Zwischen Klosterleben und Geldhandel – die mittelalterliche Szene der Frauen

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Dieser Vortrag (hier der Link zur PDF-Datei) bildete die Auftaktveranstaltung zu einer insgesamt vier Beiträge umfassenden Vortragsreihe zur Koblenzer Frauengeschichte, veranstaltet von der Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv Koblenz.

 

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Satzungs- und Mitgliederbuch der Elendigenbruderschaft zu Koblenz, 1441-1772

Armenfürsorge war im Mittelalter fast ausschließlich Sache der Kirche. Da Mildtätigkeit allgemein als heilspendend angesehen wurde, bildeten sich religiöse Gemeinschaften mit dem Ziel, Gutes zu tun. Die 1441 bei der Liebfrauenkirche gegründete Koblenzer Elendigenbruderschaft hat ihre Aufgaben am 11. März 1454 in einer Satzung genau festgelegt: Den in Koblenz verstorbenen Armen sollte ein anständiges Begräbnis gegeben werden. Mitglieder der Bruderschaft waren vor allem Geistliche, angeführt vom Trierer Weihbischof. Daneben gab es eine Vielzahl von Laien aus der Koblenzer Bürgerschaft, die als Brüder und Schwestern ebenfalls eingetragen wurden.

 

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Buchmalerei „Ecce homo“, 15. Jahrhundert.

 

Die ausdrucksvolle Darstellung des gegeißelten Christus („Erbärmdemann“, Ecce homo) gehört zu den hervorragenden Werken Koblenzer und mittelrheinischer Buchmalerei.

Pergamenthandschrift, Ledereinband, 123 Blatt, 25,5 x 20 cm. Signatur: StAK 623 Nr. 1374.

 

Literatur:
Josef Mündnich: Das Hospital zu Coblenz. Coblenz 1905, S. 36-50. – Josef Heinsberg: Die Elendenbruderschaft des Mittelalters als soziologisches Phänomen. Köln 1933, S. 6-9 (Edition der Statuten der Koblenzer Elendenbruderschaft). – Große Leute – Kleine Leute. 2000 Jahre Koblenzer Geschichte [Ausstellungskatalog]. Koblenz 1992, S. 60 (mit Abb. S. 85). – Antje Bräcker: Die Elendenbruderschaft Koblenz in der Frühen Neuzeit. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 63 (2011), S. 157-180. – Caritas. Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn. Hrsg. von Christoph Stiegemann. Petersberg 2015, S. 450-451 (Exponatbeschreibung mit Wiedergabe der Buchmalerei aus StAK 623 Nr. 1374).