„Die Stadt ist ein einziges Trümmerfeld.“ Dokumente der Nachkriegszeit in Wort und Bild

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Programm des Stadttheaters Koblenz, Dezember 1945 (StAK P Nr. 185).

Vortrag von Dr. Petra Weiß und Michael Koelges (Stadtarchiv Koblenz) im Rahmenprogramm zu der Ausstellung „Mut zur Freiheit. Informel aus der Sammlung Anna und Dieter Grässlin.“ Donnerstag, 6. Juli 2017, 19 Uhr, Mittelrhein-Museum Koblenz, Zentralplatz 1. Kosten: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Schüler und Studierende haben freien Eintritt

Das Stadtarchiv besitzt einen reichen Schatz an Zeugnissen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit in Koblenz. Im Vortrag werden Film-, Bild- und Schriftdokumente in Zusammenhang gebracht. Dabei kommen persönliche Erinnerungen ebenso zur Sprache wie offizielle Verlautbarungen, Plakate und Zeitungen. So eröffnet sich ein vielfältiges Panorama, in dem neben den Alltagssorgen auch die Energie des Aufbruchs in Kultur und Gesellschaft deutlich wird.

 

 

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Kaiserin Augusta in Koblenz

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Kaiserin Augusta und Kaiser Wilhelm I. vor der Trinkhalle in den Rheinanlagen, 1887 (StAK FA 4,1 Nr. 1, Bild 52; Foto: Otto Kilger).

 

Im Herbst und Winter 2016/2017 befassen sich zwei Ausstellungen mit dem Wirken von Kaiserin Augusta in Koblenz. Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/Rheinische Landesbibliothek präsentiert einen Querschnitt durch die öffentliche Bibliothek im Kurfürstensaal des Kurfürstlichen Schlosses und die erhaltenen „Schätze“ dieser Sammlung, die als Dauerleihgabe der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz seit 2010 in der Rheinischen Landesbibliothek verwahrt werden. Das Mittelrhein-Museum Koblenz zeigt Bilder, Zeichnungen und Objekte aus dem Besitz der Kaiserin, die bis heute im Bestand des Museums überdauert haben. Ergänzend dazu werden Bücher aus dem persönlichen Besitz Augustas, die sich heute in der Klosterbibliothek Maria Laach und in der Stadtbibliothek Koblenz befinden, zu sehen sein.

Zu den Ausstellungen erscheint ein Begleitband:

dem Besuch der Stadtbewohner und der Fremden stets zugänglich … . Kunstwerke und Bücher aus dem Besitz der Augusta. Koblenz: LBZ, 2016 (Schriften des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz 13). – Mit Beiträgen von Jens Fachbach, Claudia Heitmann, Barbara Koelges, Michael Koelges, Erik Lommatzsch und Armin Schlechter.

Flyer zu den Ausstellungen

#Augusta, dt. Kaiserin #Wilhelm I., dt. Kaiser

 

Bilder über Bilder. Das Rademachersche Haus Am Plan 14

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„Gemählde Verzeichniß des Radermacherischen Hauses“ (wohl 1792). – Ausschnitt aus StAK KH 250 Nr. 1, S. 1.

 

Die Geschichte des Hauses „Zum Kaiser“ (alte Hausnummer 620, heute Am Plan 14) reicht bis in das Jahr 1534 zurück, als der Ratsgenosse (Mitglied des Stadtrats) Johann von Merl als Hauseigentümer nachweisbar ist (vgl. Koblenzer Häuserbuch, Am Plan 14). 1688, zu Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges, wurde das Haus bei der Beschießung der Stadt durch französische Truppen unter Marschall Boufflers zerstört und um das Jahr 1700 wieder aufgebaut. Von 1764 bis 1770 befand es sich im Besitz des kurtrierischen Geheimrats, Oberkriegsdirektors und Vizekanzlers Hubert Miltz; 1792 gelangte es in den Besitz seines Schwiegersohns, des kurtrierischen Geheimrats Johann Jakob Rademacher.

Die Inneneinrichtung des Hauses war nach der Schilderung von Fritz Michel aus dem Jahr 1908 zum damaligen Zeitpunkt noch nahezu originalgetreu erhalten. Michel schildert die Aufteilung der mit reich ornamentierten Stuckdecken verzierten Räume im Obergeschoss, die er dem Stuckateur Michael Eytel zuschreibt, und beschreibt dabei auch einige Gemälde des 18. Jahrhunderts, darunter solche von der Hand des Malers Januarius Zick. Auf den beigegebenen Fotos (Michel, vor S. 101 sowie S. 103) sind einige der Gemälde im Hintergrund zu erkennen.

 

Michel_Mitt_RhVDH_1908_2_vor_S_101

Michel_Mitt_RhVDH_1908_2_S_103

 

Kürzlich kam im Stadtarchiv bei Revisionsarbeiten ein „Gemählde Verzeichniß“  ans Licht, das mutmaßlich aus Anlass der Inbesitznahme des Hauses „Zum Kaiser“ durch Rademacher aufgesetzt wurde (jetzt StAK KH 250 Nr. 1). Auf drei Folioseiten werden unter 81 Positionen insgesamt  147 Bilder zusammengestellt. Neben knappen Angaben zum Titel oder zumindest zum Genre sowie – bei ungefähr der Hälfte der Stücke – zum jeweiligen Künstler sind der Liste auch Informationen zur Größe der Gemälde (Höhe mal Breite in Fuß und Zoll) und zum geschätzten Wert in Florin (Gulden) und Albus (trierischer Weißpfennig) zu entnehmen. Michel nimmt an, dass sich der Besitzer des Hauses vom Kunstsinn des Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff anstecken ließ: „Der ‚Geheimbde Rath‘ Miltz war einer der hervorragendsten Beamten jener Zeit und gehörte zu den Vertrauten Johann Philipps, den letzterer öfter mit seinem Besuche beehrte. Dann soll der hohe Herr in jenem Saale dem Schachspiel gehuldigt haben. Der Kunstsinn des Fürsten und seine Vorliebe für Schmuck, schöne Möbel und dergleichen übertrug sich auch auf seine Umgebung“ (Michel, S. 104). Und dieser kurfürstliche Kunstsinn sorgte letztendlich wohl auch dafür, dass zu Ende des 18. Jahrhunderts die möglicherweise bedeutendste private Gemäldesammlung von Koblenz zusammengetragen wurde.

 

Quellen

Fritz Michel: Ein Saalbau der Rokokozeit. In: Mitteilungen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz 2 (1908), Heft 2, S. 101-105.

Fritz Michel: Die Zerstörung der Stadt Koblenz in den Kriegsjahren 1944-1945. In: Koblenz an Rhein und Mosel. Das Stadtbild einst und jetzt. Hrsg. von Karl August Müller. Koblenz 1949, S. 60-101, hier S. 84.

Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen Denkmäler und die Vororte. Bearb. von Fritz Michel. München, Berlin 1986, S. 237-240.

 

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