Hermann Schaaffhausen

 

Schaaffhausen_Hermann

Hermann Schaaffhausen (StAK FA 1-24 Personen).

Der Anthropologe Hermann Schaaffhausen war der erste Wissenschaftler, der den Urmenschen-Fund des Jahres 1856 aus dem Neandertal bei Düsseldorf beschrieb. Er wurde am 19. Juli 1816 als Sohn des Fabrikanten Hubert Josef Schaaffhausen und seiner Frau Anna Maria Wachendorf in Koblenz geboren und starb am 26. Januar 1893 in Bonn.

Anlässlich seines 200. Geburtstags zeigt das LVR-Landesmuseum Bonn eine Ausstellung zu Leben und Wirken Schaaffhausens.

Aus diesem Anlass wurde auch der Teilnachlass des Wissenschaftlers digitalisiert, der sich im Besitz des Stadtarchivs Koblenz befindet.

#Schaaffhausen, Hermann #Schaaffhausen, Hubert Josef #Schaaffhausen, Anna Maria #Wachendorf, Anna Maria

Biographische Notizen zu Ernst Dziobek

Der Historiker Matthias Kellermann, seit vielen Jahren ehrenamtlich im Vorstand des Fördervereins „Feste Kaiser Franz e. V.“ aktiv, hat „Biographische Notizen zu Ernst Dziobek“ zusammengetragen. Dziobek (1795-1845) war u. a. von 1828 bis 1836 Erster Adjutant des Festungskommandanten von Koblenz und Ehrenbreitstein, Generalleutnant Ernst Ludwig von Aster. Als Ingenieuroffizier veröffentlichte Dziobek diverse Schriften zu militärhistorischen Themen, die Kellermann samt Standort auflistet, darunter Dziobeks bekanntestes Werk, das von Karl Baedeker verlegte „Taschenbuch für den preussischen Ingenieur. Eine Sammlung von Notizen zum Gebrauch in Krieg und Frieden“.

Biographische Notizen zu Ernst Dziobek

#Dziobek, Ernst #Aster, Ernst Ludwig von #Kellermann, Matthias

Teile der Bibliothek des Görres-Gymnasiums in der ULB Bonn

bibliotheca.gym berichtet über Teile der Bibliothek des Görres-Gymnasiums (vormals Kaiserin-Augusta-Gymnasium bzw. Königliches Gymnasium Koblenz) in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, die seinerzeit in Koblenz „entbehrlich“ schienen und 1821 an die Universitätsbibliothek Bonn abgegeben wurden (via Archivalia).

 

Jesuitenplatz_1922

Jesuitenplatz mit Jesuitenkirche und (rechts) ehemaligem Jesuitenkolleg, bis 1895 Sitz des Koblenzer Gymnasiums. Das Foto ist eine der ältesten Farbaufnahmen von Koblenz; Quelle: Fritz Michel: Coblenz. In: Die Rheinlande in Farbenphotographie. Hrsg. von Edmund Renard. Berlin, Köln 1922 (Deutschland in Farbenphotographie 7,2), S. 1-9, hier S. 5.

 

Näheres zur Bibliothek des Görres-Gymnasiums finden Sie hier.

 

 

Zuwachs für den Urkundenbestand des Stadtarchivs

 

Das Landeshauptarchiv Koblenz hat zwei Urkunden aus dem Vorbesitz des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz/Rheinische Landesbibliothek an das Stadtarchiv Koblenz abgegeben. Es handelt sich zum einen um den Verkauf eines Hauses aus dem Besitz des Kartäuserklosters auf dem Beatusberg in der Weißer Gasse im Jahr 1664, zum anderen um ein Privileg für die Schnallenherzen-Fabrik in Ehrenbreitstein von 1791.

Näheres finden Sie im Urkunden-Findbuch auf den Seiten 122 (StAK 623 Nr. 648) und 129 (StAK 623 Nr. 649).

Vor 160 Jahren: Erlass der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856

 

Im Portal „Rheinische Geschichte“ beschäftigt sich Lothar Weiss mit der Städteordnung von 1856.

In Koblenz wurde die Städteordnung am 15. Mai 1857 eingeführt; der Gemeinderat erhielt nun die Bezeichnung Stadtverordnetenversammlung und hatte entsprechend der Einwohnerzahl (unter 30.000 Einwohner) 24 Mitglieder. Gleichzeitig wurde der Bürgermeistereiverband, den die Stadt mit Neuendorf, Moselweiß und Kapellen bildete, aufgelöst. Kapellen kam zur Bürgermeisterei Rhens, Moselweiß und Neuendorf wurden der Bürgermeisterei St. Sebastian zugeschlagen.

 

Cadenbach_Hubert_Josef

Hubert Josef Cadenbach (Kirchberg/Hunsrück 24.1.1800 – 26.12.1867 Metternich), 1857-1867 Oberbürgermeister der Stadt Koblenz (StAK FA 1-100).

