(Grusel-)Partie aus dem Stadtarchiv

Seit jeher ist der Wald als „Naturerlebnisraum“[1], als „Lebensstätte“[2] verschiedener Tiere und Pflanzen sowie als „Wirtschafts- und Kulturgut“[3]  für die Menschen von enormer Bedeutung. Epochenübergreifend stellt er nicht nur in Märchen, in der Mythologie, in der Musik, in der Malerei, in Gedichten und Sprichwörtern eine besondere Kulisse bzw. Motivik bereit, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe etwa für die Herstellung von Papier und fungiert als Bau- und Werkstoff. Zudem ist er fester Bestandteil vieler gemeinschaftlicher Gebräuche und Sitten: Zur Geburt eines Kindes werden Bäumchen gepflanzt, feierlich werden Maibäume aufgestellt. Auch für Kinder hat der Wald Vieles anzubieten: Die Erkundung und Bestimmung von Pflanzen und Tieren, das Klettern auf Bäumen, das Balancieren auf Baumstämmen und nicht zuletzt das beliebte Errichten kleiner Waldhütten. Dabei wähnt man sich geborgen unter dem „allsehenden Auge“ der Natur.

Remstecken – Naherholungsgebiet mit Wildpark und Waldökostation bei Koblenz, Oktober 2020. Foto: Kathrin Schmude (Stadtarchiv Koblenz).

Er lädt außerdem dazu ein, abseits vom Alltagsstress in ihm Ruhe und Entspannung zu finden, so gilt doch die Natur als willkommener Balsam für Körper und Geist.[4] Zu Recht stellt Frank Scherer fest: „Ohne Wald wäre die Welt unendlich ärmer.“[5]  In diesem Sinne waren Wälder auch für die Menschen des beginnenden 20. Jahrhunderts eher positiv konnotiert. Vor allem den Koblenzern wird eine ganz besondere Liebe und innige Beziehung zu ihrem Stadtwald nachgesagt.[6] So diente im 16./17. Jahrhundert eine städtische Waldordnung dazu, die regelmäßige Pflege des Waldes rund um Koblenz sicherzustellen und Verstöße entsprechend zu ahnden.[7]

Impressionen vom Remstecken – Naherholungsgebiet mit Wildpark und Waldökostation bei Koblenz, Oktober 2020. Fotos: Kathrin Schmude (Stadtarchiv Koblenz).

Wohl behütet und gepflegt, diente der Stadtwald in der Vergangenheit augenscheinlich als beliebte Kulisse für Erinnerungsfotos und Ansichtskarten. Im Zuge unserer Bestandsrevision sind solche zu Tage getreten, deren Motive eine Gänsehaut verursachen und an aktuelle mediale Gruselmotive erinnern. In diesem Jahr wird Halloween kleiner und zurückhaltender begangen. Ein Grund mehr, die Gruselfreunde jenseits einer allzu ernsthaften, wissenschaftlichen Betrachtungsweise und im Sinne populärer Unterhaltung für zwischendurch an diesen schaurig-schönen Archivalienfunden teilhaben zu lassen.

StAK (Stadtarchiv Koblenz) FA1 – Stadtwald Drei Eichen 1908.
StAK FA 4,21 Nr. 8, Bild 104 – Partie aus dem Stadtwald, Coblenz am Rhein.
StAK FA 4,21 Nr. 8, Bild 105 – Partie aus dem Stadtwald, Coblenz am Rhein.
StAK FA 4,14 Nr. 1 – Im Wäldchen „An der Urne“, im Park hinter dem Salesianerinnenkloster Moselweiß.

Betrachtet man das „Wäldchen“ durch die Linse der immer komplexeren Medienwelt, scheint dieser zwar ähnlich bedeutsam, aber dabei weitaus negativer besetzt zu sein – Schutz und Geborgenheit, Ruhe und Erholung sucht man darin vergeblich. Im Laufe der Zeit setzte sich das Narrativ vom düsteren und gefährlichen Wald und der darin waltenden, „übermächtigen Natur“[8] durch. Wälder wurden mehr und mehr zu einer Bedrohungs- und Gefahrenkulisse: Die Geschwister Hänsel und Gretel und Rotkäppchen verirren sich im Wald und geraten in große Nöte, Rumpelstilzchen tanzt in der Nacht um das Feuer vor seiner kleinen Waldhütte.

Rumpelstilzchen im Wald, abrufbar unter URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rumpelstiltskin_Efteling.jpg (Aufruf: 15.10.2020).
Hänsel und Gretel bei der Hexe im Wald, abrufbar unter
URL: https://garaycochea.wordpress.com/2015/04/04/ninos-vengativos/ (Aufruf: 15.10.2020).
Rotkäppchen und der Wolf, abrufbar unter URL: https://nat.museum-digital.de/singleimage.php?imagenr=224907 (Aufruf: 15.10.2020).

