Notabelnpolitik in Koblenz. Partizipationschancen in der reaktionären Rheinprovinz (1815-1848)

 

Cover_Notabelnpolitik

Katharina Thielen: Notabelnpolitik in Koblenz. Partizipationschancen in der reaktionären Rheinprovinz (1815-1848). Trier: Kliomedia, 2020 (Geschichte und Kultur. Kleine Saarbrücker Reihe 8). – 289 S., Ill., graph. Darst. ISBN 978-3-89890-218-2. – 39,– EUR.

 

 

Am Abend des 18. Juni 1849 kam Paul Geromont, Student der Rechtswissenschaften, während der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Schlacht von Waterloo bei einer Schlägerei mit Offizieren der Koblenzer Garnison ums Leben. Die Beisetzung geriet zu einer Demonstration gegen den preußischen Staat und die Willkür des Militärs.

„In der Rückschau fällt die Beerdigung mit dem Ende der Revolution von 1848/49 zusammen. Vorangegangen war ihr eine Phase, die in der geschichtswissenschaftlichen Forschung als Übergangszeit Zwischen Restauration und Revolution (Faber), Zwischen Reform und Revolution (Koselleck), Zwischen Restauration, Reform und Revolution (Fahrmeir) oder Zwischen Frankreich und Preußen (Koltes) bezeichnet wird und Gegenstand der folgenden Ausführungen sein soll. Im Gegensatz zu der gängigen Interpretation, die Zeit zwischen 1815 und 1848 als Epoche des politischen Stillstands oder Rückschritts zu verstehen, wird davon ausgegangen, dass eine aktive Einflussnahme auf das politische und gesellschaftliche Leben jener Übergangszeit durchaus möglich – wenn auch nicht immer von Erfolg gekrönt – war. Besonders in den Städten links des Rheins hatte die fast zwanzigjährige Zugehörigkeit zu Frankreich den Grundstein für die Ausbildung einer neuen an Besitz und Leistung orientierten politischen Führungsschicht gelegt, die dem altständischen Adel seine Monopolstellung streitig machte. Beim Übergang der zwischen Saarbrücken im Süden und Kleve im Norden liegenden Gebiete an das Königreich Preußen wurde die Beibehaltung und Durchsetzung der neugewonnenen Rechte und Freiheiten in Koblenz wie andernorts zum Ziel dieser Elite, die sich nun ein zweites Mal in einem neuen politischen System behaupten musste. Ob und mit welchen Mitteln ihr dies gelang, gilt es heruszufinden. Ziel ist es, die Möglichkeiten politischer Partizipation in den Jahren 1815 bis 1848 am Beispiel der Stadt Koblenz auszuloten“ (aus der Einleitung, S. 9-22, Zitat S. 10-11).

#Thielen, Katharina

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