Die Orgeln der Pfarrkirche St. Peter in Neuendorf

Spieltisch der neuen Orgel von St. Peter am 25. März 2021 (Foto: Willi Gabrich).

Anlässlich der Orgelweihe am 16. Mai 2021 befasst sich Willi Gabrich mit der Geschichte der Orgeln in der Neuendorfer Pfarrkirche St. Peter.

#Gabrich, Willi

Horchheim im Jahr 1891. Eine unbekannte Bleistiftzeichnung von Bertha Falckenberg (1867-1951)

Von unserem Gastautor Hans Josef Schmidt

Einführung

Heiner Drumm – 2. Vorsitzender der Kirmesgesellschaft Horchheim und Vorstandsmitglied der Heimatfreunde Horchheim – kaufte im Frühjahr 2016 von Herrn Helmut Freise in Andernach eine Bleistiftzeichnung (16×23 cm) von (Koblenz-) Horchheim. Diese Zeichnung stammte von einer Bertha Falckenberg (1867-1951). Die Ortsangabe mit Datierung lautete „Horchheim Oct. 1891“. Heute befindet sich die Zeichnung, die bei einem der zahlreichen Ausflüge der Familie Falckenberg nach Horchheim entstanden ist, im Ortsmuseum der Heimatfreunde Koblenz-Horchheim e. V. Bei den Recherchen zur Biographie der Künstlerin ergab sich schnell der Nachweis zur Verwandtschaft mit der bekannten Koblenzer Familie Falckenberg, die im 19. Jahrhundert eine Musikalienhandlung betrieb und aus der auch der berühmte Theaterregisseur und Schriftsteller Otto Falckenberg (1873 Koblenz-1947 München) stammt.

„Horchheim Oct. 1891“.

Zur Biographie:

Bertha wurde am 25.6.1867 in Köln geboren und ist am 8. Juni 1951 in Boppard gestorben.[1] Ihr Vater Johann Wilhelm Carl Falckenberg, Direktor der mittelrheinischen Bank Koblenz, war der Bruder des Vaters des Theaterregisseurs Otto Falckenberg, also war Bertha die Cousine von Otto.[2] Das Verhältnis war wohl von klein auf eng, denn Otto Falckenberg schreibt: „Als ich in die Schule kam und schreiben lernte, war das erste, was ich mit sechs Jahren für mich niederschrieb, ein hochromantisches Ritterstück: ein Ritter raubt das Ritterfräulein aus der Nachbarburg und will die Widerstrebende damit verführen, daß er sagte: ‚Bei uns gibt es mindestens einmal in der Woche Sauerkraut und Kartoffelklöße.‘ Dieses Stück wurde von mir und meiner Cousine Berta mit großem Pathos aufgeführt und meine sonst immer ernste und stille Mutter lachte Tränen. Freilich kamen ihr damals wohl die ersten Bedenken, ich möchte am Ende gar den Drang in mir spüren, Schauspieler zu werden.“[3] Falckenberg hat sich auch brieflich mit seiner Cousine Bertha ausgetauscht, als es 1906 um die Übernahme der Leitung des Königlichen Hofschauspiels in München im Jahr 1906 ging.[4] Abschriften bzw. Kopien der Korrespondenz zwischen Otto und Bertha aus den Jahren 1921, 1928 und 1942 befinden sich im Stadtarchiv Koblenz.[5] Als die Stadtbibliothek Koblenz am 15. Dezember 1987 in der Alten Burg eine Falckenberg-Soiree veranstaltete, wurde auch Bertha Falckenberg gedacht.[6] Die Mutter Sophie (1839 Kreuznach-1907 Koblenz) entstammte der bekannten Kreuznacher Winzer- und Weinhändlerfamilie Nedelmann.

Bankdirektor Carl Falckenberg mit Ehefrau Sophie geb. Nedelmann, Tochter Bertha, Hausmädchen Helene Höfer und Schäferhund Lux (Stadtarchiv Koblenz FA 2 Nr. 4727).

Die Künstlerin

Berthas künstlerisches Schaffen wäre dennoch wohl weitestgehend unentdeckt geblieben, wenn nicht ein Zufallsfund auf dem Speicher des Hauses Falckenberg in Boppard – eine Kiste mit Malgerätschaften aller Art, dazu Gemaltem und Gezeichnetem – die Angelegenheit ins Rollen gebracht hätte.[7] Bertha besuchte die Höhere Evangelische Töchterschule (spätere Hildaschule) in Koblenz.[8]

Bertha Falckenberg als Kind? Dem Foto ist jedenfalls mit Bleistift die Unterschrift Bertha F hinzugefügt (Fotoalbum Stadtarchiv Koblenz N 19).