In der Welt der Bücher, Filme und Computerspiele bringt der Wald als Unfall- und Tatort weniger Heil für Körper und Geist, sondern führt seine Besucher direkt ins Verderben.

Als Lebensraum für Fabelwesen, Geister, Dämonen, Hexen und Ähnliches bietet er das optimale Areal, in dem seltsame Geschöpfe ihr Unwesen treiben können.

Fantasiewesen im Wald, abrufbar unter URL: https://pixabay.com/de/illustrations/fantasie-wald-b%C3%A4ume-natur-4192511/ (Aufruf: 30.10.2020).

Von diesen Narrativen, die (kultur-)geschichtlich gewachsen sind und sich stetig wandeln, sind viele Menschen geprägt. Sie assoziieren den Wald mit dem Bösen, Bedrohlichen, Unbekannten, Geheimnisvollen und Transzendenten,[9] was aber gleichzeitig dessen Anziehungskraft auf die Menschen keinen nennenswerten Abbruch tut – die „Lust am Gruseln“[10] öffnet dem Wald immer wieder Tür und Tor zur vielgestaltigen Medienwelt.


[1] Siehe „Waldkultur: Bedeutung des Waldes für die kulturelle Entwicklung der Bevölkerung und der Landschaft“, 14. Juli 2011, abrufbar unter URL: https://www.ortenaukreis.de/Startseite/Aktuelles/Waldkultur-Bedeutung-des-Waldes-f%C3%BCr-kulturelle-Entwicklung-der-Bev%C3%B6lkerung-und-der-Landschaft.php?object=tx,2421.1.1&ModID=7&FID=2390.9527.1&NavID=2421.3&La=1 (Aufruf: 9.10.2020).

[2] Ebd.

[3] Ebd.; vgl. in diesem Sinne auch den Artikel „Der Wald – ein Kulturgut“ auf der Internetseite der Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW), abrufbar unter URL: https://www.forstbw.de/wald-im-land/kulturgut/ (Aufruf: 9.10.2020) sowie Michels, Willi K.: Die Natur ganz pur. Feuilletonistische Gedanken zum Erlebnis Koblenzer Stadtwald, in: Michels, Willi K. (Bearb.): Unser Stadtwald. Die grüne Lunge von Koblenz, Koblenz 1993 (Amt für Liegenschaften und Forsten, Stadt Koblenz), S. 13.

[4] Vgl. „Waldkultur. Bedeutung des Waldes für die kulturelle Entwicklung der Bevölkerung und der Landschaft“; „Der Wald – ein Kulturgut“; „Selbermachen. Ei­ne Wald­hüt­te bau­en“, 9. Juni 2018, abrufbar unter URL: https://www.kindersache.de/bereiche/spiel-spass/selbermachen/eine-waldhuette-bauen (Aufruf: 18.10.2020) und Michels: Die Natur ganz pur, S. 11.

[5] Siehe Scherer, Frank (Landrat): Worte zur Eröffnung der Ausstellungen „Wald-Kultur“ und „Faszination Holz“ im Landratsamt Ortenaukreis, abrufbar unter URL: https://www.ortenaukreis.de/index.php?ModID=7&FID=2390.9527.1&object=tx%7C2390.9527.1 (Aufruf: 30.10.2020).

[6] Vgl. Michels: Die Natur ganz pur, S. 11-12.

[7] Vgl. StAK 623 Nr. 1248 und Hachenberg, Friedrich: 2000 Jahre Waldwirtschaft am Mittelrhein, Koblenz 1992 (Veröffentlichungen des Landesmuseums, 41), S. 53-55.

[8] Siehe Dollak, Anna: „Warum wir Wald gruselig finden“, 13. Juni 2018, abrufbar unter URL: https://gruener-journalismus.de/blog/warum-wir-wald-gruselig-finden/ (Aufruf: 5.10.2020).

[9] Vgl. im Ganzen ebd.

[10] Siehe „Halloween und Horrorfilm: Die Lust am Gruseln“, in: Süddeutsche Zeitung online, 27. Oktober 2019, abrufbar unter URL: https://www.sueddeutsche.de/leben/gesellschaft-halloween-und-horrorfilm-die-lust-am-gruseln-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-171027-99-624724 (Aufruf: 30.10.2020).

Koblenz postkolonial

Kolonialwarengeschäft Rüter in Metternich, Trierer Straße 333, um 1925 (StAK FA 4,21 Nr. 4 Bild 204).

Die Stadt Koblenz besitzt einen Namensvetter in Namibia: Coblenz. Der heute circa 2500 Einwohner*innen zählende Ort liegt in der Kalahari, etwa 60 Kilometer von Grootfontein entfernt. Ein genaueres Gründungsdatum von Coblenz in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika ist nicht bekannt, erwähnt wird es 1902 zum ersten Mal. Die Namenswahl des Ortes geht auf das hiesige Koblenz zurück: dort, wo das namibische Coblenz liegt, vereinen sich die Trockenflüsse Omatako und Omambonde. Dies erinnerte die deutschen Kolonialsoldaten an das Deutsche Eck, an dem die Mosel in den Rhein fließt. Deswegen benannten sie den Ort nach Koblenz, damals noch in der alten Schreibweise mit C beginnend.

