Neuerscheinung: Der Regierungsbezirk Koblenz im Großherzogtum Niederrhein im Spiegel amtlicher Berichte aus den Jahren 1816-1822

Peter Brommer: „Es lebet hier ein ruhige, gutmüthiges und aufgewecktes Volk“. Der Regierungsbezirk Koblenz im Großherzogtum Niederrhein im Spiegel amtlicher Berichte aus den Jahren 1816-1822. Trier: Verl. für Geschichte und Kultur, 2020. – 485 S., Kt. ISBN 978-3-945768-12-9. – 39,90 EUR.

Klappentext: „Die monatlichen Berichte des Koblenzer Regierungspräsidenten an den preußischen König und der Landräte an den Regierungspräsidenten behandeln eine Fülle von Themen, zu denen wir bislang keinen Zugang hatten: Angesprochen werden Stimmung in der Bevölkerung, Klima/Witterung, innere Sicherheit, Krankheiten, Landwirtschaft, Schifffahrt, Charakteristik der Einwohner u. v. m. Die historische Forschung hat diese qualitativ sehr hochwertigen Archivalien bislang nicht genutzt. Dabei bieten die Quellen spannende Einblicke in die Lebenswelten der Menschen an Rhein und Mosel nach 1815. Zugleich zeigen sie aber auch, wie die Preußen in ihrem neuen Besitz die Verwaltung organisierten, und weisen dabei auf die Probleme hin, vor denen die Machthaber standen und für die sie Lösungen finden mussten. Ein reizvolles Quellen- und Lesebuch, das sowohl dem Fachwissenschaftler als auch dem historisch interessierten Laien eine spannende Lektüre bietet!“

#Brommer, Peter

Horchheim im Jahr 1891. Eine unbekannte Bleistiftzeichnung von Bertha Falckenberg (1867-1951)

Von unserem Gastautor Hans Josef Schmidt

Einführung

Heiner Drumm – 2. Vorsitzender der Kirmesgesellschaft Horchheim und Vorstandsmitglied der Heimatfreunde Horchheim – kaufte im Frühjahr 2016 von Herrn Helmut Freise in Andernach eine Bleistiftzeichnung (16×23 cm) von (Koblenz-) Horchheim. Diese Zeichnung stammte von einer Bertha Falckenberg (1867-1951). Die Ortsangabe mit Datierung lautete „Horchheim Oct. 1891“. Heute befindet sich die Zeichnung, die bei einem der zahlreichen Ausflüge der Familie Falckenberg nach Horchheim entstanden ist, im Ortsmuseum der Heimatfreunde Koblenz-Horchheim e. V. Bei den Recherchen zur Biographie der Künstlerin ergab sich schnell der Nachweis zur Verwandtschaft mit der bekannten Koblenzer Familie Falckenberg, die im 19. Jahrhundert eine Musikalienhandlung betrieb und aus der auch der berühmte Theaterregisseur und Schriftsteller Otto Falckenberg (1873 Koblenz-1947 München) stammt.

„Horchheim Oct. 1891“.

Zur Biographie:

Bertha wurde am 25.6.1867 in Köln geboren und ist am 8. Juni 1951 in Boppard gestorben.[1] Ihr Vater Johann Wilhelm Carl Falckenberg, Direktor der mittelrheinischen Bank Koblenz, war der Bruder des Vaters des Theaterregisseurs Otto Falckenberg, also war Bertha die Cousine von Otto.[2] Das Verhältnis war wohl von klein auf eng, denn Otto Falckenberg schreibt: „Als ich in die Schule kam und schreiben lernte, war das erste, was ich mit sechs Jahren für mich niederschrieb, ein hochromantisches Ritterstück: ein Ritter raubt das Ritterfräulein aus der Nachbarburg und will die Widerstrebende damit verführen, daß er sagte: ‚Bei uns gibt es mindestens einmal in der Woche Sauerkraut und Kartoffelklöße.‘ Dieses Stück wurde von mir und meiner Cousine Berta mit großem Pathos aufgeführt und meine sonst immer ernste und stille Mutter lachte Tränen. Freilich kamen ihr damals wohl die ersten Bedenken, ich möchte am Ende gar den Drang in mir spüren, Schauspieler zu werden.“[3] Falckenberg hat sich auch brieflich mit seiner Cousine Bertha ausgetauscht, als es 1906 um die Übernahme der Leitung des Königlichen Hofschauspiels in München im Jahr 1906 ging.[4] Abschriften bzw. Kopien der Korrespondenz zwischen Otto und Bertha aus den Jahren 1921, 1928 und 1942 befinden sich im Stadtarchiv Koblenz.[5] Als die Stadtbibliothek Koblenz am 15. Dezember 1987 in der Alten Burg eine Falckenberg-Soiree veranstaltete, wurde auch Bertha Falckenberg gedacht.[6] Die Mutter Sophie (1839 Kreuznach-1907 Koblenz) entstammte der bekannten Kreuznacher Winzer- und Weinhändlerfamilie Nedelmann.

