Peter Joseph Osterhaus – ein deutsch-amerikanisches Leben

Osterhaus

US-Brigadegeneral Peter Joseph Osterhaus, 1863.

Der 1849 in die Vereinigten Staaten emigrierte Koblenzer Peter Joseph Osterhaus zählte seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu den angesehensten Deutsch-Amerikanern. Als Offizier der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) leiteten ihn die gleichen Ideale, die bereits sein aktives Eintreten für Demokratie und Menschenrechte während der badischen Revolution 1848/49 bestimmt hatten. Mit dieser eindeutigen Stellungnahme schuf Osterhaus Gemeinsamkeiten, die auch heute noch den positiven Teil der nicht immer unbelasteten deutsch-amerikanischen Beziehungen ausmachen.

Peter Kleber: Peter Joseph Osterhaus. Ein deutsch-amerikanisches Leben

#Osterhaus, Peter Joseph

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Villa Osterroth, Mainzer Straße 70

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Villa Osterroth, Mainzer Straße 70, um 1914 (Foto Max Rupricht, StAK FA 1-06 Mainzer Straße).

Die Villa Osterroth, 1875 im Landhausstil an der Mainzer Chaussee errichtet (ab 1894 Mainzer Straße 70), war von einem kleinen Landschaftspark umgeben, von dem heute nur noch eine einzelne Säule übrig ist:

Rätsel um Säule an der Ludwigstraße gelöst!

Koblenzer Häuserbuch

häuser

Koblenzer Häuserbuch
Herr Manfred Gillissen hat in jahrzehntelanger, mühevoller Forschungstätigkeit eine umfangreiche Materialsammlung zusammengetragen, die die Geschichte der Koblenzer Profanbauten (Wohnhäuser, Adelssitze, Wirtschaftsgebäude etc.) zum Teil bis zurück in die Zeit des Hochmittelalters dokumentiert. Seine überarbeiteten Exzerpte aus Archivalien des Stadtarchivs Koblenz, des Landeshauptarchivs Koblenz sowie weiterer staatlicher und Familienarchive hat Herr Gillissen freundlicherweise dem Stadtarchiv überlassen mit der Erlaubnis, sie im Internet zu publizieren. Somit steht nunmehr ein reicher stadt- und baugeschichtlicher, aber auch genealogischer und sozialgeschichtlicher Fundus zur Verfügung, dessen Wert für die Koblenzer Lokalgeschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Das Stadtarchiv wird in den kommenden Monaten das Material nach und nach veröffentlichen.
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Dilbecker-Plan, 1794  (StAK K Nr. 279).

Die Informationen zu den einzelnen Häusern werden straßenweise in PDF-Dateien zusammengefasst. Die Erfassung erfolgt auf der Grundlage des sogenannten Dilbecker-Plans (StAK K Nr. 279) mittels eines einfachen Schemas, dessen Aufbau sich dem Benutzer rasch erschließt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Material durch historische und/oder aktuelle Fotos der jeweiligen Gebäude veranschaulicht werden. Ergänzend tritt ein Überblick über die bereits erfassten Häuser hinzu, außerdem ein Glossar, ein Abkürzungsverzeichnis sowie ein Quellen- und Literaturverzeichnis.
Kritik und Verbesserungsvorschläge nimmt das Stadtarchiv gern unter der E-Mail-Adresse stadtarchiv@stadt.koblenz.de entgegen.
Häuser nach Straßen:
Altengraben (in Arbeit)
Am Plan (komplett)
Auf der Danne (komplett)
Entenpfuhl (in Arbeit)
Florinspfaffengasse (komplett)
Görgenstraße (in Arbeit)
Kastorgasse (in Arbeit)
Kornpfortstraße (komplett)
Löhrstraße (komplett)
Unterm Stern (komplett)
Gegenüberstellung der alten, von ca. 1769 bis 1851 verwendeten, und der seit 1851 gültigen Hausnummern:
Zwei ältere Aufsätze befassen sich mit Koblenzer Häusernamen und Hausschildern:
Georg Reitz: Häuserbezeichnungen im alten Coblenz. In: Mittelrheinische Geschichtsblätter 1 (1920), Nr. 12, S. 7;
Georg Reitz: Ehemalige Koblenzer Hausschilder. In:

Das Einwohnerverzeichnis von 1818

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Formularkopf des Einwohnerverzeichnisses von 1818, hier Haus Nr. 802 in der Weißer Gasse (StAK 623 Nr. 2166, S. 198).