Coblenz verfügt über eine Klink, eine Polizeistation, Metzgerei, Gesamtschule, Kindergarten und mehrere Läden, darunter auch lokale Bäckereien. Die Kirche des Ortes wurde 1994, nach der Unabhängigkeit Namibias, mit Spenden aus Sieg am Rhein [?] erbaut. Am 11.07.2017 berichtete die Rhein-Zeitung über das Interesse der Gesamtschule an Informationsmaterial über das deutsche Koblenz und einem generellen Austausch.

Zitat aus: www.koblenz.postkolonial.net (Zugriff 7.10.2020).

Delikatessen und Kolonialwaren Josef Temme, Koblenz, Schenkendorfplatz 33, 1914 (StAK FA 4,21 Nr. 10 Bild 134).

Ein Park für die Toten und die Lebenden. 200 Jahre Hauptfriedhof Koblenz

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Ein Park für die Toten und die Lebenden. 200 Jahre Hauptfriedhof Koblenz. Hrsg. vom Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz. Mit Beiträgen von Manfred Böckling, Andreas Drechsler, Verena Groß, Lara Kaiser, Michael Karkosch, Ulrike Neurath, Rita Reusch und Wolfgang Schmid. Regensburg: Schnell & Steiner, 2020. – 280 S., zahlr. Ill., Kt. ISBN 978-3-7954-3483-0. – 20,– EUR.

 

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Bahnfrei für „Confluentia“. Die Koblenzer Schuhfabrik J. Cornelius

 

Von unserem Gastautor Paul Dahms

 

Wird über Turnschuhe aus deutscher Produktion gesprochen, fallen ganz selbstverständlich die Namen der Marken mit den drei Streifen und der springenden Raubkatze. Denn seit 1924 sind die Artikel der Gebrüder Dassler Schuhfabrik(en) aus Herzogenaurach bei olympischen Athleten, Freizeitsportlern und jungen Leuten – auch ohne Neigung zu körperlicher Anstrengung – gleichermaßen beliebt. Ganz in Vergessenheit geraten ist, dass die ersten erfolgreichen deutschen Turnschuhe aus Koblenz kamen: Die Schuhfabrik „Confluentia“ fertigte dort schon 1909 Sportschuhe und eroberte mit ihrer Marke „Bahnfrei“ sogar international Märkte.

 

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Werbeanzeige, Koblenzer Adressbuch 1879.

 

Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1874: Jakob Cornelius, Schuhmacher aus dem Hunsrück, eröffnet in der Löhrstraße 17 einen kleinen Schuhladen. Sein Sohn Joseph, 1849 geboren und später Schuhmacher wie der Vater, geht 1870 nach England, um sich spezielle Fabrikationskenntnisse anzueignen und kehrt, über Stationen in Brüssel und Paris, mit neuen Ideen nach Koblenz zurück. Er übernimmt das elterliche Geschäft, zieht damit 1875 in die Löhrstraße 30 und offeriert als „Englische Schuhfabrik“ Fertigware, Maßschuhe und „Patent-Gummisohlen“. Angesichts der nicht unerheblichen Konkurrenz in der Stadt – es gibt neun weitere Schuhläden und über 200 Schuster – scheint Cornelius seine „Schäftenfabrik, Schuhmacherartikel- und Lederhandlung“ Mitte der 1880er-Jahre aufgegeben zu haben. Der Geschäftseintrag ist aus dem Koblenzer Adressbuch verschwunden, stattdessen wird Joseph Cornelius als „Handlungsreisender“ geführt.

 

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Firmengründer Joseph Cornelius sen. (1849-1943) (privat).

 

1897 wagt er, inzwischen verheiratet und selbst Vater, den Neuanfang und macht in der Firmungstraße 27 eine „en gros en detail“ Schuhwarenhandlung auf. Einige Jahre darauf wiederholt sich die Familiengeschichte: 1906 gründet er mit seinem Sohn Joseph jun. die Firma „Jos. Cornelius & Sohn“. Der Betrieb hat drei Arbeiter und fertigt neben Straßenschuhen auch Turnschuhe, die guten Absatz finden. So guten, dass Cornelius und Sohn 1909 expandieren und in der Montalembertstraße 48 die Schuhfabrik „Confluentia“ eröffnen. Das Schuhwarenhaus wird aus der Altstadt in die Löhrstraße 51 verlegt. Geführt von der Gattin des Seniors, Wilhelmine, dient es zusätzlich dem „Allein-Verkauf“ der Eigenmarken.