Bankdirektor Carl Falckenberg mit Ehefrau Sophie geb. Nedelmann, Tochter Bertha, Hausmädchen Helene Höfer und Schäferhund Lux (Stadtarchiv Koblenz FA 2 Nr. 4727).

Die Künstlerin

Berthas künstlerisches Schaffen wäre dennoch wohl weitestgehend unentdeckt geblieben, wenn nicht ein Zufallsfund auf dem Speicher des Hauses Falckenberg in Boppard – eine Kiste mit Malgerätschaften aller Art, dazu Gemaltem und Gezeichnetem – die Angelegenheit ins Rollen gebracht hätte.[7] Bertha besuchte die Höhere Evangelische Töchterschule (spätere Hildaschule) in Koblenz.[8]

Bertha Falckenberg als Kind? Dem Foto ist jedenfalls mit Bleistift die Unterschrift Bertha F hinzugefügt (Fotoalbum Stadtarchiv Koblenz N 19).

Schon in jungen Jahren war sie der Kunst und den Musen zugetan. Im April 1884 machte sie sich auf den Weg in die Schweiz und begann im Mai mit dem Zeichenunterricht. Am 3.6.1884 erfolgte die Anmeldung an der „Ecole des Arts“ in Genf. Es ist überliefert, dass sie am 9. August zum ersten Mal nach einer Fotografie zeichnete. In der Schweizer Zeit verstärkte sich ihr Kunstinteresse, sie nahm Klavierunterricht und interessierte sich aber auch für Geometrie. Begeistert war sie von den Ausflügen in die weitere oder nähere Umgebung.

Die weitere künstlerische Ausbildung, so in der Portrait-Malerei, erfolgte in den Jahren 1886-1888 in Berlin in der Malschule des sehr berühmten Malers Carl Gussow. Nach einem ersten Besuch bei Gussow und der Begutachtung ihrer Zeichnungen wurde sie angenommen. Obwohl sie sich anfangs sehr schwertat, war Gussow aber der Meinung, „es würde sich schon machen, so übel wäre das Bild nicht.“ In der Zeichen- und Malschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin in der Königgrätzer Str. 120 erteilte der Maler Hugo Louis (* 17.2.1847 Berlin) den Unterricht in Elementar- und Ornamentzeichnen. Bertha wohnte u. a. in der Fremdenpension von Frau von Blum und Fräulein von Brösigke.[9]

Späte Jahre und Lebensabend

Der Vater blieb bis zum Alter von 77 Jahren im Dienst als Direktor der Mittelrheinischen Bank in Koblenz und zog dann nach Boppard. Das 1867 erbaute Haus[10] in der Mainzer Str. 29 hatte er am 16.4.1898 (45.000 Goldmark) gekauft und im Februar 1899 bezogen.

Falckenberg-Haus, Boppard, Mainzer Straße 29.

Spätestens in den 1890er-Jahren hat Bertha ihr künstlerisches Schaffen in größerem Umfang beendet. Die Horchheim-Zeichnung zählt somit schon zum „Spätwerk“. Mir ist nicht bekannt, wie Bertha mit ihrem Talent und ihrer Kunstfertigkeit in späteren Jahren ist. Fast ihr gesamtes künstlerisches Werk ist verloren gegangen. Bertha war nicht verheiratet, hat sich aber stets um die Eltern gekümmert und musste sehr bescheiden leben, da das Familienvermögen infolge der Inflation in den 1920er-Jahren verloren gegangen war.

Ihre Nichte Jula Lorentz hat das Andenken an ihre Person stets hochgehalten. So sprach sie am 16. Juni 1955 im Deutsch-Evangelischen Frauenbund Boppard im Hotel Spiegel zu dem Thema „Lebensbilder aus alter Zeit“.[11] Anknüpfend an eine Dankeskarte von Bertha für eine Osterfreude, in den alten Akten des Frauenbundes vorgefunden, führte Jula Lorentz aus: „Um diesem von Frl. Falckenberg damals ausgesprochenen Dank nachträglich eine äußere Gestalt zu geben, möchte ich aus dem Nachlaß meiner Tante eine kleine, antike Bronce-Glocke unserem Bund schenken. Mir war die Idee im letzten Jahr, als wir dem katholischen Frauenbunde eine Glocke verehrten, gekommen. Daß wir uns immer mit Klopfen an Tassen und Gläser helfen mußten, wollte mir nicht gefallen. Diese antike Glocke stellt in ihrem Ornament die Symbole der vier Evangelisten unter den Namen dar: Mathäus, darunter sein Zeichen der geflügelte Mensch; Markus, sein Symbol der Löwe; Lukas mit dem Stier als Symbol, Johannes mit dem Adler. Am unteren Ende ist eingraviert: Boppard, Juni 1955. Dem Deutsch-evangl. Frauenbund zum Andenken an Bertha Falckenberg, * 25. Juni 1867 + 8. Juni 1951“.

