Die Familie Mayer-Alberti und die „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und –Export“ – eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

Papierfabrik um 1920

Papierwerk „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und -Export, Coblenz-Lützel“. Kupfertiefdruck. Aus: Johann Jakob Wagner: Coblenz-Ehrenbreitstein. Biographische Nachrichten über einige ältere Coblenzer und Ehrenbreitsteiner Familien. Coblenz 1923, Tafel XVI.

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung ‚Mayer-Alberti-Straße‘ und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen ‚Mayer-Alberti‘?“. Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen…

 

Vortrag von Judith Höhn-Engers vor dem Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz am 3. Dezember 2019

Märchenhaftes Weihnachten in Koblenz

„Auf allen Plätzen

weht einem dann der Duft

von Glühwein und gebrannten Mandeln um die Nase,

locken Leckereien und Kunsthandwerk an die vielen Holzhäuschen,

leuchten überall Lichter.“[1]

Mit der festlichen Dekoration der Stadt und der Eröffnung des Koblenzer Weihnachtsmarktes ist für Viele die schönste Zeit im Jahr, ja sogar ein märchenhaftes, „stimmungsvolles Vor-Weihnachts-Paradies“[2] angebrochen. Auf verschiedenen Plätzen der Altstadt wird man zwischen „Rhein-Romantik und Weihnachts-Geschichten – Glühweinduft und Romantikluft“[3] zum genüsslichen Schlemmen, Einkaufen und/oder geselligen Beisammensein eingeladen, um sich auf das kommende Weihnachtsfest einzustimmen. Einzelne Stadtteile locken ebenfalls mit abwechslungsreichen Märkten.[4] Dabei ist auch hier in Koblenz alles Vorweihnachtliche historisch bedingt und geht auf Vorangegangenes zurück, von dem „so mancher alter Brauch dahingeschwunden“[5].

StAK_FA_2_Nr_0028

StAK FA 2, Nr. 28 – Weihnachtswerbung vor dem Kiosk am Friedrich-Ebert-Ring, Ecke Löhrstraße, Dezember 1951.

Hier zum vollständigen Blogbeitrag

[1] Siehe „Wenn die Altstadt sich verwandelt“, in: Rhein-Zeitung Koblenz, 22.11.2019, Rubrik – Guten Morgen, S. 17.

[2] Siehe Willkommensgruß der Koblenz-Touristik, abrufbar unter URL: https://www.koblenz-touristik.de/events/koblenzer-weihnachtsmarkt/herzlich-willkommen.html (Aufruf: 03.12.2019).

[3] Ebd.

[4] Vgl. Koblenz-Touristik. Eigenbetrieb der Stadt Koblenz: Der Koblenzer Weihnachtsmarkt. Geschichte, Entwicklung, Ausblick, Koblenz 2012.

[5] Siehe Bellinghausen, Hans: Weihnachtsbräuche und Neujahrssitten, in: Koblenzer Heimatblatt, Nr. 53, 31. Dezember 1926, S. 1-2, hier S. 2.

„Ich als ein Soldatenfreund“. Der kurtrierische Generalmajor Franz Anton von Murach

StAK_623_Nr_1053_Seite_8_Ausschnitt

Unterschrift General von Murachs (aus: StAK 623 Nr. 1053, S. 8).

 

Dr. Peter Többicke widmet sich dem kurtrierischen Generalmajor Franz Anton von Murach. Dieser war Chef des kurtrierischen Regiments zu Fuß, Hofkriegsrat, Kommandant der Festungen Koblenz und Ehrenbreitstein und Koblenzer Stadtkommandant. Aus einem oberpfälzischen Adelsgeschlecht stammend, trat er 1752 in kurtrierische Dienste und starb am 14. Mai 1787 in Koblenz.

Eine zentrale Quelle zu Murach und dem Zustand der kurtrierischen Truppen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist eine Denkschrift, die unser Gastautor ediert und kommentiert hat.

