Neuerscheinung: Familie und Bankhaus Seligmann in Koblenz und Köln

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Ulrich Offerhaus: Familie und Bankhaus Seligmann in Koblenz und Köln. Familie Seligmann – jüdische Viehhändler und französische Citoyens, preußische Bankiers und „jüdische Mischlinge“. Koblenz: Sokrates & Freunde, 2016. – 463 S., Ill. ISBN 978-3-9814234-9.5. – 34,90 EUR.

Klappentext und Inhaltsverzeichnis

#Seligmann, Familie

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Peter Joseph Osterhaus – ein deutsch-amerikanisches Leben

Osterhaus

US-Brigadegeneral Peter Joseph Osterhaus, 1863.

Der 1849 in die Vereinigten Staaten emigrierte Koblenzer Peter Joseph Osterhaus zählte seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu den angesehensten Deutsch-Amerikanern. Als Offizier der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) leiteten ihn die gleichen Ideale, die bereits sein aktives Eintreten für Demokratie und Menschenrechte während der badischen Revolution 1848/49 bestimmt hatten. Mit dieser eindeutigen Stellungnahme schuf Osterhaus Gemeinsamkeiten, die auch heute noch den positiven Teil der nicht immer unbelasteten deutsch-amerikanischen Beziehungen ausmachen.

Peter Kleber: Peter Joseph Osterhaus. Ein deutsch-amerikanisches Leben

#Osterhaus, Peter Joseph

Villa Osterroth, Mainzer Straße 70

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Villa Osterroth, Mainzer Straße 70, um 1914 (Foto Max Rupricht, StAK FA 1-06 Mainzer Straße).

Die Villa Osterroth, 1875 im Landhausstil an der Mainzer Chaussee errichtet (ab 1894 Mainzer Straße 70), war von einem kleinen Landschaftspark umgeben, von dem heute nur noch eine einzelne Säule übrig ist:

Rätsel um Säule an der Ludwigstraße gelöst!

Koblenzer Häuserbuch

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Koblenzer Häuserbuch
Herr Manfred Gillissen hat in jahrzehntelanger, mühevoller Forschungstätigkeit eine umfangreiche Materialsammlung zusammengetragen, die die Geschichte der Koblenzer Profanbauten (Wohnhäuser, Adelssitze, Wirtschaftsgebäude etc.) zum Teil bis zurück in die Zeit des Hochmittelalters dokumentiert. Seine überarbeiteten Exzerpte aus Archivalien des Stadtarchivs Koblenz, des Landeshauptarchivs Koblenz sowie weiterer staatlicher und Familienarchive hat Herr Gillissen freundlicherweise dem Stadtarchiv überlassen mit der Erlaubnis, sie im Internet zu publizieren. Somit steht nunmehr ein reicher stadt- und baugeschichtlicher, aber auch genealogischer und sozialgeschichtlicher Fundus zur Verfügung, dessen Wert für die Koblenzer Lokalgeschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Das Stadtarchiv wird in den kommenden Monaten das Material nach und nach veröffentlichen.
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Dilbecker-Plan, 1794  (StAK K Nr. 279).

Die Informationen zu den einzelnen Häusern werden straßenweise in PDF-Dateien zusammengefasst. Die Erfassung erfolgt auf der Grundlage des sogenannten Dilbecker-Plans (StAK K Nr. 279) mittels eines einfachen Schemas, dessen Aufbau sich dem Benutzer rasch erschließt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Material durch historische und/oder aktuelle Fotos der jeweiligen Gebäude veranschaulicht werden. Ergänzend tritt ein Überblick über die bereits erfassten Häuser hinzu, außerdem ein Glossar, ein Abkürzungsverzeichnis sowie ein Quellen- und Literaturverzeichnis.
Kritik und Verbesserungsvorschläge nimmt das Stadtarchiv gern unter der E-Mail-Adresse stadtarchiv@stadt.koblenz.de entgegen.
Häuser nach Straßen:
Altengraben (in Arbeit)
Am Plan (komplett)
Auf der Danne (komplett)
Entenpfuhl (in Arbeit)
Florinspfaffengasse (komplett)
Görgenstraße (in Arbeit)
Kastorgasse (in Arbeit)
Kornpfortstraße (komplett)
Löhrstraße (komplett)
Unterm Stern (komplett)
Gegenüberstellung der alten, von ca. 1769 bis 1851 verwendeten, und der seit 1851 gültigen Hausnummern:
Zwei ältere Aufsätze befassen sich mit Koblenzer Häusernamen und Hausschildern:
Georg Reitz: Häuserbezeichnungen im alten Coblenz. In: Mittelrheinische Geschichtsblätter 1 (1920), Nr. 12, S. 7;
Georg Reitz: Ehemalige Koblenzer Hausschilder. In:

Das Einwohnerverzeichnis von 1818

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Formularkopf des Einwohnerverzeichnisses von 1818, hier Haus Nr. 802 in der Weißer Gasse (StAK 623 Nr. 2166, S. 198).

 

Die Einwohner der Stadt Koblenz im Jahr 1818

Das Einwohnerverzeichnis von 1818 ermöglicht einen Einblick in die Sozialstruktur der Koblenzer Bevölkerung zu Beginn der preußischen Zeit. Leider ist es nicht vollständig überliefert, doch sind hier mit knapp 8500 Personen ca. 83 Prozent der damaligen Koblenzer Bevölkerung dokumentiert, die sich auf rund 10.300 Einwohner belief. Hier können einzelne Namen recherchiert werden, was sicherlich für Familienforscher interessant ist. Darüber hinaus lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch sozial-, wirtschafts- und bevölkerungsgeschichtliche Fragestellungen beantworten. Die teilweise beengten und unhygienischen Wohnverhältnisse veranschaulicht die Tatsache, dass sich im am dichtesten besiedelten Gebäude der Stadt, dem Haus Nr. 264 in der Kastorgasse, sage und schreibe 46 Menschen drängten. Die Angaben zu Konfession, Geburtsjahr, Beruf, Kinderzahl und Herkunft lassen Rückschlüsse auf Wanderungsbewegungen oder Stadt-Umland-Beziehungen zu.

Das Einwohnerverzeichnis umfasste ursprünglich sieben Bände, wobei der zweite Band nicht überliefert ist. Die einzelnen Straßen und Hausnummern verteilen sich auf die sechs erhaltenen Bände wie folgt:

StAK 623 Nr. 2166: 188 Häuser.

Enthält: Alte Burg (Nr. ½, 1), Altengraben (Nr. 2-18, 743-749, 749½, 750-759, 765-770), An der Moselbrücke (Nr. 828, 829/830, 831-833), Weißer Gasse (Nr. 771-778, 781-783, 785-789, 791-797, 797½, 798-801, 801½, 802-804, 806, 808, 808½, 809-812, 814-815, 817-827, 982, 984), Kaltenhof (Nr. 760-764), Wöllersgasse (Nr. 711-732), Am Plan (Nr. 627), Löhrstraße (Nr. 628-629, 631-641, 665-672, 675-676, 688/689, 690-693, 693¼, 694-695, 695¼ , 695½, 696-701, 701½, 702-710, 733-742), Marktstraße (Nr. 18-19).

StAK 623 Nr. 2167: 128 Häuser.

Enthält: Görgenstraße (Nr. 518-530, 556-557, 559-574, 574½, 575-581, 583-590, 594-598, 600-610), Rheingäßchen (Nr. 531-536, 536½, 537-548, 550-555, 994-997), Pfuhlgasse (Nr. 642-646, 648-654, 656-659, 659½, 660-664), Altlöhrtor (677-681, 682, 682 a-d, 683-687).

StAK 623 Nr. 2168: 96 Häuser.

Enthält: Marktstraße (Nr. 128), Am Plan (Nr. 129-132, 134-135, 612-626), Entenpfuhl (Nr. 136-148, 151-152, 494-495, 503-516), Braugasse (Nr. 149-150), Kornpfortstraße (Nr. 153-156, 158-160, 176-180, 192-202, 205-207), Unterm Stern (Nr. 181-183, 183½, 184, 188-189), Jesuitengasse (Nr. 496-501), Görgenstraße (Nr. 517, 611).

StAK 623 Nr. 2169: 143 Häuser.