Die Bronzeglocke (12 cm hoch, unten 7,8 cm breit) konnte dank Vermittlung von Frau Gärtner bei der Evangelischen Gemeinde in Boppard ausfindig gemacht werden. Hier wird sie heute noch bei Besprechungen des Presbyteriums eingesetzt. Allerdings ist die o. a. Gravur am unteren Rand nicht festzustellen, aus welchen Gründen auch immer. Ein zweites Exemplar in identischer Ausführung befindet sich auf einem Schrank in der Praxis von Dr. Ivonne Paetz in Boppard.[12] Da die Praxis früher von Dr. Bury geführt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass Jula Lorentz dieses Glöckchen ihrem Arzt und Vertrauten Dr. Bury geschenkt hat.

Die Glocke der Evangelischen Gemeinde Boppard (in identischer Ausführung in der Praxis Dr. Ivonne Paetz in Boppard vorhanden).

Jula Lorentz führte in ihrem Vortrag weiter aus: „So kam sie [Bertha] 1898 nach Boppard mit ihren Eltern und dem schönen, großen Schäferhund ‚Lux‘. Von Kind an hatte sie besondere Liebe und Verständnis für die Natur und alles Getier. Unter ihrer Hand gediehen Pflanzen und Tiere, mit ihrer Pflege heilten Krankheiten und Wunden bei ihren Pfleglingen. Ihre Rassehunde brachten von Ausstellungen erste Preise heim. Ein besonderes Anliegen war ihr der Vogelschutz. Sie scheute keine Mühe, wenn es galt, ein Vogelnestchen zu schützen durch Anbringung von Dorngestrüpp oder dergl. Eine schriftliche Beschwerde über das frühe Krähen ihres Hahnes fiel mir noch dieser Tage in die Hand. Da stand die Aufforderung, das Tier an seinem frühen Morgenkrähen zu hindern. Es war dann immer ein besonderer Spaß, wenn abends die Jagd nach dem an Freiheit gewöhnten Hahn losging, bis endlich das erstaunte Tier im dunklen Ställchen eingesperrt war. Aber das Beste an dieser Geschichte war die Tatsache, daß der klageführende Nachbar sich morgens um 4 Uhr den Wecker stellte, damit er ja das stolze Krähen des Hahns nicht verpasste. Neben ihrer Naturverbundenheit trat schon früh ein ausgesprochenes Mal- und Zeichentalent hinzu, das gepflegt und gefördert wurde. Die Pensionszeit in der Schweiz gab der 18jährigen außer zu Sprachstudien die Gelegenheit, sich auf der Kunstschule in Genf weiterzubilden. Später folgten dann anderthalb Jahre in Berlin im Atelier des bekannten Malers Gussow zur Ausbildung im Portraitmalen in Oel“. Der Vortrag endete mit den Worten: „Aus allen Sorgen und Schwierigkeiten, die die Nöte der Zeit und der Verlust des Vermögens für sie mit sich brachten, konnte Bertha Falckenberg sich in die Welt der Kunst flüchten, immer lebhaften Geistes und voller Interesse für Wissenschaft, Kunst und Politik“.

Jula Lorentz: Aufnahme von Dr. med. K. Jos. Bury, Boppard, 6.7.1974, im Besitz von Frau Gärtner, Boppard. Auf diesem Foto ist das Tafelklavier von 1825 zu sehen, auf dem eine Schale und zwei Vasen stehen. Die Schale in der Mitte war ein Geschenk von Irene Müller (Nürnberg) an ihren Hausarzt Dr. Bury.

Nichte Jula Lorentz-Falckenberg, geboren am 19.7.1890 in Siegburg und am 11.6.1975 in Boppard gestorben, war ebenfalls eine bekannte Persönlichkeit in Boppard. Sie zog im Jahr 1911 mit ihrer Mutter Auguste Lorentz geb. Falckenberg (*26.5.1861 Köln) von Berlin in die Emser Straße 80 in Pfaffendorf, 1931 in die Emser Straße 53 (Rheinhotel).[13] Letztmalig wird sie 1940 im Adressbuch der Stadt Koblenz genannt. Ab 1.10.1944 wohnte sie in Boppard,[14] wo sie bis zu ihrem Tod im Haus in der Mainzer Straße lebte.

Bertha Falckenbergs Leben war in den letzten Jahren nicht einfach, sie war kränklich und lebte von der öffentlichen Fürsorge.[15] Ohne die Unterstützung durch viele Bürgerinnen und Bürger von Boppard wäre Ihr Leben noch schwieriger gewesen. Ihr Name ist heute in Boppard nur noch wenigen bekannt. Im Museum der Stadt sind keine Informationen bzw. Werke über bzw. von Bertha Falckenberg bekannt bzw. vorhanden. Das Haus in der Mainzer Straße 29 steht allerdings noch und wird von Friedhelm Freise, dem Sohn der Erbin Gudrun Freise, bewohnt. Die Familiengrabstätte auf dem Bopparder Friedhof ist allerdings schon vor vielen Jahren undokumentiert abgeräumt worden.