 

Das Einwohnerverzeichnis von 1818 ermöglicht einen Einblick in die Sozialstruktur der Koblenzer Bevölkerung zu Beginn der preußischen Zeit. Leider ist es nicht vollständig überliefert, doch sind hier mit knapp 8500 Personen ca. 83 Prozent der damaligen Koblenzer Bevölkerung dokumentiert, die sich auf rund 10.300 Einwohner belief. Hier können einzelne Namen recherchiert werden, was sicherlich für Familienforscher interessant ist. Darüber hinaus lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch sozial-, wirtschafts- und bevölkerungsgeschichtliche Fragestellungen beantworten. Die teilweise beengten und unhygienischen Wohnverhältnisse veranschaulicht die Tatsache, dass sich im am dichtesten besiedelten Gebäude der Stadt, dem Haus Nr. 264 in der Kastorgasse, sage und schreibe 46 Menschen drängten. Die Angaben zu Konfession, Geburtsjahr, Beruf, Kinderzahl und Herkunft lassen Rückschlüsse auf Wanderungsbewegungen oder Stadt-Umland-Beziehungen zu.

Das Einwohnerverzeichnis von 1818

 

 

Die Straßennamen der Stadt Koblenz

Straßenschild_Burgstraße

 
Straßennamen sind nicht nur für die Ermittlung aktueller und historischer Adressen eine unerlässliche Informationsquelle – gerade Familien- und Heimatforscher nutzen Straßenbezeichnungen für ihre Recherchen -, sondern auch Gegenstand der Orts-, Stadtgeschichts- und Namenforschung. Die vorliegende Dokumentation entstand daher nicht zufällig aus einer Ergebnissammlung für die Beantwortung häufiger Anfragen zu Koblenzer Personen und Bauten, bei denen Kenntnisse über die vormalige Benennung der Straßen eine wichtige Voraussetzung für weitere Auskünfte sind. Sie wird fortlaufend ergänzt und beruht vorwiegend auf Quellen, die im Stadtarchiv vorgehalten werden, also historischen Unterlagen und Veröffentlichungen, städtischem Verwaltungsschriftgut und einschlägiger Literatur.

Die Zuständigkeit für Straßen und Wege lag bis 1945 bei der staatlichen Polizeidirektion bzw. dem staatlichen Polizeipräsidenten. Ausdruck dieser Verwaltungstätigkeit waren die Straßenpolizeiverordnungen, in denen das Verhalten auf öffentlichen Wegen genau geregelt war, und die Benennung von Straßen. Heute schlägt der beim Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement angesiedelte Ausschuss für Straßenbenennungen neue Straßennamen vor, über deren endgültige Vergabe der Stadtrat entscheidet.

Bei Nachforschungen in Archiven werden in manchen Fällen gerade die zeitgenössischen Straßenbezeichnungen zu Stolperfallen. Straßennamen gab es zwar bereits in der Römerzeit, allgemein üblich wurden sie aber erst mit der sprunghaften Entwicklung der Städte im Spätmittelalter. Dabei richteten sie sich in der Regel nach den lokalen Gegebenheiten. Die meisten der überlieferten Straßennamen in den alten Stadtkernen sind daher sprechende Namen, die viel über die damaligen Verhältnisse aussagen: über die städtische Topographie, die Namen bekannter Häuser und Anwohner, deren Handwerk und Gewerbe oder ihren sozialen Status. Ebenso lässt sich an den Namen ablesen, welche Straßen eher gemieden wurden – besonders in städtischen Randgebieten existierten „No-go-Areas“ schon in früheren Zeiten, z. B. der Seilerwall, die Wasserturmsmauer oder das Geimergäßchen.