Enthält: Kastorgasse (Nr. 245-258, 260-266, 268-274, 276-285, 285¼, 285½, 286, 286½, 287-293, 297-303, 303½, 304, 304½, 305-315, 315½, 315¾, 316, 319, 321-366, 368), Schwanenpforte (Nr. 369-370), Kastorhof (Nr. 371-375, 377-383, 385-387, 411-415), Moselstraße (Nr. 376).

StAK 623 Nr. 2170: 106 Häuser.

Enthält: Firmung (Firmungstraße, Nr. 208-225, 398-406, 473-486, 489-493); Nagelsgasse (Nr. 226-244, 396-397); Zollstraße (Rheinzollstraße, Nr. 416-419, 833, 839-844); Kastorpfaffengasse (Kastorpfaffenstraße, Nr. 408-410); Rheinstraße (Nr. 420-424, 426-430, 432, 435, 438-439, 849-855); Jesuitenplatz (Nr. 486½, 487-488), Paradeplatz (Nr. 455).

StAK 623 Nr. 2171: 67 Häuser.

Enthält: Vogelsang (Nr. 443-449, 845-848); Neustadt (Nr. 848½, 856, 997-1034); Paradeplatz (Nr. 456, 458-472).

Der fehlende zweite Band umfasste folgende Straßen und Hausnummern:

Marktstraße (Nr. 20-22, 43-44, 60-66, 90, 114-127), Altenhof (Nr. 23-42), Münzplatz (Nr. 45-47), Judengasse (Münzstraße, Nr. 48-50, 50 a, 52-59), Burgstraße (Nr. 50 b, 51), Gemüsegasse (Nr. 67-71, 71 a, 83-84, 87-89), Fruchtmarkt (Florinsmarkt, Nr. 72-82, 99-101, 171-174), Etzegäßchen (Nr. 85-86), Mehlgasse (Nr. 91-98, 102-113), Florinspfaffengasse (Nr. 161-170), Rheinstraße (Nr. 440, 450-454), Karmeliterstraße (Nr. 441), Vogelsang (Nr. 442, alter Festungsschirrhof), Weißer Gasse (Nr. 779-780, 985), Rheinzollstraße (Nr. 834-838, Geimer- oder Gäumergäßchen, 1827 abgebrochen), Schanzenpfortmauer (857-885), Wasserturmsmauer (Nr. 886-925, 986-993), Altlöhrtor (Nr. 926-930), Kleinschmittsgäßchen (Nr. 931-938), Seilerwall (Nr. 939-981).

Das Einwohnerverzeichnis wurde von Anfang bis Ende fortlaufend in eine Excel-Tabelle übertragen (siehe untenstehenden Link), die folgende Spalten umfasst:

A = ID-Nr. (Identifikationsnummer)

B = Name, Vorname

C = Straße

D = Hausnr.

E = Stand/Beruf

F = Geburtsdatum

G = Geburtsort

H = Konfession

I = Ehepartner/in

J = StAK 623 Nr., Seite (Quellenangabe)

K = Bemerkungen.

Die ID-Nr. (erste Spalte) korrespondiert mit der Quellenangabe (Signatur, aufsteigende Seitenzahl). Die Tabelle lässt sich nach den einzelnen Spalten sortieren, wobei der Zusammenhalt der jeweiligen Familien durch die Sortierung nach ID-Nr. oder Quellenangabe gewährleistet ist.

Wichtig:

Die Angabe der ID-Nr. meint nicht die automatisch vom Programm vergebene Zeilennummer ganz links, sondern die Zählung in der Spalte A. Während sich die vom Programm vergebene Zeilennummer bei Umsortierungen der Tabelle ändert, ist die ID-Nr. ein manuell vergebenes, unabänderliches Identifikationsmerkmal für die jeweilige Zeile bzw. Person.

Abkürzungen:

[] = Ergänzungen etc. des Bearbeiters

ev.= evangelisch

geb. = geboren

geh. = geheiratet

gest. = gestorben

isr. = israelitisch

jüd. = jüdisch

kath. = katholisch

LHA Ko = Landeshauptarchiv Koblenz

luth. = lutherisch

N. N. = Nomen nescio, hier fehlender Vor- und/oder Nachname

StAK = Stadtarchiv Koblenz

verh. = verheiratet

verw. = verwitwet.

