Gesellenbrief der Ehrenbreitsteiner Zünfte (zwischen 1768 und 1786)

Gesellenbrief_Ehrenbreitstein

Gesellenbrief  der Ehrenbreitsteiner Zünfte, zwischen 1768 und 1786 (aus StAK 655,10 Nr. 281).

Jens Fachbach behandelt in seinem jüngst erschienenen Grundlagenwerk über die Hofkünstler und Hofhandwerker am kurtrierischen Hof[1] auch die Ehrenbreitsteiner Zünfte. Die Datierung des Gesellenbriefs ergibt sich aus dem Wappen des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen sowie aus der Tatsache, dass Ehrenbreitstein im Text noch als Residenzstadt bezeichnet wird. Neben diesem Exemplar wurde im Jahr 2012 auch ein ausgefülltes Stück im Kunsthandel angeboten.[2]

#Fachbach, Jens #Sachsen, Clemens Wenzeslaus von

  • [1] Fachbach, Jens: Hofkünstler und Hofhandwerker am kurtrierischen Hof in Koblenz/Ehrenbreitstein 1629-1794. Studie, Handbuch, Quellen. Bd. 1-2. Petersberg 2017.
  • [2] Ebd., Bd. 1, S. 214 (Abb. des Gesellenbriefs) sowie S. 727 Anm. 1011.
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    Zuwachs für den Urkundenbestand des Stadtarchivs

     

    Das Landeshauptarchiv Koblenz hat zwei Urkunden aus dem Vorbesitz des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz/Rheinische Landesbibliothek an das Stadtarchiv Koblenz abgegeben. Es handelt sich zum einen um den Verkauf eines Hauses aus dem Besitz des Kartäuserklosters auf dem Beatusberg in der Weißer Gasse im Jahr 1664, zum anderen um ein Privileg für die Schnallenherzen-Fabrik in Ehrenbreitstein von 1791.

    Näheres finden Sie im findbuch_8 auf den Seiten 122 (StAK 623 Nr. 648) und 129 (StAK 623 Nr. 649).

    Das Einwohnerverzeichnis von 1818

    stak_623_nr_2166_s_198

    Formularkopf des Einwohnerverzeichnisses von 1818, hier Haus Nr. 802 in der Weißer Gasse (StAK 623 Nr. 2166, S. 198).

     

    Die Einwohner der Stadt Koblenz im Jahr 1818

    Das Einwohnerverzeichnis von 1818 ermöglicht einen Einblick in die Sozialstruktur der Koblenzer Bevölkerung zu Beginn der preußischen Zeit. Leider ist es nicht vollständig überliefert, doch sind hier mit knapp 8500 Personen ca. 83 Prozent der damaligen Koblenzer Bevölkerung dokumentiert, die sich auf rund 10.300 Einwohner belief. Hier können einzelne Namen recherchiert werden, was sicherlich für Familienforscher interessant ist. Darüber hinaus lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch sozial-, wirtschafts- und bevölkerungsgeschichtliche Fragestellungen beantworten. Die teilweise beengten und unhygienischen Wohnverhältnisse veranschaulicht die Tatsache, dass sich im am dichtesten besiedelten Gebäude der Stadt, dem Haus Nr. 264 in der Kastorgasse, sage und schreibe 46 Menschen drängten. Die Angaben zu Konfession, Geburtsjahr, Beruf, Kinderzahl und Herkunft lassen Rückschlüsse auf Wanderungsbewegungen oder Stadt-Umland-Beziehungen zu.

    Das Einwohnerverzeichnis umfasste ursprünglich sieben Bände, wobei der zweite Band nicht überliefert ist. Die einzelnen Straßen und Hausnummern verteilen sich auf die sechs erhaltenen Bände wie folgt:

    StAK 623 Nr. 2166: 188 Häuser.