Schon in jungen Jahren war sie der Kunst und den Musen zugetan. Im April 1884 machte sie sich auf den Weg in die Schweiz und begann im Mai mit dem Zeichenunterricht. Am 3.6.1884 erfolgte die Anmeldung an der „Ecole des Arts“ in Genf. Es ist überliefert, dass sie am 9. August zum ersten Mal nach einer Fotografie zeichnete. In der Schweizer Zeit verstärkte sich ihr Kunstinteresse, sie nahm Klavierunterricht und interessierte sich aber auch für Geometrie. Begeistert war sie von den Ausflügen in die weitere oder nähere Umgebung.

Die weitere künstlerische Ausbildung, so in der Portrait-Malerei, erfolgte in den Jahren 1886-1888 in Berlin in der Malschule des sehr berühmten Malers Carl Gussow. Nach einem ersten Besuch bei Gussow und der Begutachtung ihrer Zeichnungen wurde sie angenommen. Obwohl sie sich anfangs sehr schwertat, war Gussow aber der Meinung, „es würde sich schon machen, so übel wäre das Bild nicht.“ In der Zeichen- und Malschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin in der Königgrätzer Str. 120 erteilte der Maler Hugo Louis (* 17.2.1847 Berlin) den Unterricht in Elementar- und Ornamentzeichnen. Bertha wohnte u. a. in der Fremdenpension von Frau von Blum und Fräulein von Brösigke.[9]

Späte Jahre und Lebensabend

Der Vater blieb bis zum Alter von 77 Jahren im Dienst als Direktor der Mittelrheinischen Bank in Koblenz und zog dann nach Boppard. Das 1867 erbaute Haus[10] in der Mainzer Str. 29 hatte er am 16.4.1898 (45.000 Goldmark) gekauft und im Februar 1899 bezogen.

Falckenberg-Haus, Boppard, Mainzer Straße 29.

Spätestens in den 1890er-Jahren hat Bertha ihr künstlerisches Schaffen in größerem Umfang beendet. Die Horchheim-Zeichnung zählt somit schon zum „Spätwerk“. Mir ist nicht bekannt, wie Bertha mit ihrem Talent und ihrer Kunstfertigkeit in späteren Jahren ist. Fast ihr gesamtes künstlerisches Werk ist verloren gegangen. Bertha war nicht verheiratet, hat sich aber stets um die Eltern gekümmert und musste sehr bescheiden leben, da das Familienvermögen infolge der Inflation in den 1920er-Jahren verloren gegangen war.

Ihre Nichte Jula Lorentz hat das Andenken an ihre Person stets hochgehalten. So sprach sie am 16. Juni 1955 im Deutsch-Evangelischen Frauenbund Boppard im Hotel Spiegel zu dem Thema „Lebensbilder aus alter Zeit“.[11] Anknüpfend an eine Dankeskarte von Bertha für eine Osterfreude, in den alten Akten des Frauenbundes vorgefunden, führte Jula Lorentz aus: „Um diesem von Frl. Falckenberg damals ausgesprochenen Dank nachträglich eine äußere Gestalt zu geben, möchte ich aus dem Nachlaß meiner Tante eine kleine, antike Bronce-Glocke unserem Bund schenken. Mir war die Idee im letzten Jahr, als wir dem katholischen Frauenbunde eine Glocke verehrten, gekommen. Daß wir uns immer mit Klopfen an Tassen und Gläser helfen mußten, wollte mir nicht gefallen. Diese antike Glocke stellt in ihrem Ornament die Symbole der vier Evangelisten unter den Namen dar: Mathäus, darunter sein Zeichen der geflügelte Mensch; Markus, sein Symbol der Löwe; Lukas mit dem Stier als Symbol, Johannes mit dem Adler. Am unteren Ende ist eingraviert: Boppard, Juni 1955. Dem Deutsch-evangl. Frauenbund zum Andenken an Bertha Falckenberg, * 25. Juni 1867 + 8. Juni 1951“.

