „Mother´s Day“ auf Betreiben der Tochter Ann Jarvis Junior zunächst in West-Virginia, ab 1914 dann in den ganzen USA als offizieller Feiertag durch. Ursprünglich von Woodrow Wilson auf den 8. Mai datiert, findet er in Anlehnung an den Todestag von Anne Jarvis in der Regel am zweiten Sonntag im Mai statt. Die schon bald darauf einsetzende Kommerzialisierung des neuen Gedenktages brachte den „Mother´s Day“ in die Welt, so auch um 1923 nach Deutschland. Im Rahmen ihres Familien- und Frauenbildes erhoben die Nationalsozialisten 1933 den „Muttertag“ zum nationalen Feiertag. Wenige Jahre später wurde der neue „eingedeutschte“ Feiertag durch das sogenannte „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ (Mutterkreuz) als Pendant zum „Eisernen Kreuz“ für die Soldaten ergänzt, das jede Mutter ab dem vierten Kind „für ihren Einsatz von ´Leib und Leben´ bei der Geburt und Kinderaufzucht“[1] erhielt. Trotz dieser Vorbelastung durch den Nationalsozialismus wird der Muttertag wohl vor allem aus ökonomischen Beweggründen bis heute begangen, in Deutschland traditionell immer am zweiten Sonntag im Mai.[2]

Inge Bergweiler, geboren 1922 in Koblenz, Schülerin der Ursulinenschule in der Hohenzollernstraße (heute: Bischöfliches Cusanus-Gymnasium Koblenz),[3] verfasste vermutlich zwischen 1928 und 1930 für ihre Mutter folgendes Gedicht[4], das wir Ihnen anlässlich des bevorstehenden Muttertages nicht vorenthalten wollen:

Für den Fall, dass Sie kein Sütterlin lesen können, haben wir eine Transkription für Sie vorbereitet.

[1] Siehe Kipp, Michaela: Das Mutterkreuz, in: LeMO – Lebendiges Museum Online, 12. September 2014, abrufbar unter URL: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/mutterkreuz.html (Aufruf: 7.5.2020).

[2] Vgl. Göttert, Karl-Heinz: Alle unsere Feste. Ihre Herkunft und Bedeutung, Stuttgart 2007, S. 138-140.

[3] Vgl. StAK Zugang Nr. 18/2019 Nr. 2 und Nr. 5.

[4] Vgl. StAK Zugang Nr. 18/2019 Nr. 2.

Zugang Nr. 18_2019, Nr. 2   Inge Bergweiler bei ihrer Kommunion 1932. StAK Zug. 18/2019 Nr. 2.

Screenshot (86)Gedicht von Inge Bergweiler. StAK Zug. 18/2019 Nr. 2.

„Mit KdF ans Deutsche Eck“. Die Ankurbelung des Massentourismus an Rhein und Mosel im Dritten Reich

 

Neben dem Weinbau zählt der Fremdenverkehr heute ganz selbstverständlich zu den ökonomischen Säulen an Rhein und Mosel. Mochten auch schon die ersten englischen Touristen Mitte des 19. Jahrhunderts die idyllische Flusslandschaft rund um Koblenz für sich entdeckt haben, so waren es bis nach dem ersten Weltkrieg – insbesondere an der Mosel – zunächst fast ausschließlich die wenigen größeren Orte und Städte, die einen gewissen finanziellen Nutzen aus dieser langfristigen Entwicklung zogen. Dass die Region insgesamt schlagartig zum beliebten Reiseziel Abertausender Feriengäste avancierte – wobei der Urlauberstrom erst jetzt auch das kleinste Winzerdorf erreichte(!) – ist indes letztlich nichts anderes als ein Erbe des Dritten Reiches! Begünstigt durch den forcierten Wirtschaftsaufschwung nach 1933 – und nicht zuletzt maßgeblich gefördert vom gigantomanischen Organisationsdrang des NS-Regimes – entwickelte sich der Fremdenverkehr erst in den kurzen Friedensjahren des „Tausendjährigen Reiches“ zu einer der entscheidenden wirtschaftlichen Grundlagen in den Weinanbaugebieten des westlichen Grenzlandes.

