Die Familie Mayer-Alberti. Eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

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Messestand der Firma M. Mayer, Koblenz-Lützel, auf der Mittelrheinischen Industrie-Ausstellung, 1924 (StAK FA 4,9 Nr. 1, Bild 93).

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung Mayer-Alberti-Straße und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen Mayer-Alberti?“ – Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen. Wie zahllose andere jüdische Mitbürger erleidet Familie Mayer-Alberti, die das wirtschaftliche, politische und in vielen Ehrenämtern auch das soziale Leben ihrer Heimatstadt über drei Generationen spürbar mitgestaltet hat, im Jahr 1938 das Schicksal der Zwangsenteignung und Vertreibung durch das nationalsozialistische Terrorregime.

Wie es zum Kontakt mit den Nachfahren der Unternehmerfamilie kam und welche Erkenntnisse ihre nunmehr eineinhalb Jahre andauernde Forschungsarbeit zur Familie und zum Unternehmen Mayer-Alberti inzwischen zutage gebracht hat, schildert Judith Höhn-Engers auf Einladung des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz im Rahmen ihres Vortrags am Dienstag, 3. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz.

#Mayer-Alberti, Familie #Höhn-Engers, Judith

 

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Amerikanische Besatzungssoldaten, im Hintergrund das Fabrikgebäude der Firma M. Mayer, um 1920 (StAK FA 4,7 Nr. 2, Bild 4).

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten 1943/1944

 

2017 erhielt das Stadtarchiv Koblenz einen historisch besonders wertvollen Zugang: Korrespondenz aus dem Nachlass der jüdischen Familie Dr. Isidor gen. Isi Treidel (Mayen 24.1.1887 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz) und Erna Treidel geb. Hecht (Thalheim bei Limburg 2.1.1892 – wahrscheinlich 18./19.10.1944 Auschwitz). Der Schriftverkehr bildet nun den Bestand N 177. Das Stadtarchiv erschließt derzeit die eindrucksvollen und bewegenden Dokumente und legt hiermit der Öffentlichkeit erste Digitalisate vor. Die Anmerkungen und Transkriptionen sollen das Verständnis des Lesers und den Einsatz in der schulischen Vermittlungsarbeit erleichtern.

Verschlüsselte Botschaften: Theresienstadt-Postkarten

#Treidel, Isidor #Treidel, Erna

Herz Wahl (ca. 1699-1764) aus Dessau. Vom Talmudschüler zum Alchemisten und Hofjuden

 

Peter Kleber (†) und Dr. Ulrich Offerhaus porträtieren die weit verzweigte Familie Wahl, die auch in Koblenz ansässig war.

Es handelt sich um die überarbeitete und erweiterte Fassung des Aufsatzes: „Ich will als Jud Jud bleiben“. Die Vor- und Nachfahren des Hofjuden Herz Wahl (ca. 1699-1764). Aufstieg, Niedergang und Neuorientierung einer jüdischen Familie. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 43 (2017), S. 253-319.

#Wahl, Herz #Wahl, Familie

Memorbücher der jüdischen Gemeinden Koblenz und Ehrenbreitstein

Dank der finanziellen Förderung durch die Koblenzer Kultur Stiftung konnte das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen nach zwei Jahren die wissenschaftliche Bearbeitung der Memorbücher der jüdischen Gemeinden Koblenz und Ehrenbreitstein abschließen. Die Edition wird künftig im Internet recherchierbar sein.

Die offizielle Freischaltung, zu der die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, findet statt am Mittwoch, 15. November 2017, um 19.00 Uhr im Historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz, Eingang Jesuitenplatz (Veranstaltungsprogramm).

Für nähere Informationen über die Memorbücher klicken Sie bitte hier.

Vor 75 Jahren: erste Deportation Koblenzer Juden am 22. März 1942

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Zerstörte Bahnanlagen und Gleise auf dem Güterbahnhof Lützel, 16. März 1945 (StAK FA 2 Nr. 4331). Von hier aus verließ nur wenige Wochen zuvor der siebte und letzte Deportationszug die Stadt.

 

Der Förderverein Mahnmal Koblenz, die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit, der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva und der DGB – Region Koblenz – laden für Mittwoch, 22. März, 18 Uhr, in den Hof der Freiherr-vom-Stein-Schule, Steinstraße 20, ein. Dort nimmt ein Gedenkgang seinen Anfang, der durch die Schlachthofstraße und über die Balduinbrücke zum Bahnhof Lützel führt. Mit ihm soll an die erste Deportation von 338 Juden aus Koblenz und Umgebung „in den Osten“ erinnert werden, die am 22. März 1942 von Lützel aus ihren Anfang nahm. Bis Kriegsende fanden sechs weitere Deportationen statt, die letzte am 18. Februar 1945.

Förderverein Mahnmal Koblenz in der Datenbank der Bundeszentrale für politische Bildung

Mahnmal

Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Reichenspergerplatz (Foto: Förderverein Mahnmal Koblenz)

Im Jahr 1996 gründeten Bürgerinnen und Bürger den Förderverein, um zunächst ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz zu errichten. Dieses erste große Ziel erreichte der Verein mit der Einweihung des Mahnmals auf dem Reichenspergerplatz am 23. August 2001. Seitdem leistet der Verein vielfältige Erinnerungs- und Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung.

Nähere Informationen über die Arbeit des Fördervereins finden Sie auf den folgenden Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung.

#Förderverein Mahnmal Koblenz e. V.

Jüdische Grabsteine als Treppenstufen am Kindergarten in Koblenz-Lützel

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Jüdische Grabsteine in der Treppe zum Antonius-Kindergarten, Juni 1947.

Im Frühsommer 1950 geriet eine Freilandtreppe mit zwei seitlichen Aufgängen am St.-Antonius-Kindergarten im Koblenzer Stadtteil Lützel ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Der Grund: Ein jüdischer Besucher hatte empört festgestellt, dass die Stufen der stark frequentierten Treppe aus jüdischen Grabsteinen bestanden und die Trittflächen noch deutlich erkennbar hebräische Schriftzeichen aufwiesen. Der Fall wurde in der Auslandspresse bekannt und löste sowohl dort als auch bei Holocaust-Überlebenden Entrüstung aus. Die Zweckentfremdung von Grabsteinen war mit dem religiösen Empfinden von Juden völlig unvereinbar und wurde auch von Christen als pietätlos empfunden. Über den amerikanischen Hohen Alliierten Kommissar John McCloy gelangte der Vorfall an dessen für Rheinland-Pfalz zuständigen französischen Amtskollegen André François-Poncet, weiter an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier und schließlich sogar ins Bonner Bundeskanzleramt. Im Zentrum der Kritik stand die Stadtverwaltung Koblenz, die mit Oberbürgermeister Josef Schnorbach (1893-1973) an der Spitze das Ausmaß der internationalen Empörung und ihre Folgen unterschätzte. Jede Verantwortung von sich weisend, richtete sie ihren Fokus darauf, Kosten zu vermeiden und das Ansehen der Stadt Koblenz zu wahren.

Mehr dazu finden Sie unter folgendem Link:

Jüdische Grabsteine als Treppenstufen