 

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Briefkopf der Schuhfabrik „Confluentia“, um 1912 (StAK 623 Nr. 4122).

 

Seitdem „Turnvater“ Jahn mit paramilitärischer Leibeserziehung deutsche Männer für die Befreiungskriege gegen Napoleon siegreich stählte, genießt Sport im deutschen Kaiserreich einen hohen Stellenwert. Die Zahl der Turnvereine nimmt Ende des 19. Jahrhunderts zu, das Frauenturnen erlebt eine zarte Blüte. Die vielen Sportler auf Rasen und Aschenbahn, an Barren und Reck, brauchen Schuhwerk – und „Confluentia“ stellt das passende her. Worauf es dabei ankommt, weiß Joseph Cornelius sen. genau. Er ist Mitbegründer der „Koblenzer Turngesellschaft“ und engagierter Turner, der dies gern kundtut: „Unserm Stadtrat Turnen ich empfehle, denn es stärkt die Körper- und Geisteskraft.“ Die Spezialität seiner Fabrik ist der Turnschuh „Bahnfrei“, beworben als der „billigste und beste“, prämiert auf der Internationalen Ausstellung für Sport und Spiel in Frankfurt am Main 1910 und auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911. Als in Leipzig anlässlich des 100. Jahrestags der Völkerschlacht das 12. Deutsche Turnfest stattfindet, stecken unzählige Füße in „Confluentia“-Modellen. Ein Jahr danach müssen die meisten der Träger den Wettkampfplatz gegen das Schlachtfeld tauschen: Von August 1914 an bestimmt der Erste Weltkrieg bis zum Waffenstillstand im November 1918 vier Jahre lang das Geschehen. Anschließend okkupieren die Siegermächte das Rheinland, Koblenz ist Hauptquartier der amerikanischen Besatzungstruppen.

 

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Werbung für „Confluentia“-Sportschuhe, 1912 (StAK KH 102: Turngesellschaft Koblenz e. V., Jahresbericht 1911-1912, S. 33). – Grußpostkarte 12. Deutsches Turnfest, Leipzig 1913 (privat).

 

Die Schuhfabrik übersteht den Krieg trotz Handelsbeschränkungen, Zwangsbewirtschaftung, Material- und Arbeitskräftemangel unbeschadet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie im Zuge der Umstellung auf Kriegswirtschaft auch Schuhwerk für den Heeresbedarf produzierte. In der Nachkriegszeit zwingt die desolate wirtschaftliche Lage in Deutschland so manches Unternehmen zum Aufgeben, doch bei „Confluentia“ drehen sich die Räder der Nähmaschinen weiter, Schwierigkeiten mit den Besatzern haben eher unbedeutenden Charakter: „Der Führer der amerik. Kompagnie B I. Ing. beschwert sich darüber, dass in dem Hause neben der Kaserne in der Steinstraße die Abortgrube überläuft … In einer Entfernung von ungefähr 3 Mtr. dahinter befindet sich in einer Holzbaracke eine amerik. Küche … Bei Regenwetter und der entsprechenden Windrichtung geht ein Gestank nach den amerik. Baraken …“, heißt es in einem Polizeibericht. Joseph Cornelius jun., mittlerweile Firmenleiter, beauftragt die Leerung der Abortgrube auf dem Fabrikgelände – und er entscheidet sich dafür, ein modernes Fabrikgebäude im Moselweißer Weg 133 errichten zu lassen. Obwohl Maschinenpark und Räumlichkeiten am bisherigen Standort mehrfach erweitert wurden, reicht die Kapazität nicht aus, um die steigende Nachfrage zu befriedigen.

 

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Hauptgebäude der „Confluentia“-Schuhfabrik, Bauzeichnung, 1920 (StAK 623,1 Nr. 1595).

 

Am 27. Januar 1920 wird der Grundstein gelegt, am Jahresende ist der Neubau aus Eisenbeton betriebsfertig. „Derselbe umfaßt fünf übereinanderliegende durch Fahrstuhl verbundene große, helle Arbeitssäle, sowie Büro, Lagerräume und Versandabteilung.  Angeschlossen an das Hauptgebäude befindet sich der mit allen der Neuzeit erforderlichen Einrichtungen versehene Wohlfahrtsraum“, schwärmt die Sonderausgabe „Deutscher Städtebau Coblenz“. In der 5. Etage werden Stoffe zugeschnitten und Schäfte zusammengenäht, in der 4. Etage über den Leisten gezogen und in der 2. Etage mit Sohlen, welche die Stanzerei im Erdgeschoss aus verschiedenen Rohstoffen herstellt, zum Schuh zusammengesetzt. In der 3. Etage liegen Lager- und Versandräume für die fertige Ware. Sämtliche Maschinen werden mit „elektromotorischer Kraft“ angetrieben, in einem Nebengebäude befinden sich Schlosserei, Schreinerei, Mechanikerwerkstätten, Pferdestallungen und Wagenremise.