 

Die Zuordnung der Hausnummern zu den jeweiligen Straßen richtet sich nach der Hausnummernkonkordanz von 1852 unter Abgleichung mit dem Dilbecker-Plan von 1794 (StAK K Nr. 279) und dem sogenannten Adressbuchplan von 1840 (StAK K Nr. 213). So wird beispielsweise das Haus Nr. 627 nicht, wie in der Vorlage angegeben, zur Löhrstraße, sondern zum Plan gerechnet. Seitengässchen, die in der Hausnummernkonkordanz von 1852 als Straßennamen genannt sind, werden in eckigen Klammern hinter dem Straßennamen angegeben; Beispiel: Altengraben [Korallengäßchen]. Die Zuordnung einzelner Hausnummern zu diesen Seitengässchen erfolgt nach den Angaben in der Hausnummernkonkordanz von 1852 sowie der Aufstellung der Koblenzer Straßennamen bei Max Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz 1814-1914. Koblenz 1922, S. 181-185; vgl. http://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/6355.

Einzelne Personen, die aufgrund von Verweisen (Umzügen) mehrfach auftauchen (ca. 50), wurden wegen des hohen Korrekturaufwandes nicht zusammengeführt. Die ID-Nr. ist also um ca. 50 größer als die Anzahl der in der Datei erfassten Personen.

Vornamen erscheinen in vereinheitlichter (heutiger) Schreibweise: Josef statt Joseph, Stefan statt Stephan, Kaspar statt Caspar, Karl statt Carl, Bernhard statt Bernard, Georg statt Goerg etc. Bekannte Familiennamen werden ebenfalls vereinheitlicht: Longard statt Lungard, Görres statt Goerres, Schaaffhausen statt Schaffhausen, Schuy statt Schuhi, Pottgeißer statt Pottgießer usw.

In der Spalte Stand/Beruf erscheinen die Standes- vor den Berufsbezeichnungen; Beispiel: Witwe, Näherin; Witwer, Metzgermeister. Bei den Berufsbezeichnungen werden aus Gründen der Vereinheitlichung Fleischer durchgehend als Metzger, Wirte, Bierwirte, Schankwirte, Weinwirte etc. oder „Gastgeber“ als Gastwirt, unspezifische Handelsleute, Materialisten etc. als Kaufmann, Doktoren der Medizin etc. als Arzt, Schuster als Schuhmacher, Häfner als Töpfer, Leyendecker, Leiendecker etc. als Dachdecker, Weingärtner als Winzer, Wagner als Stellmacher, Kutscher als Fuhrmann, Studiosi als Student und Dienstmägde als Magd bezeichnet. Die Bezeichnung im Original wird dahinter in eckigen Klammern und Anführungszeichen vermerkt; Beispiel: Gastwirt [„Gastgeber“]. Durch die Anwendung der neuen Rechtschreibung wird aus dem Kammacher ein Kammmacher.

Beim Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr ist von einer verhältnismäßig hohen Fehlerquote auszugehen, wie Stichproben ergeben haben. Bei einigen wenigen Personen, deren genaues Geburtsdatum aus anderen Quellen – etwa Zivilstandsregistern – bekannt ist, wurde das korrekte Datum vermerkt; die Angabe der Vorlage erscheint in eckigen Klammern und Anführungszeichen: 1817-05-31 [„1816“].

Bei den Ortsnamen erfolgt die Angabe in der heutigen Form: Kretz [„Kratz“], Leutesdorf [„Leudersdorff“], Montabaur [„Montebor“], Engers [„Zollengers“] etc.

 

Das Einwohnerverzeichnis von 1818

 

 

Die Straßennamen der Stadt Koblenz

Straßenschild_Burgstraße

 

Die Straßennamen der Stadt Koblenz (PDF-Datei, 1,2 MB)

 

Straßennamen sind nicht nur für die Ermittlung aktueller und historischer Adressen eine unerlässliche Informationsquelle – gerade Familien- und Heimatforscher nutzen Straßenbezeichnungen für ihre Recherchen -, sondern auch Gegenstand der Orts-, Stadtgeschichts- und Namenforschung. Die vorliegende Dokumentation entstand daher nicht zufällig aus einer Ergebnissammlung für die Beantwortung häufiger Anfragen zu Koblenzer Personen und Bauten, bei denen Kenntnisse über die vormalige Benennung der Straßen eine wichtige Voraussetzung für weitere Auskünfte sind. Sie wird fortlaufend ergänzt und beruht vorwiegend auf Quellen, die im Stadtarchiv vorgehalten werden, also historischen Unterlagen und Veröffentlichungen, städtischem Verwaltungsschriftgut und einschlägiger Literatur.