„Die Ankurbelung des Massentourismus an Rhein und Mosel im Dritten Reich…“, so lautet folgerichtig das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Christof Krieger seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse dieses ungewöhnliche Kapitels der lokalen NS-Geschichte vorstellen möchte. Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe des „Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e.V.“ im Lesesaal des Landeshauptarchivs in Koblenz statt. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

Vortrag von Dr. Christof Krieger, Traben-Trarbach, vor dem Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz am Dienstag, 4. Februar 2020, um 18.00 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz.

Die Familie Mayer-Alberti und die „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und –Export“ – eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

Papierfabrik um 1920

Papierwerk „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und -Export, Coblenz-Lützel“. Kupfertiefdruck. Aus: Johann Jakob Wagner: Coblenz-Ehrenbreitstein. Biographische Nachrichten über einige ältere Coblenzer und Ehrenbreitsteiner Familien. Coblenz 1923, Tafel XVI.

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung ‚Mayer-Alberti-Straße‘ und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen ‚Mayer-Alberti‘?“. Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen…

 

Vortrag von Judith Höhn-Engers vor dem Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz am 3. Dezember 2019

Die Familie Mayer-Alberti. Eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

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Messestand der Firma M. Mayer, Koblenz-Lützel, auf der Mittelrheinischen Industrie-Ausstellung, 1924 (StAK FA 4,9 Nr. 1, Bild 93).

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung Mayer-Alberti-Straße und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen Mayer-Alberti?“ – Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen. Wie zahllose andere jüdische Mitbürger erleidet Familie Mayer-Alberti, die das wirtschaftliche, politische und in vielen Ehrenämtern auch das soziale Leben ihrer Heimatstadt über drei Generationen spürbar mitgestaltet hat, im Jahr 1938 das Schicksal der Zwangsenteignung und Vertreibung durch das nationalsozialistische Terrorregime.

Wie es zum Kontakt mit den Nachfahren der Unternehmerfamilie kam und welche Erkenntnisse ihre nunmehr eineinhalb Jahre andauernde Forschungsarbeit zur Familie und zum Unternehmen Mayer-Alberti inzwischen zutage gebracht hat, schildert Judith Höhn-Engers auf Einladung des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz im Rahmen ihres Vortrags am Dienstag, 3. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz.

#Mayer-Alberti, Familie #Höhn-Engers, Judith

 

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Amerikanische Besatzungssoldaten, im Hintergrund das Fabrikgebäude der Firma M. Mayer, um 1920 (StAK FA 4,7 Nr. 2, Bild 4).

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten 1943/1944

 

2017 erhielt das Stadtarchiv Koblenz einen historisch besonders wertvollen Zugang: Korrespondenz aus dem Nachlass der jüdischen Familie Dr. Isidor gen. Isi Treidel (Mayen 24.1.1887 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz) und Erna Treidel geb. Hecht (Thalheim bei Limburg 2.1.1892 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz). Der Schriftverkehr bildet nun den Bestand N 177. Das Stadtarchiv erschließt derzeit die eindrucksvollen und bewegenden Dokumente und legt hiermit der Öffentlichkeit erste Digitalisate vor. Die Anmerkungen und Transkriptionen sollen das Verständnis des Lesers und den Einsatz in der schulischen Vermittlungsarbeit erleichtern.

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten

SAT.1-Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen vom 27.11.2019

#Treidel, Isidor #Treidel, Erna

Archivpädagogische Angebote zur Ausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“

 

Seit 2015 präsentiert das Stadtarchiv auf Fort Konstantin die Dauerausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“, die jedes Jahr von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet ist. Sie thematisiert nicht nur den Luftkrieg und die Befreiung von Koblenz durch die US-Amerikaner, sondern auch den lokalen Aufstieg der NSDAP und die Alltagsgeschichte der Bevölkerung. Zu sehen sind neben Ausstellungstafeln zahlreiche Fotos und Exponate, es gibt eine Hörstation sowie einen Film über das zerstörte Koblenz. Für Schulklassen können gesonderte Besichtigungstermine vereinbart werden (Frau Rech, Tel. 0261/1334788). Der Besuch ist kostenlos. Es besteht eine gute ÖPNV-Anbindung über die evm-Linien 2/12 und KVG-Linien 620/621, ein barrierefreier Zugang ist vorhanden.