In ihrem letzten Willen vom 9. August 1949 setzte Bertha Falckenberg für den Fall ihres Ablebens die Kinder ihrer verstorbenen Geschwister zu gleichen Teilen als alleinige Erben ein: Jula Lorentz, Boppard; Karl Lorentz, Koblenz-Pfaffendorf; Edwin Lorentz, Brensbach/Odenwald; Hermann Falckenberg, Bünde/Westfalen. Im Inventarverzeichnis wurde auch ein altes Tafelklavier aus dem Jahr 1825 aufgeführt. Nach Auskunft von Helmut Freise ist dieses Klavier, das den Firmennamen des Urgroßvaters trug, der es den Großeltern 1858 zur Hochzeit geschenkt hatte, später an das Folkwang-Museum Essen abgegeben worden.

Was bleibt?

In Boppard gibt es noch Werke von Bertha Falckenberg. Im Besitz von Frau Gärtner sind folgende Werke, die auf dem Speicher des Falckenberg-Hauses im Nachlass von Jula Lorentz gefunden wurden:

  • Öl auf Malkarton:Mädchen mit Kopftuch und rotem Schal;
  • Porträt 1888 (dieses Bild stand immer auf einer Staffelei im Wohnzimmer von Jula Lorentz);
  • Dame mit Rüschenhäubchen 1888 (H. oder M. Nein?);
  • Junge Zigeunerin (weiße Bluse, rot-schwarz-kariertes Kopftuch, orange-roter Schal) 15.1.1887;
  • Mutter (?) der jungen Zigeunerin (weiße Bluse und rot-schwarz-kariertes Kopftuch) 4. Dec. 86;
  • Junge Frau in Tracht (Haube und großer weißer Kragen um die Schultern) 20.02.87;
  • Mädchenmit Ponyfrisur und rosa Schal (auf der Rückseite handschriftlicher Eintrag von Jula Lorentz: Evtl. Gräfin Kaunitz?);
  • Ölmalkreide: Klausenstraße in Dieblich;
Klausenstraße in Dieblich.
  • Aquarell: Klausenburg bei Koblenz-Ehrenbreitstein, signiert Falckenberg 86.
Klausenburg bei Koblenz-Ehrenbreitstein, signiert Falckenberg 86.

Dazu kommen noch 10 Ansichtskarten an Bertha Falckenberg bzw. ihre Eltern aus den 1890er Jahren, wobei u. a. auch der Elisenhof bei (Koblenz-) Arenberg als Adresse angegeben ist.

Frau Gärtner besitzt außerdem einen Alabasterschmuckkasten aus dem Besitz der Urgroßeltern von Bertha Falckenberg. Dem Kasten liegt eine Visitenkarte von Bertha bei, die auf der Rückseite folgenden Text von unbekannter Hand enthält: „Dieser Schmuckkasten stammt von Sophie Nedelmann, geb. Herff [sic!]. Sie erhielt ihn als Brautgeschenk von Karl Nedelmann im Jahre 1832.[16] Sie lebte damals auf der Gutleutemühle bei Kreuznach. Der Kasten besteht aus Alabaster. Auf den Deckel liess der Bräutigam die Gutleutmühle mahlen [sic!], das Brautpaar mit einer dritten Person, vielleicht ihrer Mutter oder Freundin, im Vordergrund.“

Auf die Werke im Besitz von Herrn Freise in Andernach soll an dieser Stelle auch noch einmal hingewiesen werden.[17]

Im Besitz der Familie Hermann Spelten in Dieblich-Mariaroth befindet sich eine Aquarellzeichnung von einem Haus in Mariaroth, das heute aber nicht mehr existiert. Sie ist datiert „dat. 19.7. 87“ und hat auf der Rückseite folgenden Text: „Den Neubürgern von Mariaroth, Weihnachten 1975, Tante Irene“.[18]

Mariaroth.

Schließlich ist noch auf ein Aquarell mit der Darstellung einer Moosrose im Besitz von Christian Simon in Boppard hinzuweisen.

Moosrose.

Es wäre denkbar, um nicht zu sagen wünschenswert, wenn „als Echo“ auf diesen Artikel noch weitere Werke von Bertha Falckenberg ans Tageslicht kämen. In einem Nachruf aus Berthas Freundeskreis heißt es: „Bertha Falckenberg war eine jener großen, tiefen und vielseitigen Naturen, die schlechthin in ein gut bürgerliches Milieu nicht passen. Zu ihr gehörte bei ihrer Vielseitigkeit ein bißchen ‚Bohèmewirtschaft‘ […] Solch reiches Leben ist unsterblich in seinen geschaffenen Werken und immer lebendig allen, die diesem Leben nahestanden“.[19] Bertha Falckenberg hat zu Lebzeiten immer eine Ausstellung ihrer Werke abgelehnt. Obwohl schon im Jahr 1951 die Anregung kam, das Werk dieser Künstlerin zu präsentieren, [20] ist es damals und auch in späterer Zeit meines Wissens nicht dazu gekommen. Vielleicht sollte man diesen Gedanken erneut aufgreifen. Wäre es nicht ein schönes Zeichen, wenn Bertha Falckenberg einen würdigen Platz in der Geschichte ihrer Heimatstadt Boppard fände?