Die Zuständigkeit für Straßen und Wege lag bis 1945 bei der staatlichen Polizeidirektion bzw. dem staatlichen Polizeipräsidenten. Ausdruck dieser Verwaltungstätigkeit waren die Straßenpolizeiverordnungen, in denen das Verhalten auf öffentlichen Wegen genau geregelt war, und die Benennung von Straßen. Heute schlägt der beim Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement angesiedelte Ausschuss für Straßenbenennungen neue Straßennamen vor, über deren endgültige Vergabe der Stadtrat entscheidet.

Bei Nachforschungen in Archiven werden in manchen Fällen gerade die zeitgenössischen Straßenbezeichnungen zu Stolperfallen. Straßennamen gab es zwar bereits in der Römerzeit, allgemein üblich wurden sie aber erst mit der sprunghaften Entwicklung der Städte im Spätmittelalter. Dabei richteten sie sich in der Regel nach den lokalen Gegebenheiten. Die meisten der überlieferten Straßennamen in den alten Stadtkernen sind daher sprechende Namen, die viel über die damaligen Verhältnisse aussagen: über die städtische Topographie, die Namen bekannter Häuser und Anwohner, deren Handwerk und Gewerbe oder ihren sozialen Status. Ebenso lässt sich an den Namen ablesen, welche Straßen eher gemieden wurden – besonders in städtischen Randgebieten existierten „No-go-Areas“ schon in früheren Zeiten, z. B. der Seilerwall, die Wasserturmsmauer oder das Geimergäßchen.

Die überlieferten Koblenzer Straßennamen reichen zum Teil bis ins Mittelalter zurück. Gerade in der Altstadt beziehen sich nicht wenige der Bezeichnungen auf frühere Straßenzüge, Stadttore, Kirchen und Märkte, oder sie geben Auskunft über bekannte Häuser, Generationen von Bewohnern und deren Berufe. Darunter fallen etwa der Altengraben, die Kornpfortstraße, die Kastorpfaffenstraße, der Florinsmarkt, der Wöllershof, die Mehlgasse oder die Braugasse. In den damals vor den Stadtmauern gelegenen Wohn- und Siedlungsplätzen trifft man hingegen häufiger auf alte Flurnamen und erhält Hinweise zur ehemals landwirtschaftlichen Nutzung als Garten, Weide oder Wingert: das Bienenstück in Metternich, Am Witgarten im Rauental, Auf dem Sande in Pfaffendorf oder die Nahlkammer in Moselweiß legen hiervon Zeugnis ab.

Um 1800 bestand Koblenz noch aus der Altstadt innerhalb der Stadtmauern, dem Kurfürstlichen Schloss und den angrenzenden Straßen der Neustadt. Erst nach 1890 gab es merklichen Zuwachs durch die Bebauung außerhalb der aufgelassenen Festungswälle und um das Gelände des neuen Hauptbahnhofs. Die Stadterweiterung erforderte schließlich neue Verkehrsführungen, was die Verbreiterung einzelner Wege oder ihre Verlegung an andere Stelle erforderlich machte. In diesem Zusammenhang wurden einige bereits bestehende Straßen umbenannt – manchmal auch mehrfach -, so dass die Identifizierung älterer Adressen oder Gebäude gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt. In französischer Zeit (1794-1813) erhielten die Straßen französische Namen, meistenteils durch einfache Übersetzung, z. B. „rue farine“ für die Mehlgasse.