    Enthält: Alte Burg (Nr. ½, 1), Altengraben (Nr. 2-18, 743-749, 749½, 750-759, 765-770), An der Moselbrücke (Nr. 828, 829/830, 831-833), Weißer Gasse (Nr. 771-778, 781-783, 785-789, 791-797, 797½, 798-801, 801½, 802-804, 806, 808, 808½, 809-812, 814-815, 817-827, 982, 984), Kaltenhof (Nr. 760-764), Wöllersgasse (Nr. 711-732), Am Plan (Nr. 627), Löhrstraße (Nr. 628-629, 631-641, 665-672, 675-676, 688/689, 690-693, 693¼, 694-695, 695¼ , 695½, 696-701, 701½, 702-710, 733-742), Marktstraße (Nr. 18-19).

    StAK 623 Nr. 2167: 128 Häuser.

    Enthält: Görgenstraße (Nr. 518-530, 556-557, 559-574, 574½, 575-581, 583-590, 594-598, 600-610), Rheingäßchen (Nr. 531-536, 536½, 537-548, 550-555, 994-997), Pfuhlgasse (Nr. 642-646, 648-654, 656-659, 659½, 660-664), Altlöhrtor (677-681, 682, 682 a-d, 683-687).

    StAK 623 Nr. 2168: 96 Häuser.

    Enthält: Marktstraße (Nr. 128), Am Plan (Nr. 129-132, 134-135, 612-626), Entenpfuhl (Nr. 136-148, 151-152, 494-495, 503-516), Braugasse (Nr. 149-150), Kornpfortstraße (Nr. 153-156, 158-160, 176-180, 192-202, 205-207), Unterm Stern (Nr. 181-183, 183½, 184, 188-189), Jesuitengasse (Nr. 496-501), Görgenstraße (Nr. 517, 611).

    StAK 623 Nr. 2169: 143 Häuser.

    Enthält: Kastorgasse (Nr. 245-258, 260-266, 268-274, 276-285, 285¼, 285½, 286, 286½, 287-293, 297-303, 303½, 304, 304½, 305-315, 315½, 315¾, 316, 319, 321-366, 368), Schwanenpforte (Nr. 369-370), Kastorhof (Nr. 371-375, 377-383, 385-387, 411-415), Moselstraße (Nr. 376).

    StAK 623 Nr. 2170: 106 Häuser.

    Enthält: Firmung (Firmungstraße, Nr. 208-225, 398-406, 473-486, 489-493); Nagelsgasse (Nr. 226-244, 396-397); Zollstraße (Rheinzollstraße, Nr. 416-419, 833, 839-844); Kastorpfaffengasse (Kastorpfaffenstraße, Nr. 408-410); Rheinstraße (Nr. 420-424, 426-430, 432, 435, 438-439, 849-855); Jesuitenplatz (Nr. 486½, 487-488), Paradeplatz (Nr. 455).

    StAK 623 Nr. 2171: 67 Häuser.

    Enthält: Vogelsang (Nr. 443-449, 845-848); Neustadt (Nr. 848½, 856, 997-1034); Paradeplatz (Nr. 456, 458-472).

    Der fehlende zweite Band umfasste folgende Straßen und Hausnummern:

    Marktstraße (Nr. 20-22, 43-44, 60-66, 90, 114-127), Altenhof (Nr. 23-42), Münzplatz (Nr. 45-47), Judengasse (Münzstraße, Nr. 48-50, 50 a, 52-59), Burgstraße (Nr. 50 b, 51), Gemüsegasse (Nr. 67-71, 71 a, 83-84, 87-89), Fruchtmarkt (Florinsmarkt, Nr. 72-82, 99-101, 171-174), Etzegäßchen (Nr. 85-86), Mehlgasse (Nr. 91-98, 102-113), Florinspfaffengasse (Nr. 161-170), Rheinstraße (Nr. 440, 450-454), Karmeliterstraße (Nr. 441), Vogelsang (Nr. 442, alter Festungsschirrhof), Weißer Gasse (Nr. 779-780, 985), Rheinzollstraße (Nr. 834-838, Geimer- oder Gäumergäßchen, 1827 abgebrochen), Schanzenpfortmauer (857-885), Wasserturmsmauer (Nr. 886-925, 986-993), Altlöhrtor (Nr. 926-930), Kleinschmittsgäßchen (Nr. 931-938), Seilerwall (Nr. 939-981).