Die überlieferten Koblenzer Straßennamen reichen zum Teil bis ins Mittelalter zurück. Gerade in der Altstadt beziehen sich nicht wenige der Bezeichnungen auf frühere Straßenzüge, Stadttore, Kirchen und Märkte, oder sie geben Auskunft über bekannte Häuser, Generationen von Bewohnern und deren Berufe. Darunter fallen etwa der Altengraben, die Kornpfortstraße, die Kastorpfaffenstraße, der Florinsmarkt, der Wöllershof, die Mehlgasse oder die Braugasse. In den damals vor den Stadtmauern gelegenen Wohn- und Siedlungsplätzen trifft man hingegen häufiger auf alte Flurnamen und erhält Hinweise zur ehemals landwirtschaftlichen Nutzung als Garten, Weide oder Wingert: das Bienenstück in Metternich, Am Witgarten im Rauental, Auf dem Sande in Pfaffendorf oder die Nahlkammer in Moselweiß legen hiervon Zeugnis ab.

Um 1800 bestand Koblenz noch aus der Altstadt innerhalb der Stadtmauern, dem Kurfürstlichen Schloss und den angrenzenden Straßen der Neustadt. Erst nach 1890 gab es merklichen Zuwachs durch die Bebauung außerhalb der aufgelassenen Festungswälle und um das Gelände des neuen Hauptbahnhofs. Die Stadterweiterung erforderte schließlich neue Verkehrsführungen, was die Verbreiterung einzelner Wege oder ihre Verlegung an andere Stelle erforderlich machte. In diesem Zusammenhang wurden einige bereits bestehende Straßen umbenannt – manchmal auch mehrfach -, so dass die Identifizierung älterer Adressen oder Gebäude gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt. In französischer Zeit (1794-1813) erhielten die Straßen französische Namen, meistenteils durch einfache Übersetzung, z. B. „rue farine“ für die Mehlgasse.

Mit der Entstehung der Mittel- und Großstädte im 19. Jahrhundert kam die planmäßige Vergabe von Straßennamen auf. Sie fällt in eine Zeit großer topographischer Veränderungen, in denen breite Verkehrsstraßen angelegt und Stadtmauern abgetragen wurden. Man benötigte Platz für öffentliche und gewerbliche Bauten, Wohnhäuser, Bahnhöfe, Industrie- und Gewerbeflächen. Diese allgemeine Entwicklung brachte auch in Koblenz bedeutende Umwälzungen mit sich. Straßenumlegungen und -verbreiterungen kamen zwar nur langsam voran, dafür vollzog sich die Bebauung außerhalb der alten Befestigungen, besonders in der heutigen Südstadt, umso rascher.

Seit der Französischen Revolution wurden auch Umbenennungen von Straßen üblich, die durch geänderte Herrschaftsverhältnisse oder den wechselnden politischen Zeitgeist bedingt waren. Straßen, Plätze und Brücken werden seither auch nach Ereignissen, abstrakten Werten oder Staatsformen benannt und dienen nicht zuletzt dazu, diverse Persönlichkeiten durch deren Namenspatenschaft zu ehren. In Koblenz ist dies etwa an Benennungen wie Bismarckstraße, Moltkestraße oder Lennéstraße erkennbar. Bezeichnungen wie Engelsweg und Hasenpfad knüpfen hingegen an frühere Anwohner oder alte Flurbezeichnungen an. Die Koblenzer Bürger nahmen dabei durchaus Einfluss auf die Namenswahl. So beantragten etwa mehrere Anwohner im Jahr 1859, die Judengasse in Münzstraße umzubenennen, ein Ansinnen, das indessen erst 1886 umgesetzt wurde. Die Schanzenpfortstraße erhielt einen neuen Namen, weil sich die Bezeichnung Poststraße wohl schon seit Längerem durchgesetzt hatte.