Die Bronzeglocke (12 cm hoch, unten 7,8 cm breit) konnte dank Vermittlung von Frau Gärtner bei der Evangelischen Gemeinde in Boppard ausfindig gemacht werden. Hier wird sie heute noch bei Besprechungen des Presbyteriums eingesetzt. Allerdings ist die o. a. Gravur am unteren Rand nicht festzustellen, aus welchen Gründen auch immer. Ein zweites Exemplar in identischer Ausführung befindet sich auf einem Schrank in der Praxis von Dr. Ivonne Paetz in Boppard.[12] Da die Praxis früher von Dr. Bury geführt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass Jula Lorentz dieses Glöckchen ihrem Arzt und Vertrauten Dr. Bury geschenkt hat.

Die Glocke der Evangelischen Gemeinde Boppard (in identischer Ausführung in der Praxis Dr. Ivonne Paetz in Boppard vorhanden).

Jula Lorentz führte in ihrem Vortrag weiter aus: „So kam sie [Bertha] 1898 nach Boppard mit ihren Eltern und dem schönen, großen Schäferhund ‚Lux‘. Von Kind an hatte sie besondere Liebe und Verständnis für die Natur und alles Getier. Unter ihrer Hand gediehen Pflanzen und Tiere, mit ihrer Pflege heilten Krankheiten und Wunden bei ihren Pfleglingen. Ihre Rassehunde brachten von Ausstellungen erste Preise heim. Ein besonderes Anliegen war ihr der Vogelschutz. Sie scheute keine Mühe, wenn es galt, ein Vogelnestchen zu schützen durch Anbringung von Dorngestrüpp oder dergl. Eine schriftliche Beschwerde über das frühe Krähen ihres Hahnes fiel mir noch dieser Tage in die Hand. Da stand die Aufforderung, das Tier an seinem frühen Morgenkrähen zu hindern. Es war dann immer ein besonderer Spaß, wenn abends die Jagd nach dem an Freiheit gewöhnten Hahn losging, bis endlich das erstaunte Tier im dunklen Ställchen eingesperrt war. Aber das Beste an dieser Geschichte war die Tatsache, daß der klageführende Nachbar sich morgens um 4 Uhr den Wecker stellte, damit er ja das stolze Krähen des Hahns nicht verpasste. Neben ihrer Naturverbundenheit trat schon früh ein ausgesprochenes Mal- und Zeichentalent hinzu, das gepflegt und gefördert wurde. Die Pensionszeit in der Schweiz gab der 18jährigen außer zu Sprachstudien die Gelegenheit, sich auf der Kunstschule in Genf weiterzubilden. Später folgten dann anderthalb Jahre in Berlin im Atelier des bekannten Malers Gussow zur Ausbildung im Portraitmalen in Oel“. Der Vortrag endete mit den Worten: „Aus allen Sorgen und Schwierigkeiten, die die Nöte der Zeit und der Verlust des Vermögens für sie mit sich brachten, konnte Bertha Falckenberg sich in die Welt der Kunst flüchten, immer lebhaften Geistes und voller Interesse für Wissenschaft, Kunst und Politik“.

Jula Lorentz: Aufnahme von Dr. med. K. Jos. Bury, Boppard, 6.7.1974, im Besitz von Frau Gärtner, Boppard. Auf diesem Foto ist das Tafelklavier von 1825 zu sehen, auf dem eine Schale und zwei Vasen stehen. Die Schale in der Mitte war ein Geschenk von Irene Müller (Nürnberg) an ihren Hausarzt Dr. Bury.

Nichte Jula Lorentz-Falckenberg, geboren am 19.7.1890 in Siegburg und am 11.6.1975 in Boppard gestorben, war ebenfalls eine bekannte Persönlichkeit in Boppard. Sie zog im Jahr 1911 mit ihrer Mutter Auguste Lorentz geb. Falckenberg (*26.5.1861 Köln) von Berlin in die Emser Straße 80 in Pfaffendorf, 1931 in die Emser Straße 53 (Rheinhotel).[13] Letztmalig wird sie 1940 im Adressbuch der Stadt Koblenz genannt. Ab 1.10.1944 wohnte sie in Boppard,[14] wo sie bis zu ihrem Tod im Haus in der Mainzer Straße lebte.