    Das Einwohnerverzeichnis wurde von Anfang bis Ende fortlaufend in eine Excel-Tabelle übertragen (siehe untenstehenden Link), die folgende Spalten umfasst:

    A = ID-Nr. (Identifikationsnummer)

    B = Name, Vorname

    C = Straße

    D = Hausnr.

    E = Stand/Beruf

    F = Geburtsdatum

    G = Geburtsort

    H = Konfession

    I = Ehepartner/in

    J = StAK 623 Nr., Seite (Quellenangabe)

    K = Bemerkungen.

    Die ID-Nr. (erste Spalte) korrespondiert mit der Quellenangabe (Signatur, aufsteigende Seitenzahl). Die Tabelle lässt sich nach den einzelnen Spalten sortieren, wobei der Zusammenhalt der jeweiligen Familien durch die Sortierung nach ID-Nr. oder Quellenangabe gewährleistet ist.

    Wichtig:

    Die Angabe der ID-Nr. meint nicht die automatisch vom Programm vergebene Zeilennummer ganz links, sondern die Zählung in der Spalte A. Während sich die vom Programm vergebene Zeilennummer bei Umsortierungen der Tabelle ändert, ist die ID-Nr. ein manuell vergebenes, unabänderliches Identifikationsmerkmal für die jeweilige Zeile bzw. Person.

    Abkürzungen:

    [] = Ergänzungen etc. des Bearbeiters

    ev.= evangelisch

    geb. = geboren

    geh. = geheiratet

    gest. = gestorben

    isr. = israelitisch

    jüd. = jüdisch

    kath. = katholisch

    LHA Ko = Landeshauptarchiv Koblenz

    luth. = lutherisch

    N. N. = Nomen nescio, hier fehlender Vor- und/oder Nachname

    StAK = Stadtarchiv Koblenz

    verh. = verheiratet

    verw. = verwitwet.

     

    Die Zuordnung der Hausnummern zu den jeweiligen Straßen richtet sich nach der Hausnummernkonkordanz von 1852 unter Abgleichung mit dem Dilbecker-Plan von 1794 (StAK K Nr. 279) und dem sogenannten Adressbuchplan von 1840 (StAK K Nr. 213). So wird beispielsweise das Haus Nr. 627 nicht, wie in der Vorlage angegeben, zur Löhrstraße, sondern zum Plan gerechnet. Seitengässchen, die in der Hausnummernkonkordanz von 1852 als Straßennamen genannt sind, werden in eckigen Klammern hinter dem Straßennamen angegeben; Beispiel: Altengraben [Korallengäßchen]. Die Zuordnung einzelner Hausnummern zu diesen Seitengässchen erfolgt nach den Angaben in der Hausnummernkonkordanz von 1852 sowie der Aufstellung der Koblenzer Straßennamen bei Max Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz 1814-1914. Koblenz 1922, S. 181-185; vgl. http://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/6355.

    Einzelne Personen, die aufgrund von Verweisen (Umzügen) mehrfach auftauchen (ca. 50), wurden wegen des hohen Korrekturaufwandes nicht zusammengeführt. Die ID-Nr. ist also um ca. 50 größer als die Anzahl der in der Datei erfassten Personen.

    Vornamen erscheinen in vereinheitlichter (heutiger) Schreibweise: Josef statt Joseph, Stefan statt Stephan, Kaspar statt Caspar, Karl statt Carl, Bernhard statt Bernard, Georg statt Goerg etc. Bekannte Familiennamen werden ebenfalls vereinheitlicht: Longard statt Lungard, Görres statt Goerres, Schaaffhausen statt Schaffhausen, Schuy statt Schuhi, Pottgeißer statt Pottgießer usw.