Mit der Entstehung der Mittel- und Großstädte im 19. Jahrhundert kam die planmäßige Vergabe von Straßennamen auf. Sie fällt in eine Zeit großer topographischer Veränderungen, in denen breite Verkehrsstraßen angelegt und Stadtmauern abgetragen wurden. Man benötigte Platz für öffentliche und gewerbliche Bauten, Wohnhäuser, Bahnhöfe, Industrie- und Gewerbeflächen. Diese allgemeine Entwicklung brachte auch in Koblenz bedeutende Umwälzungen mit sich. Straßenumlegungen und -verbreiterungen kamen zwar nur langsam voran, dafür vollzog sich die Bebauung außerhalb der alten Befestigungen, besonders in der heutigen Südstadt, umso rascher.

Seit der Französischen Revolution wurden auch Umbenennungen von Straßen üblich, die durch geänderte Herrschaftsverhältnisse oder den wechselnden politischen Zeitgeist bedingt waren. Straßen, Plätze und Brücken werden seither auch nach Ereignissen, abstrakten Werten oder Staatsformen benannt und dienen nicht zuletzt dazu, diverse Persönlichkeiten durch deren Namenspatenschaft zu ehren. In Koblenz ist dies etwa an Benennungen wie Bismarckstraße, Moltkestraße oder Lennéstraße erkennbar. Bezeichnungen wie Engelsweg und Hasenpfad knüpfen hingegen an frühere Anwohner oder alte Flurbezeichnungen an. Die Koblenzer Bürger nahmen dabei durchaus Einfluss auf die Namenswahl. So beantragten etwa mehrere Anwohner im Jahr 1859, die Judengasse in Münzstraße umzubenennen, ein Ansinnen, das indessen erst 1886 umgesetzt wurde. Die Schanzenpfortstraße erhielt einen neuen Namen, weil sich die Bezeichnung Poststraße wohl schon seit Längerem durchgesetzt hatte.

Politisch motivierte Umbenennungen herrschten gerade in der Zeit von 1933 bis 1948 vor. Beispiele wie das SA-Ufer (Kaiserin-Augusta-Anlagen) sprechen für sich. Aber auch die Eingemeindungen von 1937 machten Neubenennungen nötig, um Mehrfachbezeichnungen wie z. B. mehrere Bahnhofstraßen oder Kirchstraßen im nunmehr vergrößerten Stadtgebiet zu vermeiden. Auf diese Weise erfuhren einige Straßen wiederholte Umbenennungen: Die 1905 so benannte Kronprinzenstraße erhielt 1930 nach dem im Jahr zuvor verstorbenen deutschen Außenminister ihren neuen Namen Stresemannstraße. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten plante man, den Gauleiter der NSDAP zu ehren, indem man den Straßennamen in Gustav-Simon-Straße ändern wollte, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Stattdessen hieß die Straße seit 1933 nach einem getöteten Hitlerjungen Wilhelmistraße. 1948 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, die Straße wieder in Stresemannstraße umzubenennen. Solche Beispiele machen nicht zuletzt den Nutzen eines historischen Straßenamenverzeichnisses deutlich.

 

Die Straßennamen der Stadt Koblenz (PDF-Datei, 1,2 MB)

Die Auswandererdatei des Stadtarchivs

Aufruf an Auswanderungslustige Coblenzer Tageblatt 1849-02-11

„Aufruf an Auswanderungslustige!“ Anzeige im Coblenzer Tageblatt vom 11. Februar 1849.

 

Bislang (Stand 12. Nov. 2015) konnten 1751 Auswanderer aus Koblenz und den eingemeindeten Stadtteilen namentlich ermittelt werden. Diese Zahl spiegelt aber bei Weitem nicht das tatsächliche Aufkommen wider, weil eine hohe Dunkelziffer von Auswanderungen ohne Wissen und Konsens der staatlichen Behörden erfolgte. Der Untersuchungsraum von 1738 bis 1967 ergibt sich aus dem vorhandenen Quellenmaterial. Die zeitgenössischen statistischen Quellen zum Aufwanderungsaufkommen für die Stadt Koblenz zeigen, dass Erhebungen entweder gar nicht oder nur sporadisch durchgeführt wurden beziehungsweise Zahlen nicht bekannt waren. Um genauere Rückschlüsse über die Auswirkungen der Auswanderung auf das soziale Gefüge der Stadt Koblenz zu ziehen, sind sicherlich weitere Untersuchungen notwendig. Weitere Informationen finden Sie hier:

Auswanderung aus Koblenz