Bertha Falckenbergs Leben war in den letzten Jahren nicht einfach, sie war kränklich und lebte von der öffentlichen Fürsorge.[15] Ohne die Unterstützung durch viele Bürgerinnen und Bürger von Boppard wäre Ihr Leben noch schwieriger gewesen. Ihr Name ist heute in Boppard nur noch wenigen bekannt. Im Museum der Stadt sind keine Informationen bzw. Werke über bzw. von Bertha Falckenberg bekannt bzw. vorhanden. Das Haus in der Mainzer Straße 29 steht allerdings noch und wird von Friedhelm Freise, dem Sohn der Erbin Gudrun Freise, bewohnt. Die Familiengrabstätte auf dem Bopparder Friedhof ist allerdings schon vor vielen Jahren undokumentiert abgeräumt worden.

In ihrem letzten Willen vom 9. August 1949 setzte Bertha Falckenberg für den Fall ihres Ablebens die Kinder ihrer verstorbenen Geschwister zu gleichen Teilen als alleinige Erben ein: Jula Lorentz, Boppard; Karl Lorentz, Koblenz-Pfaffendorf; Edwin Lorentz, Brensbach/Odenwald; Hermann Falckenberg, Bünde/Westfalen. Im Inventarverzeichnis wurde auch ein altes Tafelklavier aus dem Jahr 1825 aufgeführt. Nach Auskunft von Helmut Freise ist dieses Klavier, das den Firmennamen des Urgroßvaters trug, der es den Großeltern 1858 zur Hochzeit geschenkt hatte, später an das Folkwang-Museum Essen abgegeben worden.

Was bleibt?

In Boppard gibt es noch Werke von Bertha Falckenberg. Im Besitz von Frau Gärtner sind folgende Werke, die auf dem Speicher des Falckenberg-Hauses im Nachlass von Jula Lorentz gefunden wurden:

  • Öl auf Malkarton:Mädchen mit Kopftuch und rotem Schal;
  • Porträt 1888 (dieses Bild stand immer auf einer Staffelei im Wohnzimmer von Jula Lorentz);
  • Dame mit Rüschenhäubchen 1888 (H. oder M. Nein?);
  • Junge Zigeunerin (weiße Bluse, rot-schwarz-kariertes Kopftuch, orange-roter Schal) 15.1.1887;
  • Mutter (?) der jungen Zigeunerin (weiße Bluse und rot-schwarz-kariertes Kopftuch) 4. Dec. 86;
  • Junge Frau in Tracht (Haube und großer weißer Kragen um die Schultern) 20.02.87;
  • Mädchenmit Ponyfrisur und rosa Schal (auf der Rückseite handschriftlicher Eintrag von Jula Lorentz: Evtl. Gräfin Kaunitz?);
  • Ölmalkreide: Klausenstraße in Dieblich;
Klausenstraße in Dieblich.
  • Aquarell: Klausenburg bei Koblenz-Ehrenbreitstein, signiert Falckenberg 86.
Klausenburg bei Koblenz-Ehrenbreitstein, signiert Falckenberg 86.

Dazu kommen noch 10 Ansichtskarten an Bertha Falckenberg bzw. ihre Eltern aus den 1890er Jahren, wobei u. a. auch der Elisenhof bei (Koblenz-) Arenberg als Adresse angegeben ist.

Frau Gärtner besitzt außerdem einen Alabasterschmuckkasten aus dem Besitz der Urgroßeltern von Bertha Falckenberg. Dem Kasten liegt eine Visitenkarte von Bertha bei, die auf der Rückseite folgenden Text von unbekannter Hand enthält: „Dieser Schmuckkasten stammt von Sophie Nedelmann, geb. Herff [sic!]. Sie erhielt ihn als Brautgeschenk von Karl Nedelmann im Jahre 1832.[16] Sie lebte damals auf der Gutleutemühle bei Kreuznach. Der Kasten besteht aus Alabaster. Auf den Deckel liess der Bräutigam die Gutleutmühle mahlen [sic!], das Brautpaar mit einer dritten Person, vielleicht ihrer Mutter oder Freundin, im Vordergrund.“

Auf die Werke im Besitz von Herrn Freise in Andernach soll an dieser Stelle auch noch einmal hingewiesen werden.[17]

Im Besitz der Familie Hermann Spelten in Dieblich-Mariaroth befindet sich eine Aquarellzeichnung von einem Haus in Mariaroth, das heute aber nicht mehr existiert. Sie ist datiert „dat. 19.7. 87“ und hat auf der Rückseite folgenden Text: „Den Neubürgern von Mariaroth, Weihnachten 1975, Tante Irene“.[18]

Mariaroth.