    In der Spalte Stand/Beruf erscheinen die Standes- vor den Berufsbezeichnungen; Beispiel: Witwe, Näherin; Witwer, Metzgermeister. Bei den Berufsbezeichnungen werden aus Gründen der Vereinheitlichung Fleischer durchgehend als Metzger, Wirte, Bierwirte, Schankwirte, Weinwirte etc. oder „Gastgeber“ als Gastwirt, unspezifische Handelsleute, Materialisten etc. als Kaufmann, Doktoren der Medizin etc. als Arzt, Schuster als Schuhmacher, Häfner als Töpfer, Leyendecker, Leiendecker etc. als Dachdecker, Weingärtner als Winzer, Wagner als Stellmacher, Kutscher als Fuhrmann, Studiosi als Student und Dienstmägde als Magd bezeichnet. Die Bezeichnung im Original wird dahinter in eckigen Klammern und Anführungszeichen vermerkt; Beispiel: Gastwirt [„Gastgeber“]. Durch die Anwendung der neuen Rechtschreibung wird aus dem Kammacher ein Kammmacher.

    Beim Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr ist von einer verhältnismäßig hohen Fehlerquote auszugehen, wie Stichproben ergeben haben. Bei einigen wenigen Personen, deren genaues Geburtsdatum aus anderen Quellen – etwa Zivilstandsregistern – bekannt ist, wurde das korrekte Datum vermerkt; die Angabe der Vorlage erscheint in eckigen Klammern und Anführungszeichen: 1817-05-31 [„1816“].

    Bei den Ortsnamen erfolgt die Angabe in der heutigen Form: Kretz [„Kratz“], Leutesdorf [„Leudersdorff“], Montabaur [„Montebor“], Engers [„Zollengers“] etc.

     

    Das Einwohnerverzeichnis von 1818

     

     

    Das napoleonische Stadtwappen von Koblenz

    StAK_623_Nr_1036_Seite_10

    Das napoleonische Stadtwappen von Koblenz. (Stadtarchiv Koblenz, Best. 623 Nr. 1036, S.10.)

    1809 sollten Vorschläge zur Gestaltung neuer Stadtwappen vorgelegt werden – die kurfürstlichen Wappen hatten ausgedient. Die bonnes villes de l’Empire Aachen, Mainz und Köln erhielten 1811 Wappen mit goldenen Bienen, bekrönt vom kaiserlichen Adler. Das Wappen der Stadt Koblenz musste bescheidener ausfallen.

    Der Munizipalrat beauftragte am 19. Januar 1810 Maire Gayer, dem Innenminister den Wappenentwurf zur Genehmigung vorzulegen. Auch drei weitere, leicht abweichende Alternativen sind der Akte beigefügt. Alle bestanden aus einem azurblauen Wappenfeld mit Symbolen der Flüsse Rhein und Mosel, einem Mittelfeld mit rotem Kreuz (aus dem traditionellen Koblenzer Wappen) und einem Schildhaupt mit grünen Weinblättern. Die Krone des alten Wappens wurde ersetzt durch eine Sonnenblume. Zwei Delphine, aus denen Wasser strömt, stellen Mosel (links) und Rhein (rechts) dar. Die Flüsse vereinigen sich als Symbol der Confluentia. Aus der Mosel ströme – so die Begründung – silbernes Wasser, da diese in den Vogesen entspringe, wo des Silberminen gebe. Der Rhein verströme goldenes Wasser wegen seines Reichtums seiner Landschaft. Die Weinblätter habe man gewählt, da die Ufer dieser beiden Flüsse wetteifern um die reiche Produktion exzellenten Weines. Am 15. März 1811 teilte der Präfekt dem Maire mit, dass der Innenminister das neue Wappen am 26. Februar 1811 genehmigt habe.