[1] Freundliche Auskunft des Standesamtes Boppard an das Stadtarchiv Koblenz vom 19.8.2016 (Standesamt Köln I Nr. 1948/1867 bzw. Standesamt Boppard (Nr. 100/1951). Für Informationen und Anregungen bin ich Marie-Luise Gärtner (Boppard), Helmut Freise (Andernach) und Michael Koelges (Stadtarchiv Koblenz) zu großem Dank verpflichtet. Frau Gärtner unterstützte Irene Müller (Nürnberg), die als Testamentsvollstreckerin nach dem Tod von Jula Lorentz fungierte. Herr Freise hat die Zeichnung 2016 an Heiner Drumm verkauft. Im Besitz von Herrn Freise, dessen Mutter das Patenkind von Jula Lorentz war, sind noch weitere Gemälde sowie Abschriften von Briefen und eine biografische Materialsammlung. Weitere Unterlagen befanden sich bei Henning Wenzel, einem Neffen von Bertha Falckenberg, in Siegen, darunter zahlreiche Unterlagen (Briefe aus der Berlin-Zeit 1886-1888, Tagebuch 1883-1887. In Wenzels Besitz waren auch das Ölbild Auguste Lorenz geb. F. „im Ballkleid“ und ein Skizzenbuch von 1876 („natürlich sehr kindlich“), das Pastellbild „Dame mit dem Umschlagtuch“ war im Besitz des Vetters Ernst Wenzel in Dortmund und zeigte dessen Schwester Sophie W., spätere Frau Werth.

[2] Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland 1967-1975, S. 113: Bearbeiter Alexander Stollenwerk, Boppard. Zum damaligen Zeitpunkt fanden sich ihre Werke durchweg in Privatbesitz; Benner, Ferdinand: Wer war Bertha Falckenberg? In: Rund um Boppard 30.11.2007, Nr. 48, S. 18.

[3] Petzet, Wolfgang: Otto Falckenberg. Mein Leben – Mein Theater. München/Wien/Leipzig 1944, S. 29.

[4] Euler, Friederike: Der Regisseur und Schauspielerpädagoge Otto Falckenberg. München 1976 (Münchener Universitätsschriften – Fachbereich Geschichts- und Kunstwissenschaften – Münchener Beiträge zur Theaterwissenschaft Bd. 5). S. 11.

[5] Stadtarchiv Koblenz N 19 (Zug. 81/4 a) – Nachlass Falckenberg.

[6] Rhein-Zeitung 11.12.1987, Nr. 287: Otto Falckenberg aus Koblenz. Die Kusine Bertha teilte seine Leidensschaft (sic!). Erinnerungen an einen Großen des Theaters.

[7] Freise, Helmut: Bertha Falckenberg. Erinnerungen an eine Bopparder Bürgerin. In: Rhein-Hunsrück-Kalender, Heimatjahrbuch des Rhein-Hunsrück-Kreises 43 (1987), S. 127-132; ders.: Aus einer alten Mappe. In: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 1989, S. 207-209 (betr. vier Zeichnungen bzw. ein Aquarell von Bertha Falckenberg betr. Klostermühle Arnstein, Margaretenkirche Arnstein-Weinähr und ein Kinderportrait Marie Jacobi aus Weinähr/Gelbach); ders.: Nostalgische Rheinreise von Mainz bis Köln. Aquarelle, Zeichnungen, Lithographien 1800-1950. Andernach 2015 (Andernacher Beiträge 30), S. 57 (mit Abb. der Horchheimer Bleistiftzeichnung).

[8] Schulhefte aus dieser Zeit mit Aufsätzen etc. aus dem Deutsch-Unterricht im Besitz von Herrn Freise, Andernach.

[9] Die Familie von Brösigke war mit der Familie Falckenberg verwandt.

[10] Nach Information von Helmut Freise befindet sich diese Jahreszahl in einem Stein im Haus.

[11] Kopien im Besitz von Helmut Freise; s. a. Stadtarchiv Koblenz, wie Anm. 5; Unterlagen des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes Boppard befinden sich in der Archivstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland (Best. 5 WV 024 B).

[12] Frdl. Information von Frau Gärtner, Boppard, vom 12.07.2020.

[13] Freundliche Mitteilung von Herrn Koelges, Stadtarchiv Koblenz, vom 16.05.2020.

[14] S. a. Helmut Schnatz: Der Luftkrieg im Raum Koblenz 1944/45. Eine Darstellung seines Verlaufs, seiner Auswirkungen und Hintergründe. Boppard am Rhein 1981 (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz 4), S. 278 mit Anm. 68, S. 286 mit Anm. 107/108, S. 319 mit Anm. 227. Jula Lorentz schildert hier ihre Erlebnisse beim schweren Bombenangriff auf Koblenz am Abend des 6. November 1944 und ihre Rückfahrt mit dem Triebwagen nach Boppard.