 

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Die neue Fabrik im Moselweißer Weg 133 (DARI 1922, S. 88).

 

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Näherinnen in der Stepperei (StAK S 54 Nr. 1, S. 9). – Sortieren der Ware im Versandlager (StAK S 54, Nr. 1, S. 10).

 

Ungeachtet der Tatsache, dass die ökonomische Situation der jungen Weimarer Republik instabil ist und die Geldentwertung stetig voranschreitet, wandelt Cornelius jun. das Familienunternehmen 1921 in eine Aktiengesellschaft um. Die „Confluentia AG“ gehört zu den größten und leistungsstärksten Betrieben in Koblenz und beschäftigt 1922 über 400 Arbeiter und Angestellte, ihre tägliche Produktionsrate beträgt 4000 Paar Schuhe. Das Prinzip, Massenware mit Qualität zu „billigen Preisen“ auf den Markt zu bringen, ist profitabel. Regelmäßig präsentiert „Confluentia“ bewährte und neueste Modelle auf der Leipziger Mustermesse. Mit dem Ende der Inflation 1923 kommt es im Land zu einem Konsumaufschwung, überdies ist der Geist der neuen Zeit umsatzfördernd. Die Zwanziger Jahre sind nicht nur in politischer Hinsicht bewegte – man wird mobiler, fährt Auto, Motorrad, verreist und treibt alle Arten von Sport, der sich zum Massenphänomen entwickelt, das auch die vom Korsett befreite Frau erfasst. Eine amerikanisch inspirierte Sportmode beeinflusst den Kleidungsstil beider Geschlechter und lässt Sportschuhe zu alltäglichen Gebrauchsartikeln werden.

 

Schuhfabrik_Confluentia_08_Aktie

Aktie der „Confluentia AG“, nach Einführung der Rentenmark auf 20 Mark abgewertet (Auktionshaus Gutowski, Wolfenbüttel).

 

Die „Confluentia AG“ vergrößert ihr Angebot entsprechend, neben Turnschuhen gibt es Tennis-, Strand- und Promenadenschuhe und für die vom Hasten und Tanzen müden Füße der rastlosen Großstädter den Hausschuh „Siesta“ aus Kamelhaar. Das Personal ist 1925 auf 500 Mitarbeiter angewachsen, pro Tag werden 5000 Paar Schuhe hergestellt, der Inlandsverkauf und der Export über Europas Grenzen hinaus florieren. Auf dem Firmengelände Moselweißer Straße sind bauliche Erweiterungen nötig, 1931 wird eine neue Transformatorenstation errichtet.

 

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Katalog für Strand- und Tennisschuhe, um 1924. Zeitschriftenwerbung zur Leipziger Messe 1925 (StAK S 54 Nr. 1, S. 1-2, 4, 23).

 

Die „Confluentia AG“ vergrößert ihr Angebot entsprechend, neben Turnschuhen gibt es Tennis-, Strand- und Promenadenschuhe und für die vom Hasten und Tanzen müden Füße der rastlosen Großstädter den Hausschuh „Siesta“ aus Kamelhaar. Das Personal ist 1925 auf 500 Mitarbeiter angewachsen, pro Tag werden 5000 Paar Schuhe hergestellt, der Inlandsverkauf und der Export über Europas Grenzen hinaus florieren. Auf dem Firmengelände Moselweißer Straße sind bauliche Erweiterungen nötig, 1931 wird eine neue Transformatorenstation errichtet.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es in Deutschland bereits fünf Millionen Erwerbslose. Denn die „Goldenen Zwanziger“ waren mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen: Am 25. Oktober 1929 hatte der Zusammenbruch der New Yorker Börse eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst. Infolgedessen war die Industrieproduktion gesunken, die Zahl der Konkurse beständig gewachsen. Im Jahr 1932 muss auch die „Confluentia AG“ ihre Tore für immer schließen. Das Fabrikgebäude funktioniert die Firma Jac. Brien Söhne – Kolonialwaren – zum Lagerhaus um.

Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin erringen Dassler-Schuhe sportliche Erfolge, „Bahnfrei“ sind längst Vergangenheit. Doch ein Stück der „Confluentia“-Geschichte lebt bis heute in der Koblenzer Innenstadt weiter. Am historischen Standort Löhrstraße 51 werden noch immer Schuhe verkauft – Geschäftsinhaber ist Rolf Lahr, der Urenkel von Joseph Cornelius sen.

 

*Joseph Cornelius sen. war ein bekannter Mundartdichter. Von ihm stammt auch das Schängellied, die Hymne der Koblenzer. 

 

 

Quellen und Literatur

Bellinghausen, Hans (Bearb.): Deutschlands Städtebau Coblenz, Deutscher Architektur- und Industrieverlag Berlin (DARI) 1922, S. 88-89.