Schließlich ist noch auf ein Aquarell mit der Darstellung einer Moosrose im Besitz von Christian Simon in Boppard hinzuweisen.

Moosrose.

Es wäre denkbar, um nicht zu sagen wünschenswert, wenn „als Echo“ auf diesen Artikel noch weitere Werke von Bertha Falckenberg ans Tageslicht kämen. In einem Nachruf aus Berthas Freundeskreis heißt es: „Bertha Falckenberg war eine jener großen, tiefen und vielseitigen Naturen, die schlechthin in ein gut bürgerliches Milieu nicht passen. Zu ihr gehörte bei ihrer Vielseitigkeit ein bißchen ‚Bohèmewirtschaft‘ […] Solch reiches Leben ist unsterblich in seinen geschaffenen Werken und immer lebendig allen, die diesem Leben nahestanden“.[19] Bertha Falckenberg hat zu Lebzeiten immer eine Ausstellung ihrer Werke abgelehnt. Obwohl schon im Jahr 1951 die Anregung kam, das Werk dieser Künstlerin zu präsentieren, [20] ist es damals und auch in späterer Zeit meines Wissens nicht dazu gekommen. Vielleicht sollte man diesen Gedanken erneut aufgreifen. Wäre es nicht ein schönes Zeichen, wenn Bertha Falckenberg einen würdigen Platz in der Geschichte ihrer Heimatstadt Boppard fände?

Eine Kurzfassung des Beitrags finden Sie in der Rhein-Zeitung, Ausgabe B0 (Stadt Koblenz), Nr. 79, 6.4.2021, S. 20, sowie in der Rhein-Zeitung, Ausgabe J (Rhein-Hunsrück-Zeitung), Nr. 87, 15.4.2021, S. 18.


[1] Freundliche Auskunft des Standesamtes Boppard an das Stadtarchiv Koblenz vom 19.8.2016 (Standesamt Köln I Nr. 1948/1867 bzw. Standesamt Boppard (Nr. 100/1951). Für Informationen und Anregungen bin ich Marie-Luise Gärtner (Boppard), Helmut Freise (Andernach) und Michael Koelges (Stadtarchiv Koblenz) zu großem Dank verpflichtet. Frau Gärtner unterstützte Irene Müller (Nürnberg), die als Testamentsvollstreckerin nach dem Tod von Jula Lorentz fungierte. Herr Freise hat die Zeichnung 2016 an Heiner Drumm verkauft. Im Besitz von Herrn Freise, dessen Mutter das Patenkind von Jula Lorentz war, sind noch weitere Gemälde sowie Abschriften von Briefen und eine biografische Materialsammlung. Weitere Unterlagen befanden sich bei Henning Wenzel, einem Neffen von Bertha Falckenberg, in Siegen, darunter zahlreiche Unterlagen (Briefe aus der Berlin-Zeit 1886-1888, Tagebuch 1883-1887. In Wenzels Besitz waren auch das Ölbild Auguste Lorenz geb. F. „im Ballkleid“ und ein Skizzenbuch von 1876 („natürlich sehr kindlich“), das Pastellbild „Dame mit dem Umschlagtuch“ war im Besitz des Vetters Ernst Wenzel in Dortmund und zeigte dessen Schwester Sophie W., spätere Frau Werth.

[2] Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland 1967-1975, S. 113: Bearbeiter Alexander Stollenwerk, Boppard. Zum damaligen Zeitpunkt fanden sich ihre Werke durchweg in Privatbesitz; Benner, Ferdinand: Wer war Bertha Falckenberg? In: Rund um Boppard 30.11.2007, Nr. 48, S. 18.

[3] Petzet, Wolfgang: Otto Falckenberg. Mein Leben – Mein Theater. München/Wien/Leipzig 1944, S. 29.

[4] Euler, Friederike: Der Regisseur und Schauspielerpädagoge Otto Falckenberg. München 1976 (Münchener Universitätsschriften – Fachbereich Geschichts- und Kunstwissenschaften – Münchener Beiträge zur Theaterwissenschaft Bd. 5). S. 11.

[5] Stadtarchiv Koblenz N 19 (Zug. 81/4 a) – Nachlass Falckenberg.

[6] Rhein-Zeitung 11.12.1987, Nr. 287: Otto Falckenberg aus Koblenz. Die Kusine Bertha teilte seine Leidensschaft (sic!). Erinnerungen an einen Großen des Theaters.