Der Erste Beigeordnete Hubert Josef Cadenbach, der seit dem Ausscheiden von Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Bachem Ende April 1857 die Amtsgeschäfte führte, wurde am 3. Juni 1857 mit 13 von 24 Stimmen zu Bachems Nachfolger gewählt und am 28. August 1857 von Oberpräsident Hans Hugo von Kleist-Retzow in sein Amt eingeführt.

Max Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz 1814-1914. Koblenz 1922, S. 87-88.

#Bachem, Friedrich Wilhelm #Cadenbach, Hubert Josef #Kleist-Retzow, Hans Hugo von

Bilder über Bilder. Das Rademachersche Haus Am Plan 14

StAK_KH_250_Nr_1_Seite_1_Ausschnitt

„Gemählde Verzeichniß des Radermacherischen Hauses“ (wohl 1792). – Ausschnitt aus StAK KH 250 Nr. 1, S. 1.

 

Die Geschichte des Hauses „Zum Kaiser“ (alte Hausnummer 620, heute Am Plan 14) reicht bis in das Jahr 1534 zurück, als der Ratsgenosse (Mitglied des Stadtrats) Johann von Merl als Hauseigentümer nachweisbar ist (vgl. Koblenzer Häuserbuch, Am Plan 14). 1688, zu Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges, wurde das Haus bei der Beschießung der Stadt durch französische Truppen unter Marschall Boufflers zerstört und um das Jahr 1700 wieder aufgebaut. Von 1764 bis 1770 befand es sich im Besitz des kurtrierischen Geheimrats, Oberkriegsdirektors und Vizekanzlers Hubert Miltz; 1792 gelangte es in den Besitz seines Schwiegersohns, des kurtrierischen Geheimrats Johann Jakob Rademacher.

Die Inneneinrichtung des Hauses war nach der Schilderung von Fritz Michel aus dem Jahr 1908 zum damaligen Zeitpunkt noch nahezu originalgetreu erhalten. Michel schildert die Aufteilung der mit reich ornamentierten Stuckdecken verzierten Räume im Obergeschoss, die er dem Stuckateur Michael Eytel zuschreibt, und beschreibt dabei auch einige Gemälde des 18. Jahrhunderts, darunter solche von der Hand des Malers Januarius Zick. Auf den beigegebenen Fotos (Michel, vor S. 101 sowie S. 103) sind einige der Gemälde im Hintergrund zu erkennen.

 

Michel_Mitt_RhVDH_1908_2_vor_S_101

Michel_Mitt_RhVDH_1908_2_S_103

 

Kürzlich kam im Stadtarchiv bei Revisionsarbeiten ein „Gemählde Verzeichniß“  ans Licht, das mutmaßlich aus Anlass der Inbesitznahme des Hauses „Zum Kaiser“ durch Rademacher aufgesetzt wurde (jetzt StAK KH 250 Nr. 1). Auf drei Folioseiten werden unter 81 Positionen insgesamt  147 Bilder zusammengestellt. Neben knappen Angaben zum Titel oder zumindest zum Genre sowie – bei ungefähr der Hälfte der Stücke – zum jeweiligen Künstler sind der Liste auch Informationen zur Größe der Gemälde (Höhe mal Breite in Fuß und Zoll) und zum geschätzten Wert in Florin (Gulden) und Albus (trierischer Weißpfennig) zu entnehmen. Michel nimmt an, dass sich der Besitzer des Hauses vom Kunstsinn des Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff anstecken ließ: „Der ‚Geheimbde Rath‘ Miltz war einer der hervorragendsten Beamten jener Zeit und gehörte zu den Vertrauten Johann Philipps, den letzterer öfter mit seinem Besuche beehrte. Dann soll der hohe Herr in jenem Saale dem Schachspiel gehuldigt haben. Der Kunstsinn des Fürsten und seine Vorliebe für Schmuck, schöne Möbel und dergleichen übertrug sich auch auf seine Umgebung“ (Michel, S. 104). Und dieser kurfürstliche Kunstsinn sorgte letztendlich wohl auch dafür, dass zu Ende des 18. Jahrhunderts die möglicherweise bedeutendste private Gemäldesammlung von Koblenz zusammengetragen wurde.

 

Quellen

Fritz Michel: Ein Saalbau der Rokokozeit. In: Mitteilungen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz 2 (1908), Heft 2, S. 101-105.

Fritz Michel: Die Zerstörung der Stadt Koblenz in den Kriegsjahren 1944-1945. In: Koblenz an Rhein und Mosel. Das Stadtbild einst und jetzt. Hrsg. von Karl August Müller. Koblenz 1949, S. 60-101, hier S. 84.

Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen Denkmäler und die Vororte. Bearb. von Fritz Michel. München, Berlin 1986, S. 237-240.

 

#Merl, Johann von #Boufflers, Louis-François de #Miltz, Hubert #Rademacher, Johann Jakob #Eytel, Michael #Zick, Januarius #Walderdorff, Johann Philipp von