Bellinghausen, Hans (Bearb.): Deutschlands Städtebau Coblenz, 2. Aufl., Deutscher Architektur- und Industrieverlag Berlin (DARI) 1925, S. 206-207.

Cornelius, Josef: Heiteres aus meiner Vaterstadt. Lieder und Gedichte in Coblenzer Mundart, Coblenz 1928, S. 161.

Nationalblatt, Ausgabe Koblenz, Nr. 84, 12.4.1934.

Stollenwerk, Alexander: Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, Landeskundliche Vierteljahrsblätter, Sonderhefte, Trier 1967/1975, S. 441.

Schütz, Wolfgang: Koblenzer Köpfe (2. Aufl.), Mülheim-Kärlich 2005, S. 118-119.

Winkler, Heinrich-August: Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1998, S. 143, 199, 237, 357.

StAK 623,1 Nr. 1465, 1595.

 

#Cornelius, Joseph sen. #Cornelius, Joseph jun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Notabelnpolitik in Koblenz. Partizipationschancen in der reaktionären Rheinprovinz (1815-1848)

 

Cover_Notabelnpolitik

Katharina Thielen: Notabelnpolitik in Koblenz. Partizipationschancen in der reaktionären Rheinprovinz (1815-1848). Trier: Kliomedia, 2020 (Geschichte und Kultur. Kleine Saarbrücker Reihe 8). – 289 S., Ill., graph. Darst. ISBN 978-3-89890-218-2. – 39,– EUR.

 

 

Am Abend des 18. Juni 1849 kam Paul Geromont, Student der Rechtswissenschaften, während der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Schlacht von Waterloo bei einer Schlägerei mit Offizieren der Koblenzer Garnison ums Leben. Die Beisetzung geriet zu einer Demonstration gegen den preußischen Staat und die Willkür des Militärs.

„In der Rückschau fällt die Beerdigung mit dem Ende der Revolution von 1848/49 zusammen. Vorangegangen war ihr eine Phase, die in der geschichtswissenschaftlichen Forschung als Übergangszeit Zwischen Restauration und Revolution (Faber), Zwischen Reform und Revolution (Koselleck), Zwischen Restauration, Reform und Revolution (Fahrmeir) oder Zwischen Frankreich und Preußen (Koltes) bezeichnet wird und Gegenstand der folgenden Ausführungen sein soll. Im Gegensatz zu der gängigen Interpretation, die Zeit zwischen 1815 und 1848 als Epoche des politischen Stillstands oder Rückschritts zu verstehen, wird davon ausgegangen, dass eine aktive Einflussnahme auf das politische und gesellschaftliche Leben jener Übergangszeit durchaus möglich – wenn auch nicht immer von Erfolg gekrönt – war. Besonders in den Städten links des Rheins hatte die fast zwanzigjährige Zugehörigkeit zu Frankreich den Grundstein für die Ausbildung einer neuen an Besitz und Leistung orientierten politischen Führungsschicht gelegt, die dem altständischen Adel seine Monopolstellung streitig machte. Beim Übergang der zwischen Saarbrücken im Süden und Kleve im Norden liegenden Gebiete an das Königreich Preußen wurde die Beibehaltung und Durchsetzung der neugewonnenen Rechte und Freiheiten in Koblenz wie andernorts zum Ziel dieser Elite, die sich nun ein zweites Mal in einem neuen politischen System behaupten musste. Ob und mit welchen Mitteln ihr dies gelang, gilt es heruszufinden. Ziel ist es, die Möglichkeiten politischer Partizipation in den Jahren 1815 bis 1848 am Beispiel der Stadt Koblenz auszuloten“ (aus der Einleitung, S. 9-22, Zitat S. 10-11).

#Thielen, Katharina

Mütterlein, lieb Mütterlein …

Anlässlich des amerikanischen Bürgerkrieges (1861 bis 1865) ursprünglich von der Friedensaktivistin Ann Jarvis und Julia Ward Howe zunächst als „Mother´s Day of Peace“ begründet, setzte sich der „Mother´s Day“ auf Betreiben der Tochter Ann Jarvis Junior zunächst in West-Virginia, ab 1914 dann in den ganzen USA als offizieller Feiertag durch. Ursprünglich von Woodrow Wilson auf den 8. Mai datiert, findet er in Anlehnung an den Todestag von Anne Jarvis in der Regel am zweiten Sonntag im Mai statt. Die schon bald darauf einsetzende Kommerzialisierung des neuen Gedenktages brachte den „Mother´s Day“ in die Welt, so auch um 1923 nach Deutschland. Im Rahmen ihres Familien- und Frauenbildes erhoben die Nationalsozialisten 1933 den „Muttertag“ zum nationalen Feiertag. Wenige Jahre später wurde der neue „eingedeutschte“ Feiertag durch das sogenannte „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ (Mutterkreuz) als Pendant zum „Eisernen Kreuz“ für die Soldaten ergänzt, das jede Mutter ab dem vierten Kind „für ihren Einsatz von ´Leib und Leben´ bei der Geburt und Kinderaufzucht“[1] erhielt. Trotz dieser Vorbelastung durch den Nationalsozialismus wird der Muttertag wohl vor allem aus ökonomischen Beweggründen bis heute begangen, in Deutschland traditionell immer am zweiten Sonntag im Mai.[2]