[7] Freise, Helmut: Bertha Falckenberg. Erinnerungen an eine Bopparder Bürgerin. In: Rhein-Hunsrück-Kalender, Heimatjahrbuch des Rhein-Hunsrück-Kreises 43 (1987), S. 127-132; ders.: Aus einer alten Mappe. In: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 1989, S. 207-209 (betr. vier Zeichnungen bzw. ein Aquarell von Bertha Falckenberg betr. Klostermühle Arnstein, Margaretenkirche Arnstein-Weinähr und ein Kinderportrait Marie Jacobi aus Weinähr/Gelbach); ders.: Nostalgische Rheinreise von Mainz bis Köln. Aquarelle, Zeichnungen, Lithographien 1800-1950. Andernach 2015 (Andernacher Beiträge 30), S. 57 (mit Abb. der Horchheimer Bleistiftzeichnung).

[8] Schulhefte aus dieser Zeit mit Aufsätzen etc. aus dem Deutsch-Unterricht im Besitz von Herrn Freise, Andernach.

[9] Die Familie von Brösigke war mit der Familie Falckenberg verwandt.

[10] Nach Information von Helmut Freise befindet sich diese Jahreszahl in einem Stein im Haus.

[11] Kopien im Besitz von Helmut Freise; s. a. Stadtarchiv Koblenz, wie Anm. 5; Unterlagen des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes Boppard befinden sich in der Archivstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland (Best. 5 WV 024 B).

[12] Frdl. Information von Frau Gärtner, Boppard, vom 12.07.2020.

[13] Freundliche Mitteilung von Herrn Koelges, Stadtarchiv Koblenz, vom 16.05.2020.

[14] S. a. Helmut Schnatz: Der Luftkrieg im Raum Koblenz 1944/45. Eine Darstellung seines Verlaufs, seiner Auswirkungen und Hintergründe. Boppard am Rhein 1981 (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz 4), S. 278 mit Anm. 68, S. 286 mit Anm. 107/108, S. 319 mit Anm. 227. Jula Lorentz schildert hier ihre Erlebnisse beim schweren Bombenangriff auf Koblenz am Abend des 6. November 1944 und ihre Rückfahrt mit dem Triebwagen nach Boppard.

[15] Landeshauptarchiv Koblenz Best. 700,250 (Nachlass Wilhelm Hütten, Boppard) Nr. 27 Bl. 63 a: Brief von Bertha Falckenberg an Bürgermeister Dr. Alexander Stollenwerk vom 20.5.1951 mit der Bitte um Unterstützung; s. a. Stadtbibliothek Boppard – Kartei Dr. Alexander Stollenwerk. Gymnasiallehrer Dr. Hütten wohnte in den 1950er-Jahren in der ersten Etage des Hauses Falckenberg – frdl. Information von Frau Gärtner, Boppard, vom 12.07.2020.

[16] Die Jahreszahl ist später ergänzt. Die Personenzuordnung ist allerdings unkorrekt. Julie Christine Herf (1793-1864) – und nicht Sophie Nedelmann geb. Herff – war mit Johann Carl Christoph Nedelmann (1788-1872) verheiratet. Sie sind die Urgroßeltern von Bertha Falckenberg. Durch Gebrauchsspuren ist die Zeichnung auf dem Deckel kaum zu erkennen.  Nähere Informationen zur Familie Nedelmann finden sich im Stadtarchiv Koblenz und bei Herrn Freise in Andernach (s. a. Anm. 1). Die eigentlichen Familienpapiere sind im Besitz von Hedwig von Velsen-Zerweck geb. Nedelmann, Neversdorf.

[17] S. Anm. 1.

[18] Irene Müller (Nürnberg). Frau Müller war Testamentsvollstreckerin bei Jula Lorentz; s. a. Anm. 1.

[19] Haack, Georg (Lönshof/Alken): Abschied von der Malerin Berta (sic!) Falckenberg. In: Rhein-Zeitung – Ausgabe N/St. Goar – 23.8.1951, Nr. 201, S. 4; s. a. Heidedichter Hermann Löns lebt im Baybachtal fort. Lönshof mit umfassender Sammlung persönlicher Erinnerungsstücke. In: Rhein-Zeitung 30.6.1964 Nr. 148; der Lönshof bei Burgen im Baybachtal, auf dem Haack lebte, ist 1979 abgebrannt; s. Georg Giesing: Fluchtweg Baybachtal. Der legendäre Widerstandskämpfer Peter Zeutzheim entkommt der Gestapo. Zell 2010, S. 171.