[15] Landeshauptarchiv Koblenz Best. 700,250 (Nachlass Wilhelm Hütten, Boppard) Nr. 27 Bl. 63 a: Brief von Bertha Falckenberg an Bürgermeister Dr. Alexander Stollenwerk vom 20.5.1951 mit der Bitte um Unterstützung; s. a. Stadtbibliothek Boppard – Kartei Dr. Alexander Stollenwerk. Gymnasiallehrer Dr. Hütten wohnte in den 1950er-Jahren in der ersten Etage des Hauses Falckenberg – frdl. Information von Frau Gärtner, Boppard, vom 12.07.2020.

[16] Die Jahreszahl ist später ergänzt. Die Personenzuordnung ist allerdings unkorrekt. Julie Christine Herf (1793-1864) – und nicht Sophie Nedelmann geb. Herff – war mit Johann Carl Christoph Nedelmann (1788-1872) verheiratet. Sie sind die Urgroßeltern von Bertha Falckenberg. Durch Gebrauchsspuren ist die Zeichnung auf dem Deckel kaum zu erkennen.  Nähere Informationen zur Familie Nedelmann finden sich im Stadtarchiv Koblenz und bei Herrn Freise in Andernach (s. a. Anm. 1). Die eigentlichen Familienpapiere sind im Besitz von Hedwig von Velsen-Zerweck geb. Nedelmann, Neversdorf.

[17] S. Anm. 1.

[18] Irene Müller (Nürnberg). Frau Müller war Testamentsvollstreckerin bei Jula Lorentz; s. a. Anm. 1.

[19] Haack, Georg (Lönshof/Alken): Abschied von der Malerin Berta (sic!) Falckenberg. In: Rhein-Zeitung – Ausgabe N/St. Goar – 23.8.1951, Nr. 201, S. 4; s. a. Heidedichter Hermann Löns lebt im Baybachtal fort. Lönshof mit umfassender Sammlung persönlicher Erinnerungsstücke. In: Rhein-Zeitung 30.6.1964 Nr. 148; der Lönshof bei Burgen im Baybachtal, auf dem Haack lebte, ist 1979 abgebrannt; s. Georg Giesing: Fluchtweg Baybachtal. Der legendäre Widerstandskämpfer Peter Zeutzheim entkommt der Gestapo. Zell 2010, S. 171.

[20] Haack, wie Anm. 19.

Eine Kurzfassung des Beitrags finden Sie in der Rhein-Zeitung, Ausgabe B0 (Stadt Koblenz), Nr. 79, 6.4.2021, S. 20, sowie in der Rhein-Zeitung, Ausgabe J (Rhein-Hunsrück-Zeitung) Nr. 87, 15.4.2021, S. 18.

#Falckenberg, Bertha #Falckenberg, Otto

Perspektiven auf die Rheinlandbesetzung im Nachlass von Hans Bellinghausen

Von unserer Gastautorin Katharina Thielen

In den 1920er-Jahren wurden 23 Frauen und zehn weitere Familien aus dem Raum Essen an den „Pranger“ gestellt und öffentlich bedroht. Mit Ausnahme der Herren Häuser, Kristkowiak und Sarbinowski sollen fast alle namentlich genannten und mit Adresse aufgeführten Beschuldigten „intime Freundinnen der Schangels“ gewesen sein.

Flugblatt um 1925 (StAK N 12 Nr. 38, S. 87).

Es handelt sich dabei um eine Abwandlung des Namens „Jean“ und eine Form des heute positiv besetzten Wort Schängel, sodass dieses Flugblatt – aus der Perspektive eines Koblenzers – mehr als ein besonders eindrückliches Beispiel moderner Denunziation in Kriegszeiten darstellt. Konkret gemeint waren französische Soldaten, d.h. die sogenannten Besatzungstruppen, die seit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles am 28. Juni 1919 einen Teil der linksrheinischen Gebiete verwalteten und im Januar 1923 von den Amerikanern die Koblenzer Zone übernahmen.

Broschüre aus dem Jahr 1923, hrsg. v. Deutschen Fichtebund e.V. (StAK N 12 Nr. 22, S. 8 f.).

Während den „elende[n] Dirnen“ im Ruhrgebiet für ihren konfliktfreien Umgang mit dem einstigen Erbfeind mit „Rache“ gedroht wurde, schlossen sich andere Frauen aus verschiedenen politischen Gruppierungen und konfessionellen Vereinen in Berlin zur Rheinischen Frauenliga zusammen, um gegen die Anwesenheit der französischen Soldaten im Rheinland zu protestieren. Besonders die Stationierung französischer Truppenkontingente aus den Kolonialgebieten im heutigen Afrika, Senegal, Tunesien und Marokko wurde als demütigender Bestandteil der Friedensbedingungen betrachtet und in einer großangelegten Staatskampagne scharf kritisiert, politisiert, sexualisiert und rassistisch aufgeladen. Dabei nahm die „weiße Frau“ mit den Worten des Deutschen Fichtebundes e.V. die Rolle des „Opferlamms“ Frankreichs bzw. des „wilden schwarzen Mannes“ und somit eine Schlüsselfunktion im öffentlichen Nachkriegsdiskurs ein.

l. Broschüre der Rheinischen Frauenliga, r. Vorderseite eines Plakats aus den 1920er-Jahren (StAK N 12 Nr. 42 und Nr. 38, S. 205).

