Vor 75 Jahren: erste Deportation Koblenzer Juden am 22. März 1942

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Zerstörte Bahnanlagen und Gleise auf dem Güterbahnhof Lützel, 16. März 1945 (StAK FA 2 Nr. 4331). Von hier aus verließ nur wenige Wochen zuvor der siebte und letzte Deportationszug die Stadt.

 

Der Förderverein Mahnmal Koblenz, die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit, der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva und der DGB – Region Koblenz – laden für Mittwoch, 22. März, 18 Uhr, in den Hof der Freiherr-vom-Stein-Schule, Steinstraße 20, ein. Dort nimmt ein Gedenkgang seinen Anfang, der durch die Schlachthofstraße und über die Balduinbrücke zum Bahnhof Lützel führt. Mit ihm soll an die erste Deportation von 338 Juden aus Koblenz und Umgebung „in den Osten“ erinnert werden, die am 22. März 1942 von Lützel aus ihren Anfang nahm. Bis Kriegsende fanden sechs weitere Deportationen statt, die letzte am 18. Februar 1945.

Neuerscheinung: Auswahlkatalog des Mittelrhein-Museums Koblenz

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Mittelrhein-Museum Koblenz. Auswahlkatalog. Hrsg. von Matthias von der Bank u. Ines Heisig. Petersberg: Imhof, 2017. – 227 S., zahlr. Ill. ISBN 978-3-7319-0478-6. – 19,95 EUR.

„Mit diesem Auswahlkatalog legt das Mittelrhein-Museum die erste Bestandsübersicht seit seiner Neueröffnung im Jahr 2013 vor. Das Museum kommt damit nicht nur einem vielfach geäußerten Wunsch der Besucher nach, sondern reagiert auch auf seine verbesserten Ausstellungsmöglichkeiten. In den großzügigen Räumen im ‚Forum Confluentes‘ kann eine viel umfangreichere Auswahl aus den Beständen präsentiert werden als zuvor. Zudem konnte die Sammlung durch eine Reihe von Neuerwerbungen ergänzt werden“ (S. 7).

Festung Koblenz und Ehrenbreitstein – Kalender 2017

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„Mit gleicher Post sende ich einen Entwurf, der dartut, wie mit mehr oder weniger geringen Mitteln eine Verwandlung des grosszügigen Baues in ein Stadion möglich ist.“ Diese Zeilen schrieb der Berliner Architekt Bodo Ebhardt am 20. Oktober 1922 im Hinblick auf das Kernwerk der Feste Kaiser Alexander an den Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Carl Russell (Stadtarchiv Koblenz 623 Nr. 8078, S. 7-9, hier S. 7). Sie sind auf dem Monatsblatt Mai des informativen und anschaulichen Kalenders wiedergegeben, den Matthias Kellermann konzipiert und der Verein Feste Kaiser Franz e. V. herausgegeben hat. Hintergrund des Ebhardschen Vorschlags war die Schleifung der Koblenzer Festungsanlagen, die, im Versailler Friedensvertrag festgeschrieben, von 1920 bis 1923 in Teilen vorangetrieben wurde und verschiedene Planungen für Um- und Neunutzungen der ehemaligen Festungsbauten in Gang setzte.

Das Stadtarchiv verwahrt ein Album mit Bildern des Fotografen Josef Ring (Langenschwalbach 14.10.1877 – 11.9.1933 Koblenz), der von 1906 bis 1933 im Haus Entenpfuhl 14 ein Fotoatelier betrieb. Ring war mit der fotografischen Dokumentation der Entfestigungsarbeiten beauftragt.

2017 wird mit etlichen Veranstaltungen an den Baubeginn der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein vor 200 Jahren erinnert – der Kalender, der zwölf Aufnahmen Rings präsentiert, rollt indessen die Koblenzer Festungsgeschichte von ihrem Ende her auf. Er kann beim Verein Feste Kaiser Franz e. V. bezogen werden.

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