Inge Bergweiler, geboren 1922 in Koblenz, Schülerin der Ursulinenschule in der Hohenzollernstraße (heute: Bischöfliches Cusanus-Gymnasium Koblenz),[3] verfasste vermutlich zwischen 1928 und 1930 für ihre Mutter folgendes Gedicht[4], das wir Ihnen anlässlich des bevorstehenden Muttertages nicht vorenthalten wollen:

Für den Fall, dass Sie kein Sütterlin lesen können, haben wir eine Transkription für Sie vorbereitet.

[1] Siehe Kipp, Michaela: Das Mutterkreuz, in: LeMO – Lebendiges Museum Online, 12. September 2014, abrufbar unter URL: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/mutterkreuz.html (Aufruf: 7.5.2020).

[2] Vgl. Göttert, Karl-Heinz: Alle unsere Feste. Ihre Herkunft und Bedeutung, Stuttgart 2007, S. 138-140.

[3] Vgl. StAK Zugang Nr. 18/2019 Nr. 2 und Nr. 5.

[4] Vgl. StAK Zugang Nr. 18/2019 Nr. 2.

Zugang Nr. 18_2019, Nr. 2   Inge Bergweiler bei ihrer Kommunion 1932. StAK Zug. 18/2019 Nr. 2.

Screenshot (86)Gedicht von Inge Bergweiler. StAK Zug. 18/2019 Nr. 2.

„Seuchenchronik des Coblenzer Talkessels“

Pestkreuz in Koblenz Löhrstrasse

Pestkreuz von 1669 an der Löhrstraße/Ecke Kardinal-Krementz-Straße, Aufnahme vom 25.12.2011 (Wikimedia Commons, Foto Warburg, CC BY-SA 3.0)

 

Eine Auswahl stadt- und regionalgeschichtlicher Literatur zur Geschichte der Infektionskrankheiten im Raum Koblenz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert:

 

Althammer, Beate: Die Cholera. Eine Naturkatastrophe? Reaktionen angesichts einer tödlichen Seuche im Rheinland und in Katalonien, 1831-1867. In: Traverse. Zeitschrift für Geschichte/Revue d’Histoire 10 (2003), Heft 3, S. 21-48.

Bär, Max: Das vormalige Siechenhaus bei Koblenz. In: Mittelrheinische Geschichtsblätter 4 (1924), Nr. 2, S. 2-3; Nr. 3, S. 2.
Digitalisat

Bellinghausen, Hans: Die Cholera in Koblenz 1892. In: Koblenzer Heimatblatt 4 (1927), Nr. 10, S. 4.
Digitalisat

Diel, Wilhelm: Die Geschichte des Medizinalwesens in Koblenz bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Düsseldorf 1940 (Düsseldorfer Arbeiten zur Geschichte der Medizin 24).

Frohn, Wilhelm: Der Aussatz im Rheinland. Sein Vorkommen und seine Bekämpfung. Jena 1933 (Arbeiten zur Kenntnis der Geschichte der Medizin im Rheinland und in Westfalen 11).

Frohn, Wilhelm: Siechenhäuser und Verkehrsstraßen im Rheinland. In: Rheinische Vierteljahrsblätter 2 (1932), S. 143-164.

General-Bericht des Königlich Rheinischen Medicinal-Collegii über das Jahr […]. Bearb. von Franz Gerhard Wegeler u. Julius Stephan Wegeler. Coblenz 1828-1847. – [Jeweils über die Jahre 1825 bis 1845.]
Digitalisat

General-Sanitätsbericht für […] mit Rückblick auf frühere Jahre (Der Regierungsbezirk Koblenz). Coblenz 1887-1893. – 1. Für 1883-85. – 2. Für 1886-88. – 3. Für 1889-91.
Digitalisat

Grundmann, Ulrike: Das Hospital in Koblenz (1110-1945). Diss. med. Aachen 1992, Herzogenrath 1992.

Johann, Jürgen: Der „schwarze Tod“ im Rheinland. Das Pestjahr 1349 am Mittelrhein. In: Rheinische Heimatpflege N. F. 42 (2004), S. 129-142.
S. 139-140: Die Pest in Koblenz.

Kallenbach, Reinhard: Leben und leiden in Koblenz. Ein Beitrag zur Entwicklung der kommunalen „Gesundheits-Infrastruktur“ im 19. und 20. Jahrhundert. Krankenhauswesen, Trinkwasserversorgung, Abfall und Entwässerung. Diss. phil. Würzburg 2007, Koblenz 2007.