    Literatur:
    Bernhard Gondorf: Das Napoleonische Wappen für Koblenz. In: Landeskundliche Vierteljahrsblätter 34 (1988), Heft 3, S. 103-108;
    Große Leute – Kleine Leute [Ausstellungskatalog]. Koblenz 1992, S. 50 Nr. 5.1.17;
    Napoleon. Der Kaiser kommt! Verehrung und Mythos in Koblenz. Hrsg. von Mario Kramp. Ausstellung Mittelrhein-Museum Koblenz, 27. März bis 25. April 2004. Koblenz 2004 (Mittelrhein-Museum Koblenz, Kleine Reihe 4), S. 41.

    #Napoleon I. (frz. Kaiser)

    Satzungs- und Mitgliederbuch der Elendigenbruderschaft zu Koblenz, 1441-1772

    Armenfürsorge war im Mittelalter fast ausschließlich Sache der Kirche. Da Mildtätigkeit allgemein als heilspendend angesehen wurde, bildeten sich religiöse Gemeinschaften mit dem Ziel, Gutes zu tun. Die 1441 bei der Liebfrauenkirche gegründete Koblenzer Elendigenbruderschaft hat ihre Aufgaben am 11. März 1454 in einer Satzung genau festgelegt: Den in Koblenz verstorbenen Armen sollte ein anständiges Begräbnis gegeben werden. Mitglieder der Bruderschaft waren vor allem Geistliche, angeführt vom Trierer Weihbischof. Daneben gab es eine Vielzahl von Laien aus der Koblenzer Bürgerschaft, die als Brüder und Schwestern ebenfalls eingetragen wurden.

     

    stadtarchiv_ecce_homo

    Buchmalerei „Ecce homo“, 15. Jahrhundert.

     

    Die ausdrucksvolle Darstellung des gegeißelten Christus („Erbärmdemann“, Ecce homo) gehört zu den hervorragenden Werken Koblenzer und mittelrheinischer Buchmalerei.

    Pergamenthandschrift, Ledereinband, 123 Blatt, 25,5 x 20 cm. Signatur: StAK 623 Nr. 1374.

     

    Literatur:
    Josef Mündnich: Das Hospital zu Coblenz. Coblenz 1905, S. 36-50. – Josef Heinsberg: Die Elendenbruderschaft des Mittelalters als soziologisches Phänomen. Köln 1933, S. 6-9 (Edition der Statuten der Koblenzer Elendenbruderschaft). – Große Leute – Kleine Leute. 2000 Jahre Koblenzer Geschichte [Ausstellungskatalog]. Koblenz 1992, S. 60 (mit Abb. S. 85). – Antje Bräcker: Die Elendenbruderschaft Koblenz in der Frühen Neuzeit. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 63 (2011), S. 157-180. – Caritas. Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn. Hrsg. von Christoph Stiegemann. Petersberg 2015, S. 450-451 (Exponatbeschreibung mit Wiedergabe der Buchmalerei aus StAK 623 Nr. 1374).

    „Im Namen Jesu“. Dankgebet eines Durchreisenden, 1720

    stadtarchiv_scherenschnitt

    Scherenschnitt, koloriert, in oktogonaler Form, 34,5 x 44 cm. Signatur: StAK Best. 623 Nr. 2783, nach S. 138.

     

    Diesem paßant geben pro viatico 27 alb. So heißt es auf der Rückseite des Scherenschnitts, der als Beleg Nr. 118 der Beilagen zur Stadtrentmeistereirechnung 1720/21 Aufnahme in die städtischen Akten gefunden hat. Wie aus mehreren anderen Belegen pro viatico hervorgeht, gewährte der Rat Durchreisenden einen Zuschuss zur Reisekost, gewissermaßen im Sinne einer „heiligen Wegzehrung“, deren Zuwendung an die „Elenden“, also die in der Fremde Weilenden, als Christenpflicht galt.

    Literatur:
    Große Leute – Kleine Leute. 2000 Jahre Koblenzer Geschichte. Katalog zur Ausstellung im Haus Metternich, 12.5. – 2.8.1992. Hrsg. vom Mittelrhein-Museum Koblenz in Verbindung mit dem Stadtarchiv Koblenz. Koblenz 1992, S. 61 Nr. 5.4.2.4.