Verschiedene ausstellungsbegleitende sowie vor- und nachbereitende Unterrichtsangebote (Anforderungsbereiche I-III) für Ihre Lerngruppen der Mittel- und Oberstufe finden Sie unten. Bitte beachten Sie, dass der Ausdruck bei einigen Dokumenten im DIN-A3-Format erfolgen muss.

Für Rückfragen, Kritik und Anregungen stehen Ihnen gerne Frau Dr. Petra Weiß (Tel. 0261/129-2642) und Frau Kathrin Schmude (Tel. 0261/129-2644) zur Verfügung.

 

Kreuzworträtsel
Lösung Kreuzworträtsel
Eigene Fragen an die Ausstellung
Eigene Fragen und Antworten für ein Rätsel
Schreibgespräch
Quellenarbeit Erinnerungskultur
Allgemeine Reflektionsaufgabe

 

 

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Erinnerungskultur oder symbolische Politik – Spurensicherung oder Tatortreinigung?

Die Koblenzer Stadtfotografin 2017/18 Isabell Hoffmann hat für ihre Spurensuche zum Thema Nationalsozialismus intensiv im Stadtarchiv geforscht. Im März/April 2018 wurde in der Sparkasse eine Auswahl ihrer Fotos der Öffentlichkeit unter dem Motto „Germania Eck“ präsentiert. Der gleichnamige Katalog zeigt neben den Fotos von Isabell Hoffmann auch eine ganze Reihe historischer Fotos und Pläne aus unseren Beständen. Die stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Petra Weiß, hat als Privatperson einen Essay beigetragen, der sich mit Erinnerungskultur und Symbolpolitik auseinandersetzt.

 

Stadtfotografin

 

Isabell Hoffmann: Germania Eck. Für den Verein Koblenzer Stadtfotograf e. V. hrsg. von Clara Röllinghoff. Bielefeld: Kerber, 2018. ISBN 978-3-7356-0473-6. – 35,– EUR.

www.kerberverlag.com

www.koblenzerstadtfotograf.de

https://stadtarchivkoblenz.wordpress.com/2018/01/12/die-koblenzer-stadtfotografin-2018-isabell-hoffmann/

#Hoffmann, Isabell #Weiß, Petra

Ausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“

 

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Amerikanische Soldaten vor dem Rathaus, 18. März 1945 (StAK FA 2 Nr. 4336).

Die Dauerausstellung „Koblenz im Zweiten Weltkrieg“ im Fort Konstantin geht in die Winterpause und ist letztmalig am Sonntag, 22. Oktober 2017, von 11.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung, die auch als außerschulischer Lernort gedacht ist, befindet sich in den vier Kasematten des nördlichen Erdgeschoss-Flügels von Fort Konstantin (ein barrierefreier Zugang ist vorhanden) und besteht aus folgenden Teilen:

  • Hülle der 1999 in Metternich gefundenen Luftmine,
  • Propellerblatt eines abgeschossenen US-Bombers,
  • 23 Ausstellungstafeln mit jeweils mehreren Abbildungen,
  • vier Vitrinen, zwei Wandnischen und ein Durchgang mit Exponaten,
  • mehrere großformatige Fotoreproduktionen (Leitmotiv Deutsches Eck),
  • Modelle eines amerikanischen und eines britischen Bombers,
  • Hörstation mit einem Tondokument vom März 1945 sowie
  • Film „Koblenz in Trümmern 1946“.

Bei der Konzeption wurde besonderer Wert auf die Einbettung der Thematik in den historischen Kontext gelegt: Um eine Verwechselung von Ursachen und Wirkung auszuschließen, wird zunächst Koblenz im Dritten Reich näher beleuchtet. Dabei liegt wiederum ein Schwerpunkt auf dem Thema Verfolgung. Erst dann wird die eigentliche Thematik aufgegriffen und behandelt. Die Ausstellung profitiert dabei von der Authentizität des Ortes: 1944 wurden die Kasematten zu einem Bunker ausgebaut und im März 1945 beherbergte das Fort das letzte Widerstandsnest der Wehrmacht.

Der Offene Kanal Koblenz e. V. drehte im September 2015 einen Filmbericht über die Ausstellung, der auf Youtube zu sehen ist