Als selbsterklärtes Sprachrohr der Betroffenen unterstütze die Rheinische Frauenliga dieses nationale Bild der Frau und verbreitete von Berlin aus die Ansicht, dass Vergewaltigungen und Misshandlungen in den besetzten rheinischen Gebieten an der Tagesordnung standen. Eine in mehreren Auflagen gedruckte Propagandaschrift über „Farbige Franzosen am Rhein“ lieferte dafür zahlreiche schockierende Beispiele und vermeintliche Beweise aus verschiedenen Städten in der Region. Obschon sich die darin geschilderten Gewalttaten weder nachverfolgen ließen noch explizit auf Koblenz bezogen, schürte das populäre Heft auch am Zusammenfluss von Rhein und Mosel die Angst vor der sogenannten „Schwarzen Schmach“, zumal die letzten Amerikaner die Stadt mit Beginn des Ruhrkampfes 1923 verlassen hatten.[1]

Wenz, Jakob: Elf Jahre in Fesseln! Die Leidensgeschichte der Koblenzer Bevölkerung während der Besatzungszeit. Koblenz 1929, online abrufbar unter URL: https://www.dilibri.de/rlb/content/titleinfo/2029895 (Aufruf: 24.2.2021).

Das „geschwundene Gefühl der Sicherheit gegenüber den Besatzungstruppen“[2] wurde am 22. Juli 1925 in der Koblenzer Stadtverordnetenversammlung in Verbindung mit drei Überfällen auf Zivilisten – darunter auch auf eine junge Frau – besprochen und in einer „Leidensgeschichte der Koblenzer Bevölkerung“ von Jakob Wenz aus dem Jahre 1929 weitertradiert.

Flugbätter gefunden während des Ruhrkampfes (StAK N 12 Nr. 22, S. 75 und S. 24).

Neuere Forschungen belegen, dass diese und weitere polemische Geschichten über das Verhalten der Franzosen am Rhein zwischen 1918 und 1930 in der Regel nicht der Realität entsprachen. Dennoch wurden sie spätestens mit Beginn der separatistischen Bewegung und des Ruhrkampfes mit Hilfe von Flugblättern und Anklebezetteln massenhaft in Umlauf gebracht.[3]

Anklebezettel aus der Zeit des Ruhrkampfes (StAK N 12 Nr. 22, S. 70 und S. 73).

Als traditionelles Instrument der anonymen Meinungsäußerung stand diese offen besatzungsfeindliche Meinungsmache unter Strafe, war aber letztlich nicht zu kontrollieren. Die oberste Verwaltungsbehörde, die Haute Commission Interalliée des Territoires Rhénans (HCITR) unter Paul Tirard in Koblenz, setzte ihr daher eine eigene staatlich gelenkte Pressepolitik entgegen, die sich zum einen in aufwendig gestalteten, zweisprachigen Zeitschriften und in einem abwechslungsreichen Kulturangebot niederschlug.

La Revue Rhénane – Rheinische Blätter (StAK N 12 Nr. 29).

Zum anderen spiegelte sich die „Penetration pacifique“[5] und die Stimmen ihrer – durchaus vorhandenen – Unterstützer auf der Straße wider, indem einige Flugblätter und Zettel die „preußische Politik“ kritisierten. So sollte das Publikum beispielsweise darüber nachdenken, „wie Bismarck im umgekehrten Falle gehandelt hätte“ und was die „deutsche Methode in Frankreich und Belgien“ zur Zeit des Ersten Weltkriegs gewesen war.

Flugblätter aus dem Jahr 1923 (StAK N 12 Nr. 22, S. 58, 46, 62).

Um der Bevölkerung klar zu machen, dass der „Glaube“ an die deutsche Großmachtpolitik ein Irrglaube sei, griffen die jeweiligen Autoren und Drucker profranzösischer Schriften auf die Frakturschrift und ein „deutsches“ Erscheinungsbild zurück, das bei französischsprachigen Blättern und offiziellen Bekanntmachungen nicht gebraucht wurde.

Flugblatt aus dem Jahr 1923 (StAK N 12 Nr. 22, S. 56).
Plakate (StAK N 12 Nr. 38, S. 9 und S. 74).

Die gezeigten Druckschriften gehören zu einem umfangreichen Konvolut, das Hans Bellinghausen (1887–1958) zeit seines Lebens gesammelt hat. Einen Teil seiner regionalhistorischen Quellen stellte er der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zum Thema „Rheinlands Freiheitskampf gegen Besatzung und Separatismus“ vor.

Ausstellungsraum in der Stadthalle Trier 1933 (StAK N 12 Nr. 23, Bild 1).