Politisch motivierte Umbenennungen herrschten gerade in der Zeit von 1933 bis 1948 vor. Beispiele wie das SA-Ufer (Kaiserin-Augusta-Anlagen) sprechen für sich. Aber auch die Eingemeindungen von 1937 machten Neubenennungen nötig, um Mehrfachbezeichnungen wie z. B. mehrere Bahnhofstraßen oder Kirchstraßen im nunmehr vergrößerten Stadtgebiet zu vermeiden. Auf diese Weise erfuhren einige Straßen wiederholte Umbenennungen: Die 1905 so benannte Kronprinzenstraße erhielt 1930 nach dem im Jahr zuvor verstorbenen deutschen Außenminister ihren neuen Namen Stresemannstraße. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten plante man, den Gauleiter der NSDAP zu ehren, indem man den Straßennamen in Gustav-Simon-Straße ändern wollte, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Stattdessen hieß die Straße seit 1933 nach einem getöteten Hitlerjungen Wilhelmistraße. 1948 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, die Straße wieder in Stresemannstraße umzubenennen. Solche Beispiele machen nicht zuletzt den Nutzen eines historischen Straßenamenverzeichnisses deutlich.

Die Straßennamen der Stadt Koblenz (PDF-Datei, 1,2 MB)

Die Auswandererdatei des Stadtarchivs

Aufruf an Auswanderungslustige Coblenzer Tageblatt 1849-02-11

„Aufruf an Auswanderungslustige!“ Anzeige im Coblenzer Tageblatt vom 11. Februar 1849.

 

Bislang (Stand 12. Nov. 2015) konnten 1751 Auswanderer aus Koblenz und den eingemeindeten Stadtteilen namentlich ermittelt werden. Diese Zahl spiegelt aber bei Weitem nicht das tatsächliche Aufkommen wider, weil eine hohe Dunkelziffer von Auswanderungen ohne Wissen und Konsens der staatlichen Behörden erfolgte. Der Untersuchungsraum von 1738 bis 1967 ergibt sich aus dem vorhandenen Quellenmaterial. Die zeitgenössischen statistischen Quellen zum Aufwanderungsaufkommen für die Stadt Koblenz zeigen, dass Erhebungen entweder gar nicht oder nur sporadisch durchgeführt wurden beziehungsweise Zahlen nicht bekannt waren. Um genauere Rückschlüsse über die Auswirkungen der Auswanderung auf das soziale Gefüge der Stadt Koblenz zu ziehen, sind sicherlich weitere Untersuchungen notwendig. Weitere Informationen finden Sie hier:

Auswanderung aus Koblenz

Digitalisierte Koblenzer Adressbücher

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Titelblatt des Adressbuchs von 1857.

 

Ein Adressbuch erfüllt als Verzeichnis der Anschriften von Privatpersonen, Gewerbetreibenden, Firmen, Vereinen und Behörden einen ähnlichen Zweck wie die späteren Telefonbücher. Für Familienforscher und Historiker sind die Adressbücher eine wichtige Quelle, weil sich mit ihrer Hilfe der Zeitraum eingrenzen lässt, innerhalb dessen eine Person in einer Stadt gelebt hat. Die Adressbücher für das 19. Jahrhundert sind von besonderer Bedeutung, da es noch keine Einwohnermeldeunterlagen gab. Sehr nützlich sind auch die diversen Behördenverzeichnisse. Branchenübersichten und gewerbliche Anzeigen sind ein wahrer Fundus für wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen, und die Listen von Vereinen enthalten oftmals den einzigen Hinweis auf einzelne Genossenschaften, wirtschaftliche Organisationen, religiöse, wohltätige oder Sport- und Turnvereine sowie diejenigen Personen, die im Vorstand tätig waren.

Im Rahmen des Projekts „Dilibri“ digitalisiert das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz die seit 1794 erschienenen Koblenzer Adressbücher und stellt sie via Internet zur Nutzung bereit. Der lückenhafte Bestand der Rheinischen Landesbibliothek wird durch Exemplare aus der Bibliothek des Stadtarchivs Koblenz ergänzt. Inzwischen sind alle Adressbücher bis zur Ausgabe 1939/40 unter folgendem Link online recherchierbar:

Koblenzer Adressbücher 1794-1940