 

#Murach, Franz Anton von #Többicke, Peter

Die Familie Mayer-Alberti. Eine Koblenzer Familien- und Unternehmensgeschichte

StAK_FA_04,009_Nr_1_Bild_093

Messestand der Firma M. Mayer, Koblenz-Lützel, auf der Mittelrheinischen Industrie-Ausstellung, 1924 (StAK FA 4,9 Nr. 1, Bild 93).

 

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung Mayer-Alberti-Straße und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen Mayer-Alberti?“ – Was für Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussieht, entwickelt sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es sind die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragen. Wie zahllose andere jüdische Mitbürger erleidet Familie Mayer-Alberti, die das wirtschaftliche, politische und in vielen Ehrenämtern auch das soziale Leben ihrer Heimatstadt über drei Generationen spürbar mitgestaltet hat, im Jahr 1938 das Schicksal der Zwangsenteignung und Vertreibung durch das nationalsozialistische Terrorregime.

Wie es zum Kontakt mit den Nachfahren der Unternehmerfamilie kam und welche Erkenntnisse ihre nunmehr eineinhalb Jahre andauernde Forschungsarbeit zur Familie und zum Unternehmen Mayer-Alberti inzwischen zutage gebracht hat, schildert Judith Höhn-Engers auf Einladung des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz im Rahmen ihres Vortrags am Dienstag, 3. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz.

#Mayer-Alberti, Familie #Höhn-Engers, Judith

 

StAK_FA_04,007_Nr_2_Bild_004

Amerikanische Besatzungssoldaten, im Hintergrund das Fabrikgebäude der Firma M. Mayer, um 1920 (StAK FA 4,7 Nr. 2, Bild 4).

Geister, Grusel, Gänsehaut. „Paranormal activities“ in Koblenz

 

 

Hexe

Schaufensterdekoration Café Werrmann, Koblenz, Marktstraße (Foto Kathrin Schmude, Stadtarchiv Koblenz).

 

In Zeiten modernster Wissenschaft und Technik scheint der Glaube an geisterhafte, magische Wesen und Ereignisse endgültig überwunden. Dennoch ist das Interesse am Übernatürlichen seit jeher Teil des menschlichen Lebens. Bis heute gehen wider Verstand und Rationalität insbesondere in der Zeit um Halloween von Geistern, Werwölfen, Hexen und anderem Paranormalen eine gewisse Faszination und Begeisterung aus. Die „Lust am Gruseln“[1] und der Wunsch, „sich unterhaltsam Angst einjagen zu lassen“[2], sind in dieser Zeit des Jahres besonders groß, so auch in Koblenz: Die Schaufenster werden schaurig-schön geschmückt, unter den Titeln „Halloween-Sale“ und „Halloween-Bonus“ wird für Einkaufstage im Elektro-, Lebensmittel- und Textilhandel geworben, verschiedene Halloween-Veranstaltungen für Jung und Alt angeboten und zu aufwendigen Verkleidungen animiert. Grund genug, sich jenseits ethnologischer und kulturanthropologischer Betrachtungsweisen auch einmal in der historischen Überlieferung unserer Stadt auf die Suche nach Geschichten über „paranormal activities“ zu begeben.[3]

Hier werden Sie fündig!

[1] Siehe „Halloween und Horrorfilm: Die Lust am Gruseln“, in: Süddeutsche Zeitung online, 27. Oktober 2019, abrufbar unter URL: https://www.sueddeutsche.de/leben/gesellschaft-halloween-und-horrorfilm-die-lust-am-gruseln-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-171027-99-624724 (Aufruf: 19.10.2019).

[2] Siehe Drewniok, Michael: Der schmale Grat zwischen Wahnsinn und Geister-Grusel, Juli 2018, abrufbar unter URL: https://www.phantastik-couch.de/titel/10694-horror-klassische-und-moderne-gruselgeschichten-von-charles-dickens-bis-ernest-hemingway/ (Aufruf: 19.10.2019).

[3] Vgl. Piereth, Uta: Dem Aberglauben auf der Spur. Notizen zu abergläubischen Phänomenen zwischen Maas und Rhein in Reiseberichten um 1800. Reiseberichte als Quelle der Magie- und Aberglaubensforschung, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 1998 (24), S. 245-268, hier S. 245.