Diese Ausstellung wanderte – gelobt und gefördert von den NS-Behörden – durch das gesamte Rheinland und ist heute Dreh- und Angelpunkt der umstrittenen Diskussion rund um Bellinghausens Position als Koblenzer Lokalhistoriker zur Zeit des Nationalsozialismus.[5] Im Sinne der NS-Propaganda zeigte sie damals nur die eine, nämlich die spezifisch „nationale“ Wahrnehmung der Besatzungszeit – doch in seinem Nachlass ist jene große Bandbreite verschiedener zeitgenössischer Blickwinkel auf die interalliierten Rheinlandbesetzung überliefert, die auch die aktuelle Forschung hervorhebt. Über den „gescheiterten Frieden“[6] im Allgemeinen sowie die „französische Kulturpolitik“[7] bzw. die „Deutsche Propaganda im Rheinland“[8] im Speziellen sind seit dem Jubiläum 2014–2018 zahlreiche wissenschaftliche Publikationen erschienen, die eine Einordnung der hier behandelten Themen erleichtern und den Nachlass zu einem außergewöhnlichen Quellenfundus machen, der unter der Bestandssignatur N 12 eingesehen werden kann.  


[1] Farbige Franzosen am Rhein. Ein Notschrei deutscher Frauen. Berlin 4. Aufl. 1923, online unter URL: https://www.dilibri.de/rlb/content/titleinfo/2016609 (Aufruf: 24.2.2021), vgl. Maß, Sandra: Von der ‚schwarzen Schmach‘ zur ‚deutschen Heimat‘. Die Rheinische Frauenliga im Kampf gegen die Rheinlandbesetzung, 1920-1929, in: WerkstattGeschichte 11 (2002), Nr. 32, S. 44–57 und zuletzt Galen Last, Dick van/Futselaar, Ralf: Black Shame. African Soldiers in Europe 1914–1922. London 2015.

[2] StAK 623, Nr. 5995, S. 91 f.; vgl. StAK N 12, Nr. 42 und Nr. 25.

[3] Maß, Sandra: Weiße Helden, schwarze Krieger. Zur Geschichte kolonialer Männlichkeit in Deutschland 1918–1964. Köln 2006 und grundlegend Koller, Christian: „Von Wilden aller Rassen niedergemetzelt“. Die Diskussion um die Verwendung von Kolonialtruppen in Europa zwischen Rassismus, Kolonial- und Militärpolitik (1914–1930). Stuttgart 2001 (Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte 82).

[4] Vgl. Wein, Franziska: Deutschlands Strom – Frankreichs Grenze. Geschichte und Propaganda am Rhein 1919–1930. Essen 1992 (Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfalens 33).

[5] Eine Position innerhalb dieser Diskussion vertrat zuletzt Hennig, Joachim: Dr. Hans Bellinghausen (1887–1958). Heimatforscher und NS-Propagandist, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 44 (2018), S. 439–512.

[6] Engelen, Ute/Rummel, Walter (Hg.): Der gescheiterte Friede. Die Besatzungszeit 1918-1930 im heutigen Rheinland-Pfalz. Begleitband zur Ausstellung. Koblenz 2020 (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 129).

[7] Nöldeke, Marion/Schlechter, Armin: Französische Kulturpolitik, in: ebd., S. 109–128.

[8] Haarfeldt, Mark: Deutsche Propaganda im Rheinland 1918–1936. Essen 2017.


#Bellinghausen, Hans

Multimodales Storytelling – Koblenz vor Ort

Firmenwagen von Dr. Franz Mayer-Alberti vor dem Haupteingang des Fabrikgebäudes, 1930er-Jahre (Archiv Familie Alberti).

Im Rahmen des Projektes „Multimodales Storytelling“ haben Studierende der Universität Koblenz-Landau Beiträge zum Thema „Koblenz vor Ort“ erstellt. Die angehenden Kulturwissenschaftler*innen haben unter anderem die Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv zur Geschichte der Kulturfabrik befragt. Klicken und scrollen sie sich gerne durch die versteckten, regionalen Stories …

#Mayer-Alberti (Familie)

Josef Eisenach: Erinnerungen an den Feldzug 1870/71

Titelblatt der Originalausgabe von 1896. – URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0128-1-43238.

Josef Eisenach (17.6.1847 – Koblenz – 7.9.1934), Schreinermeister und Heimatforscher, veröffentlichte zunächst in den „Coblenzer Täglichen Nachrichten“ vom Dezember 1895 in mehreren Folgen seine Erinnerungen an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Ein Jahr später erschienen seine Memoiren als Buch.

2020 hat Dr. Gerhard Hanke, Urenkel des Autors, den Text neu herausgegeben.

Gerhard Hanke: Das Tagebuch des Joseph Eisenach. Erinnerungen an den Feldzug 1870/71. Auszug aus den „Coblenzer Täglichen Nachrichten“, Dezember 1895. Mit Erläuterungen von Gerhard Hanke. Waldalgesheim: Selbstverl., 2020. – 187 S., Ill., Kt. ISBN 978-3-9822547-0-8.

#Eisenach, Josef #Hanke, Gerhard