[20] Haack, wie Anm. 19.

#Falckenberg, Bertha #Falckenberg, Otto

Claus Biederstaedt (1928-2020) und das Theater der Stadt Koblenz

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Claus Biederstaedt, Aufnahme 1987; Quelle: Der Hauptmann von Köpenick. Theater der Stadt Koblenz, Spielzeit 1987/88, Programmheft Nr. 17, S. 194 (StAK ZGD 591).

 

Am 18. Juni verstarb der Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt. Auch in Koblenz stand er zwischen 1985 und 1995 mehrfach auf der Bühne des Stadttheaters. 1988 schrieb er einen Brief an den damaligen Koblenzer Polizeipräsidenten Helmut Wintrich, den dieser 1991 dem Stadtarchiv in Kopie überlassen hat.

 

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Claus Biederstaedt an Helmut Wintrich, 1988, S. 1 (StAK ZGD 24-Biederstaedt).

 

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident!

Hannes Houska[1] gab mir Ihren so liebenswürdigen Brief vom 20.6. Darf ich Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin ganz herzlich Dank sagen für Ihre Worte, Gedanken und geäußerten Empfindungen. Es tut so gut zu wissen, daß das, was man erarbeitet hat, besten Wissens u. Gewissens, mit allen Beteiligten auch den Weg findet, den wir uns erhoffen. Für mich waren beide Anwesenheiten in Koblenz mit die schönsten Monate meines Lebens. Nicht zuletzt deshalb

 

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Claus Biederstaedt an Helmut Wintrich, 1988, S. 2 (StAK ZGD 24-Biederstaedt).

 

wollte ich auch hier den 60. Geburtstag feiern – teils als Dank an Koblenz – teils als Omen für mich.

Ich wünsche Ihnen für Ihr Tun alles Gute und grüße Sie und Ihre Frau Gemahlin auf das Herzlichste

Als Ihr ergebener und sehr dankbarer

Claus Biederstaedt

 

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Claus Biederstaedt als Hauptmann von Köpenick, Probenfoto. Quelle: Der Hauptmann von Köpenick. Theater der Stadt Koblenz, Spielzeit 1987/88, Programmheft Nr. 17, S. 193 (StAK ZGD 591).

 

[1] 1975 bis 1996 Intendant des Theaters der Stadt Koblenz.

#Biederstaedt, Claus #Wintrich, Helmut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Max Jacoby. Leben und Werk eines jüdischen Fotografen

 

Die Ausstellung, die neben dem fotografischen Werk Jacobys auch seine Familie und das jüdische Leben in Koblenz von 1910 bis 1938 in den Blick nimmt, öffnet am Freitag, 15. Mai. Die Ausstellung wurde gemeinsam von Landesmuseum und Stadtarchiv konzipiert.
Nähere Informationen des Landesmuseums Koblenz finden Sie hier.

 

 

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#Jacoby, Max

Der Nachlass Walter Hoerder und die Evangelische Bühnengilde Koblenz

 

Ein Beitrag von Andrea Rönz im Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Literaturhinweis:

Jochen Rath: „Es geht hier um höhere Dinge als nur blosses Theaterspielen!“ Die Evangelische Bühnengilde Koblenz. In: Pragmatisch, preußisch, protestantisch. Die Evangelische Gemeinde Koblenz im Spannungsfeld von rheinischem Katholizismus und preußischer Kirchenpolitik. Hrsg. vom Evangelischen Gemeindeverband Koblenz. Bonn 2003, S. 196-216.

Update 22. Mai 2020: https://blog.archiv.ekir.de/2020/05/22/die-evangelische-buehnengilde-koblenz-eine-digitale-ausstellung-mit-ddb-studio/

#Rönz, Andrea #Hoerder, Walter

Anton Gastauer (1807-1850), Maler und Lithograph. Eine biographische Skizze

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Ausschnitt aus: Karte der Umgebungen v. Coblenz, entworfen und gezeichnet von Johann Becker 1830. Hrsg. vom Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz. Koblenz 1989, Kartenbeilage.

 

Peter Kleber porträtiert den Zeichner und Lithographen, der in Boppard geboren wurde, in Koblenz seine Ausbildung erhielt, später im Württembergischen tätig war, in Krofdorf bei Gießen heiratete und dort auch starb.

Link zur PDF-Datei

#Kleber, Peter #Gastauer, Anton