Festung Koblenz und Ehrenbreitstein – Kalender 2017

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„Mit gleicher Post sende ich einen Entwurf, der dartut, wie mit mehr oder weniger geringen Mitteln eine Verwandlung des grosszügigen Baues in ein Stadion möglich ist.“ Diese Zeilen schrieb der Berliner Architekt Bodo Ebhardt am 20. Oktober 1922 im Hinblick auf das Kernwerk der Feste Kaiser Alexander an den Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Carl Russell (Stadtarchiv Koblenz 623 Nr. 8078, S. 7-9, hier S. 7). Sie sind auf dem Monatsblatt Mai des informativen und anschaulichen Kalenders wiedergegeben, den Matthias Kellermann konzipiert und der Verein Feste Kaiser Franz e. V. herausgegeben hat. Hintergrund des Ebhardschen Vorschlags war die Schleifung der Koblenzer Festungsanlagen, die, im Versailler Friedensvertrag festgeschrieben, von 1920 bis 1923 in Teilen vorangetrieben wurde und verschiedene Planungen für Um- und Neunutzungen der ehemaligen Festungsbauten in Gang setzte.

Das Stadtarchiv verwahrt ein Album mit Bildern des Fotografen Josef Ring (Langenschwalbach 14.10.1877 – 11.9.1933 Koblenz), der von 1906 bis 1933 im Haus Entenpfuhl 14 ein Fotoatelier betrieb. Ring war mit der fotografischen Dokumentation der Entfestigungsarbeiten beauftragt.

2017 wird mit etlichen Veranstaltungen an den Baubeginn der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein vor 200 Jahren erinnert – der Kalender, der zwölf Aufnahmen Rings präsentiert, rollt indessen die Koblenzer Festungsgeschichte von ihrem Ende her auf. Er kann beim Verein Feste Kaiser Franz e. V. bezogen werden.

#Ring, Josef #Ebhardt, Bodo #Russell, Carl

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13. November 1817: Das erste Dampfschiff erreicht Koblenz

FA1 Dampfschiff Rhein (Stich) 1825-09-14

Nach Abschluss der Manöver auf dem Urmitzer Feld (10.-13. September 1825) fährt der preußische König Friedrich Wilhelm III. am 14. September 1825 mit dem Dampfschiff „Der Rhein“ von Koblenz nach Köln (Fotografie eines Stichs, StAK FA 1-81).

 

Im November 1817 erreichte das erste Dampfschiff, das rheinaufwärts fuhr, die Stadt Koblenz. „Es war die CALEDONIA, die von James Watt jr., dem Sohn des Dampfmaschinenbauers, geführt wurde. Nun hatte am 13.11.1817 auch Koblenz die Ehre, Endstation der Erprobungs- bzw. Vorführungsfahrt eines Dampfschiffes auf dem Rhein zu sein. Auch dieses Schiff konnte mit seinem Dampfantrieb noch nicht recht überzeugen, es hatte für die letzte Strecke Pferde zu Hilfe nehmen müssen. Die Bemühungen der Engländer, bei der preußischen Regierung eines Konzession für ihre Dampfschiffe auf dem Rhein zu erhalten, wurden abgewiesen: Die preußische Schiffahrt brauche die Dampfer nicht, und im übrigen sei die Brauchbarkeit der Dampftechnik ganz und gar nicht bewiesen.“ – Zitat aus: Klaus Schmitt: Das Dampfschiff kommt auf den Rhein. In: 2000 Jahre Rheinschiffahrt. Begleitpublikation zur Ausstellung des Landesmuseums Koblenz und des Rhein-Museums e. V. Koblenz 1991 (Veröffentlichungen des Landesmuseums Koblenz, Reihe B, Bd. 40), S. 85-98, hier S. 92 (ohne Quellenangabe).

 

StAK_623_Nr_998_Seite_401_Nr_724

Auszug aus dem Lucasschen Zeitbuch (StAK 623 Nr. 998, S. 401 Nr. 724).

Darüber hinaus berichtet das Lucassche „Zeitbuch“: „Am 13ten November kömt das erste Dampfschiff hier an, wo es gleich unter der fliegenden Brücke landet. Am 15ten kehrte dasselbe nach Cöln zurück.“ – Der Privatier (Rentner) Josef Anton Lucas führte eine ausführliche Chronik, deren großer Wert für die Koblenzer Stadtgeschichte sich auch im vorliegenden Fall wieder einmal erweist, berichtete doch die Zeitung „Koblenzer Anzeiger“ mit keiner Zeile über dieses Ereignis. Damals pendelte noch die im „Zeitbuch“ erwähnte Fliegende Brücke zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein – eine Art Gierponte, die durch die Strömung von einem Ufer zum anderen befördert wurde. Die Schiffbrücke nahm erst im April 1819 ihren Betrieb auf.

 

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Die „Fliegende Brücke“ am Koblenzer Rheinufer; Ausschnitt aus dem „Dilbecker-Plan“ von 1794 (StAK K Nr. 279).

#Friedrich Wilhelm III. (preuß. König) #Watt, James (jr.) #Lucas, Josef Anton #Dilbecker, Johann Peter

Zur Ehrenbreitsteiner Verwaltungsgeschichte

Coblentz Ehrenbreitstein Fortress (Francis Frith), um 1870

Ehrenbreitstein, Festung und Ort, um 1870 (Foto von Francis Frith, StAK).

 

Die neuzeitliche Geschichte Ehrenbreitsteins und der umliegenden Gemeinden ist, bis auf einige zum Teil beachtliche Arbeiten auf kunsthistorischem, personengeschichtlich-genealogischem und kulturhistorischem Gebiet, zum guten Teil noch nicht aufgearbeitet. Das gilt insbesondere für die Zeit nach 1802, und hier wiederum vor allem für die politische, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Man mag dem vorliegenden Beitrag schon am Titel anmerken, dass er als Vorwort zu einem Findbuch entstanden ist, und verwaltungsgeschichtliche Fragestellungen mögen vielleicht naturgemäß etwas trocken sein und eine Lektüre nicht geraten erscheinen lassen: Wenn die folgenden Ausführungen jedoch hier und da einen Anstoß vermitteln, sich mit der Ehrenbreitsteiner Ortsgeschichte -auch und vor allem mit der Zeitgeschichte – näher zu befassen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.

Der folgende Aufsatz erschien in den Landeskundlichen Vierteljahrsblättern 43 (1997), S. 119-131. Die Seitenumbrüche der gedruckten Vorlage sind im Text durch Seitenzahlen in eckigen Klammern gekennzeichnet.

Zur Verwaltungsgeschichte der Bürgermeisterei Ehrenbreitstein