Klövekorn, G. H.: Der Aussatz im Rheinland (Geschichtliche Landeskunde. Mitteilungen des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn). In: Rheinische Heimatblätter 6 (1929), Nr. 12, S. 411-414.
Digitalisat

Mündnich, Joseph: Das Hospital zu Coblenz. Festschrift zur Hundertjahrfeier. Coblenz 1905.
Digitalisat

Priewer, Helmut; Priewer, Mathias: Sterbefälle und Todesursachen im Mittelrheingebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus historisch-demographischer Sicht. In: Nassauische Annalen 120 (2009), S. 413-480.

Raitz von Frentz, Jakob Franz Hubert: Vortrag über die sanitätspolizeilichen Verhältnisse der Stadt Coblenz, mit Rücksicht auf die Trinkwasser-Frage. Gehalten in der Generalversammlung des hiesigen Zweigvereins für öffentliche Gesundheitspflege am 3. Mai 1870. In: B. Schulz: Zur öffentlichen Gesundheitspflege in Coblenz. Coblenz 1872, S. 1-19 [beigebunden].
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Reitz, Georg: Medizinische Ratschläge über die Behandlung der weißen und roten Ruhr aus dem Jahre 1743. In: Mittelrheinische Geschichtsblätter 9 (1929), Nr. 7, S. 4.
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Aus einem 1740 begonnenen „Gülser Pfarrbuch“.

[Reitz, Georg?]: Noch etwas vom Siechenhaus bei Kapellen. In: Mittelrheinische Geschichtsblätter 8 (1928), Nr. 3, S. 2-3.
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Schüller, Andreas: Der Aussatz in Koblenz (16. und 17. Jahrhundert). In: Alt-Koblenz. Eine Sammlung geschichtlicher Abhandlungen. Hrsg. von Hans Bellinghausen. Bd. 1, Koblenz 1929 , S. 137-144.

Schüller, Andreas: Die letzte Pest in Coblenz und Umgegend 1666-1668. In: Rheinische Heimatblätter 1 (1924), Nr. 7, S. 210-228.
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Wiederabdruck in: Alt-Koblenz. Eine Sammlung geschichtlicher Abhandlungen. Hrsg. von Hans Bellinghausen. Bd. 1, Koblenz 1929, S. 193-216.

Schüller, Andreas: Sanitäre Verhältnisse in Koblenz im 16. und 17. Jahrhundert. In: Alt-Koblenz. Eine Sammlung geschichtlicher Abhandlungen. Hrsg. von Hans Bellinghausen. Bd. 1, Koblenz 1929, S. 144-185.

Schüller, Andreas: Seuchenchronik des Coblenzer Talkessels (16. und 17. Jahrhundert). In: Zeitschrift für Heimatkunde der Regierungsbezirke Coblenz und Trier und der angrenzenden Gebiete 3 (1922), Nr. 33, S. 235-241; Nr. 35, S. 299-303; Nr. 36, S. 318-321.
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Schüller, Andreas: Von Pestläuften in unserer Heimat. In: Heimatkalender für den Landkreis Koblenz 1 (1928), S. 77-83.

Staerk, Dieter: Gutleuthäuser und Kotten im südwestdeutschen Raum. Ein Beitrag zur Erforschung der städtischen Wohlfahrtspflege in Mittelalter und Frühneuzeit. In: Die Stadt in der europäischen Geschichte. Festschrift Edith Ennen. Hrsg. von Werner Besch u. a. Bonn 1972, S. 529-553.
S. 535-537: Siechhäuser im Brückbachtal (Siechhaustal) zwischen Koblenz und Kapellen.

Stollenwerk, Alexander: Die Cholera im Regierungsbezirk Koblenz. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 5 (1979), S. 241-272.

Uhrmacher, Martin: Lepra und Leprosorien im rheinischen Raum vom 12. bis zum 18. Jahrhundert. Trier 2011 (Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte 8; Publications du Centre Luxembourgeois de Documentation et d’Etudes Médiévales 36).
Güls S. 242; Koblenz (Siechhaustal) S. 254-258.

Uhrmacher, Martin: Lepra und Leprosorien in den Rheinlanden. URL
Koblenzer Leprosorium im Siechhaustal, 1267 erstmals erwähnt.

Wegeler, Julius Stephan: Versuch einer medicinischen Topographie von Koblenz. Koblenz 1835.
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Wehmer, R.: Das öffentliche Gesundheitswesen im Regierungs-Bezirke Coblenz in den Jahren 1892-94. Vierter Gesammtbericht. Coblenz 1897.
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Weiß, Petra: Prostitution in Koblenz im 19. Jahrhundert. In: Koblenzer Beiträge zur Geschichte und Kultur N. F. 11/12 (2001/2002), S. 33-65.
Betr. u. a. die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten.