Die Memorbücher der Jüdischen Gemeinden Koblenz und Ehrenbreitstein

Von unserem Gastautor Ulrich Offerhaus

Gertrud, Tochter des Herz Fuld und Frau des Götz Himmelstadt, verstorben am 14. November 1811, in: Koblenzer Memorbuch Nr. 250.

Die jüngst für die Wissenschaft erschlossenen Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Koblenz und Ehrenbreitstein bieten einen vertieften Einblick in die Geschichte beider Gemeinden am Mittelrhein sowie in die jüdischen Familien vor Ort und ihre genealogischen Verflechtungen über mehrere Generationen hinweg. Innerhalb von gut zwei Jahrhunderten spiegeln die Totengedächtniseinträge beider Memorbücher das Leben von Juden um Synagoge und Friedhof, die Wahrnehmung öffentlicher Ämter und die Ausübung wohltätiger Engagements sowie die Erfahrung von Freude und Leid in einzelnen Familien wider. Sie lassen das Leben innerhalb der jüdischen Gemeinden wie auch deren Außenbeziehung zur Landesherrschaft und vereinzelt auch zur christlichen Mehrheitsgesellschaft erkennen. Wo immer möglich, werden aus kommunalen Archiven Dokumente zu den führenden jüdischen Persönlichkeiten beider Gemeinden hinzugezogen.

Gedenkeintrag für Jona genannt Ahrweiler, verstorben am 17. März 1741, in: Ehrenbreitsteiner Memorbuch Nr. 93.

Otto Fried (13. Dezember 1922 – 31. Dezember 2020)

Abb. 1: Otto Fried in seinem Atelier in Paris vor dem Gemälde Untitled (1998), das nun Teil der Sammlung des Koblenzer Ludwig Museums ist. Foto: Marc Waymel, Studio Saint Honoré, Paris.

Von unserer Gastautorin Barbara Wolbert

„Heaven Can Wait / Heaven Can’t Wait“ war der Titel der Otto-Fried-Ausstellung des Ludwig Museums. Sie wurde im Sommer 2020 bei strahlendem Sonnenschein auf dem Vorplatz am Blumenhof zwischen dem Deutschherrenhaus und der Sankt-Kastor-Basilika gefeiert. Das Ludwig Museum hatte den aus Horchheim stammenden, in Frankreich lebenden amerikanischen Künstler Otto Fried damit für Koblenz neu präsentiert und für die gegenwärtige deutsche Museumslandschaft wiederentdeckt.

Konnte der Himmel nicht länger warten? Den ersten Tag des neuen Jahres 2021 hat der Künstler nicht mehr erleben können. In der Nacht auf Silvester, am 31. Dezember 2020, starb Otto Fried im Alter von 98 Jahren.

Abb. 2: Otto Fried mit seinem Bruder Ernst, seinem Vater Robert (mit Fahrrad), seiner Mutter Ricka (am Fenster) und MitarbeiterInnen vor der Metzgerei in Horchheim bei Koblenz, 1926. Fotograf unbekannt. Kopie Jost Gabriel, newcut werbefilme e. K., in: Otto Fried. Heaven Can Wait – Heaven Can’t Wait. Hg. Von Beate Reifenscheid. Silvana Editoriale. Mailand 2020, S. 83.

1922 in Koblenz geboren, wuchs Otto Fried im rechtsrheinischen Horchheim auf, wo sein Vater eine Metzgerei hatte. Er besuchte zuerst die katholische Volksschule in Horchheim und dann die Mittelschule in Koblenz, die im Gebäude der linksrheinisch gelegenen Kastorschule untergebracht war. Nach seiner Bar Mizwa hatte Otto seine Schule und sein Elternhaus jedoch verlassen müssen.

Abb. 3: Kastorschule, ca. 1910. Stadtarchiv Koblenz FA 4,21 Nr. 13 Bild 234.

Auf einem Frachtschiff war er 1936 ganz allein an die amerikanische Westküste geflüchtet. In ihrer Not hatten seine Eltern, Robert und Ricka Fried, in Oregon entfernte amerikanische Verwandte ausfindig gemacht, die sein Einreisevisum besorgt hatten und sich dort um ihn kümmerten. Bevor die Eltern mit Ottos Bruder Ernst, ihrem älteren Sohn, folgen konnten, verlor dieser in Horchheim sein Leben – unklar, ob in Folge einer Gewalttat oder unterlassener Hilfeleistung des Arztes, sicher jedoch aus einer Kombination aus mangelnder Professionalität, fehlender Zivilcourage, antisemitischer Ausgrenzung und Brutalität. Die Eltern mussten Ihr Haus verlassen und wurden in Niederlahnstein bei anderen Juden einquartiert. Das Recht, die Metzgerei zu betreiben, gab die zuständige Verwaltung einem nicht-jüdischen Fleischer. Der Vater wurde im November 1938 nach Buchenwald deportiert und ist – wie andere Gefangene zur selben Zeit – noch einmal entlassen worden und zusammen mit der Mutter aus Lahnstein geflohen. Drei Jahre nach ihrem jüngeren Sohn erreichten die Eltern schließlich Portland in Oregon, wo Otto schon bald die Highschool abschloss.

1946 erlaubte die sogenannte GI Bill – ein Gesetz, das Veteranen ein Studium zusichert – dem 23-jährigen Otto, der im Zweiten Weltkrieg im US Air Corps eingesetzt gewesen war, ein Kunststudium an der University of Oregon in Eugene.

Abb. 4: Eingang zum Atelier Fernand Légers in der Académie Montmartre, Paris, in dem Otto Fried von 1949 bis 1951 arbeitete und studierte. Quelle: https://www.artic.edu/artworks/130207/academie-montmartre-atelier-f-leger

Nach seinem Studienabschluss nimmt er 1949 dann die Chance wahr, in Paris bei Fernand Léger zu studieren und in dessen Atelier zu arbeiten. Zurück in den USA entschloss er sich zu Beginn der 1950er Jahre – das ist die Zeit des Abstract Expressionism –, statt in Oregon Kunst zu lehren, als freier Künstler nach New York zu gehen. Wie in Paris und Portland hatte Otto Fried auch in New York und andernorts in den Staaten Ausstellungsbeteiligungen und erste Einzelausstellungen.

Abb. 5: Ein „Amerika-Schängel“ stellt aus. 50 Originalwerke des in Koblenz geborenen Malers Otto Fried. In: Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, Nr. 145, 26.6.1958, S. 5.

Ein Meister der Monotypie. Die Ausstellung Otto Frieds im Deutschherren-Haus eröffnet. In: Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, Nr. 150, 2.7.1958, S. 4.

Seine ersten Ausstellungsmöglichkeiten in Deutschland gingen – wie im Fall vieler Exilkünstler – nicht auf Initiative deutscher Museen oder Kunstakademien zurück; vielmehr ist es der Kunstsammler Robin Warren, der Kulturattaché der amerikanischen Botschaft in Bonn und spätere Museumsgründer in Washington, DC, der ihn einlädt, seine Arbeiten in Deutschland zu zeigen. Ende der 1950er Jahre finden in Koblenz, Tübingen und Darmstadt in Kooperation mit den neu gegründeten Amerika-Häusern Ausstellungen statt. In Koblenz sind Otto Frieds Arbeiten 1958 im Deutschherrenhaus zu sehen, das damals noch kein Museum beherbergte. Über seinen Studien- und Künstlerfreund Kenneth Snelson lernte er Buckminster Fuller kennen, der ihn in seiner Arbeit bestärkte. 1960 und 1961 kauft u. a. das Metropolitan Museum of Art eine Monotypie von Otto Fried. Mit dieser Technik unikaten Druckens wurde Fried in den USA bekannt.

Abb. 7: Otto Fried: Blossoming Apple Trees (1958). Monotypie, © Otto Fried. Mittelrhein-Museum Koblenz. Foto: Barbara Wolbert.

Anfang der 1960er Jahre lernt Otto Fried seine Frau Micheline kennen, die als französische Modejournalistin nach New York gekommen war. Mit ihr zieht er nach Paris, behält aber bis 2010 auch eine Wohnung und ein Atelier in New York. Produktiv auf beiden Kontinenten, schuf er ein großes Werk.

Abb. 8: Ausstellungsansicht am Tag der Eröffnung der Ausstellung Otto Fried. Heaven Can Wait – Heaven Can’t Wait, 22. Juni 2020, Ludwig Museum Koblenz. Foto: Anne Oebels.

In seinen Zeichnungen und Gemälden verbindet sich das Landschaftliche mit abstrakten Formen. Als Kind war er mit Vater und Bruder auf den Hügeln des Rheintals gewandert und im Rhein geschwommen. Auch in Oregon faszinierten ihn Wälder und Küstenformationen. Deren Linien ziehen sich nun durch seine Bilder und geben den Rhythmus vor. In „Jones Beach“, einem Gemälde von 1956, dessen Titel sich auf das Strandleben von Long Island bezieht, sind es Sonnenschirme und in einer Gouache von 1952, einer Ansicht vom Rockefeller Center, sind es die Ringe der Atlasskulptur, die ihn interessieren. Kreis und Kugel verselbständigen sich und rücken immer mehr ins Zentrum von Otto Frieds Spiel mit den Formen.

Abb. 9: Otto Fried: Feines Attestat (1978). Öl auf Leinwand, © Otto Fried. Foto: Barbara Wolbert.

Das Malerische wirkt plastisch. Später, als er sich mixed media zuwendet und mit Metallfolien und Säure arbeitet, scheinen seine Reliefs wiederum malerisch.

Otto Fried sah sich zwar in erster Linie als Maler, er war als Künstler aber erstaunlich vielseitig. Er zeichnete – auch großformatig. Er entwarf eine Tellerserie sowie Teppiche und Möbel. Er arbeitete an Glas- und vor allem an Metallobjekten – von Türgriffen bis zum Tisch, von Buchstützen zu einem Brunnen, der in dem südfranzösischen Skulpturenpark der Sammler Jeanette und Paul Haim installiert wurde. Es entstanden Metallskulpturen, darunter einige große Eisenskulpturen. Otto Frieds Arbeiten befinden sich heute nicht nur in den öffentlichen Kunstsammlungen von Banken und anderen Großunternehmen in New York, Atlanta, Dallas, Seattle, San Francisco, Genf und Tokio, sondern auch in zahlreichen Museen. Neben dem Metropolitan Museum of Art und dem Museum of Modern Art haben auch das Rose Art Museum in Massachusetts, die SUArt Galleries in New York State, das Portland Art Museum und das Jordan Schnitzer Museum in Oregon sowie das Musée national d’Art moderne-Centre Pompidou in Paris Arbeiten von Otto Fried in ihren Sammlungen.

Abb. 10: Besucherin vor Otto Frieds Gemälde Untitled (1998). Öl auf Leinwand (Ausschnitt), im Ludwig Museum Koblenz. Foto: Brigitte Will-Conze.

Dem Engagement des Freundeskreises der Koblenzer Kunstmuseen ist die Restaurierung und der Ankauf eines der größten Gemälde Otto Frieds für das Ludwig Museum im Deutschherrenhaus zu verdanken. Diese Arbeit ergänzt die von Peter und Irene Ludwig begonnene Sammlung des Museums, deren Kern aus moderner amerikanischer, französischer und deutscher Kunst nach 1945 besteht, um ein wesentliches Werk. In dem historischen Gebäude am Zusammenfluss von Mosel und Rhein, in dem das Oeuvre Otto Frieds 1958 und 2020 gezeigt werden konnte, ist dieses Werk Untitled von 1998 nun zu sehen. Es ist eine kraftvolle Komposition aus bewegt erscheinenden Kreisausschnitten. Zur Sammlung des Mittelrhein-Museums, das Otto Fried 1978 zu einer Ausstellung einlud, gehören die Monotypie Blossoming Apple Trees (1958) und Feines Attestat (1978). 2002 schenkte Otto Fried der Kirche St. Maximin in Horchheim das Gemälde Leewärtige Illusion (1986), das dort über dem Südportal hängt.

Abb. 11: Otto Fried: Leewärtige Illusion, 1986. Öl auf Leinwand, © Otto Fried. Pfarrkirche St. Maximin, Horchheim. Foto: Jost Gabriel, newcut werbefilme e. K., in: Otto Fried. Heaven Can Wait – Heaven Can’t Wait. Hg. Von Beate Reifenscheid. Silvana Editoriale. Mailand 2020, S. 115.

Am letzten Tag des Jahres 2020 starb Otto Fried, der am 13. Dezember noch seinen Geburtstag gefeiert hatte. Am 5. Januar 2021 wurde er auf dem berühmten Pariser Friedhof Père Lachaise beerdigt. Beileidswünsche kamen von nah und fern. Zu hoffen ist, dass seine Arbeiten Eingang in weitere deutsche Sammlungen finden und in Zukunft nicht nur in Frankreich, den USA und Japan, sondern auch in hiesigen Museen gezeigt werden.

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Für die Einladung zu diesem Beitrag und Anmerkungen zu einer ersten Fassung danke ich Hans Josef Schmidt, der das Stadtarchivs Koblenz von 1974 bis 2013 leitete, und dessen Nachfolger, dem heutigen Archivleiter Michael Koelges, sehr herzlich.

Berlin, im Juli 2021

Barbara Wolbert

#Fried, Otto

Jüdische Koblenzer erinnern sich an Kindheit und Jugend

Auf dem Balkon des Innenhofs der Koblenzer Synagoge; v. l. n. r.: Liesel Reiling, Anni Kirchheimer und Kurt Hermann, dahinter Leo Horn (StAK N 174 Nr. 2 Bild 2).

Joachim Hennig, Vorstandsmitglied des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz, hat die Lebensgeschichte von Kurt Hermann neu aufgearbeitet. „In dieser jedenfalls aus jüdischer Sicht wohl einzigartigen Lebensgeschichte erfahren wir aus erster Hand mehr über die Zwischenkriegszeit – die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen – in Koblenz. Kurt Hermann schildert das bürgerliche Leben seiner Jugend, in das sich die Juden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts fest integriert hatten. Wir erfahren auch mehr über die ersten Jahre der NS-Herrschaft hier und über seinen Anfang in britischen Mandatsgebiet Palästina.“

Link zur Seite des Fördervereins Mahnmal

#Hermann, Kurt

Multimodales Storytelling – Koblenz vor Ort

Firmenwagen von Dr. Franz Mayer-Alberti vor dem Haupteingang des Fabrikgebäudes, 1930er-Jahre (Archiv Familie Alberti).

Im Rahmen des Projektes „Multimodales Storytelling“ haben Studierende der Universität Koblenz-Landau Beiträge zum Thema „Koblenz vor Ort“ erstellt. Die angehenden Kulturwissenschaftler*innen haben unter anderem die Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv zur Geschichte der Kulturfabrik befragt. Klicken und scrollen sie sich gerne durch die versteckten, regionalen Stories …

#Mayer-Alberti (Familie)

Max Jacoby. Leben und Werk eines jüdischen Fotografen

 

Die Ausstellung, die neben dem fotografischen Werk Jacobys auch seine Familie und das jüdische Leben in Koblenz von 1910 bis 1938 in den Blick nimmt, öffnet am Freitag, 15. Mai. Die Ausstellung wurde gemeinsam von Landesmuseum und Stadtarchiv konzipiert.
Nähere Informationen des Landesmuseums Koblenz finden Sie hier.

 

 

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#Jacoby, Max

Die Familie Mayer-Alberti und die „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und –Export“ – eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

Papierfabrik um 1920

Papierwerk „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und -Export, Coblenz-Lützel“. Kupfertiefdruck. Aus: Johann Jakob Wagner: Coblenz-Ehrenbreitstein. Biographische Nachrichten über einige ältere Coblenzer und Ehrenbreitsteiner Familien. Coblenz 1923, Tafel XVI.

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung ‚Mayer-Alberti-Straße‘ und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen ‚Mayer-Alberti‘?“. Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen…

 

Vortrag von Judith Höhn-Engers vor dem Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz am 3. Dezember 2019

Die Familie Mayer-Alberti. Eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

StAK_FA_04,009_Nr_1_Bild_093

Messestand der Firma M. Mayer, Koblenz-Lützel, auf der Mittelrheinischen Industrie-Ausstellung, 1924 (StAK FA 4,9 Nr. 1, Bild 93).

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung Mayer-Alberti-Straße und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen Mayer-Alberti?“ – Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen. Wie zahllose andere jüdische Mitbürger erleidet Familie Mayer-Alberti, die das wirtschaftliche, politische und in vielen Ehrenämtern auch das soziale Leben ihrer Heimatstadt über drei Generationen spürbar mitgestaltet hat, im Jahr 1938 das Schicksal der Zwangsenteignung und Vertreibung durch das nationalsozialistische Terrorregime.

Wie es zum Kontakt mit den Nachfahren der Unternehmerfamilie kam und welche Erkenntnisse ihre nunmehr eineinhalb Jahre andauernde Forschungsarbeit zur Familie und zum Unternehmen Mayer-Alberti inzwischen zutage gebracht hat, schildert Judith Höhn-Engers auf Einladung des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz im Rahmen ihres Vortrags am Dienstag, 3. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz.

#Mayer-Alberti, Familie #Höhn-Engers, Judith

 

StAK_FA_04,007_Nr_2_Bild_004

Amerikanische Besatzungssoldaten, im Hintergrund das Fabrikgebäude der Firma M. Mayer, um 1920 (StAK FA 4,7 Nr. 2, Bild 4).

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten 1943/1944

 

2017 erhielt das Stadtarchiv Koblenz einen historisch besonders wertvollen Zugang: Korrespondenz aus dem Nachlass der jüdischen Familie Dr. Isidor gen. Isi Treidel (Mayen 24.1.1887 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz) und Erna Treidel geb. Hecht (Thalheim bei Limburg 2.1.1892 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz). Der Schriftverkehr bildet nun den Bestand N 177. Das Stadtarchiv erschließt derzeit die eindrucksvollen und bewegenden Dokumente und legt hiermit der Öffentlichkeit erste Digitalisate vor. Die Anmerkungen und Transkriptionen sollen das Verständnis des Lesers und den Einsatz in der schulischen Vermittlungsarbeit erleichtern.

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten

SAT.1-Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen vom 27.11.2019

#Treidel, Isidor #Treidel, Erna

Herz Wahl (ca. 1699-1764) aus Dessau. Vom Talmudschüler zum Alchemisten und Hofjuden

 

Peter Kleber (†) und Dr. Ulrich Offerhaus porträtieren die weit verzweigte Familie Wahl, die auch in Koblenz ansässig war.

Es handelt sich um die überarbeitete und erweiterte Fassung des Aufsatzes: „Ich will als Jud Jud bleiben“. Die Vor- und Nachfahren des Hofjuden Herz Wahl (ca. 1699-1764). Aufstieg, Niedergang und Neuorientierung einer jüdischen Familie. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 43 (2017), S. 253-319.

#Wahl, Herz #Wahl, Familie